SCHRIFTSTUDIEN
BAND
2 - DIE
ZEIT IST HERBEIGEKOMMEN
Studie
2
Biblische
Chronologie.
Chronologie
zum Verständnis der Weissagung notwendig . —
Unentbehrliche
Daten in der Bibel gegeben. —
Von
der Erschaffung Adams bis zum Jahre 1873 nach Christo sind sechstausend
Jahre. — Eine
Tabelle der Chronologie in großen Perioden. —
Dieselben
im einzelnen untersucht: — Von
der Schöpfung bis zum Trocknen der Erde nach der Sintflut; —
bis
zum Bund mit Abraham; — bis
zur Gesetzgebung; — bis
zur Teilung Kanaans unter die zwölf Stämme; —
die
Periode der Richter; — die
Periode der Könige; — die
Periode der Verödung; — bis
zum Jahre 1873 nach Christo. —
Der
eigentliche Tag der Geburt unseres Herrn.
In
diesem Kapitel bringen wir den Schriftbeweis für die Tatsache, dass mit
dem Jahr 1872 sechstausend Jahre seit der Erschaffung Adams verflossen
sind - und dass wir daher, seit dem Jahr 1872, der Chronologie oder
Zeitrechnung gemäß, in das siebte Jahrtausend oder ins Millennium
eingetreten sind. Der Anfang desselben ist „der Tag des Herrn“, „der
Tag der Drangsal“, welcher den Zusammenbruch der Reiche dieser Welt und
die Aufrichtung des Königreiches Gottes unter dem ganzen Himmel in sich
fasst.
Chronologie
ist zur Untersuchung der in der Schrift gegebenen prophetischen
Zeitperioden notwendig. Wir müssen uns vor allen Dingen Gewissheit
verschafft haben, wo wir uns auf dem Strom der Zeit befinden; und um dies
zu können, müssen wir zuverlässige Daten zur Berechnung vor uns haben.
Wir nehmen daher die Chronologie zuerst zur Hand. Eine vollständige
Chronologie der menschlichen Geschichte muss natürlich mit der
Erschaffung des Menschen beginnen.
Die
Länge der Zeit seit der Erschaffung des Menschen wird verschiedentlich
veranschlagt. Unter denen, die den Bericht der Bibel annehmen, kann nur
wenig Meinungsunterschied bestehen. Unter denen aber, die ihn verwerfen,
ist der Unterschied ungeheuer. Er erstreckt sich von zehntausend bis zu
Hunderttausenden von Jahren. Diese Annahmen stützt man auf Tatsachen, die
nur schwachen Grund für solche übertriebene und willkürliche Schlüsse
bieten. Zum Beispiel, das Auffinden von steinernen Pfeilspitzen in den
Torfmooren der Schweiz und Irlands in beträchtlicher Tiefe wird als ein
Beweis angenommen, dass die Fläche, da sie liegen, einst die Oberfläche
der Erde war, und dass die Torfmoore allmählich um und über sie
heranwuchsen; und die zu solchem Wachstum nötige Zeit misst man nach dem
geringen Maß, in dem das Wachstum in unserer Zeit vor sich geht.
Wenn ihre Voraussetzungen richtig wären, so würde das allerdings
beweisen, dass der Mensch schon vor Hunderttausenden von Jahren lebte.
Jedoch andere Erderforscher wollen wahr haben, und mit gutem Recht, dass
diese Torfmoore einst so weich und breiartig waren, dass eine steinerne
Pfeilspitze allmählich während einiger Jahrhunderte leicht in große
Tiefe sinken konnte.
Ein
anderes Beispiel führen wir an: „Beim Sondieren in dem schlammigen
Boden des Niltales wurden zwei gebrannte Ziegelsteine entdeckt, der eine
in einer Tiefe von sechzig, der andere von zwei und siebzig Fuß. Wenn wir
die dicke der jährlichen, vom Fluss bewirkten Ablagerung auf acht Zoll
per Jahrhundert veranschlagen, so müssen wir dem ersten der genannten
Ziegelsteine ein Alter von 12.000 Jahren zuschreiben und dem zweiten ein
solches von 14.000. Dementsprechend nimmt Burmeister (ein berühmter
Geologe) an, dass zwei und siebzig tausend Jahre seit dem ersten Auftreten
des Menschen auf dem Boden Ägyptens verflossen sind; und Draper (ein
anderer bekannter Geologe) schreibt dem Europäer, der die letzte
„Glacial“- (Eis-) Periode erlebte, ein Alter von mehr als 250.000
Jahren zu.“ (Anmerkung: Prof. N. Joly in
„Der Mensch vor den Metallen“, Seite 183)
Natürlich,
wenn wir ebenso „rechnen“, wie es diese großen Männer taten,
so würden wir zu denselben großen Schlüssen gelangen. Doch
einige unter uns sind unwissenschaftlich genug zu fragen, ob es nicht mehr
wie wahrscheinlich sei, dass die Schlammniederschläge des Nils sehr
unregelmäßig gewesen sind, wie auch die anderer Flüsse; dass er oftmals
sein Bett veränderte und seine Ufer durch einen einzigen Wasserschwall
auffallend weg wusch. Ferner, denken wir an die Flut zu Noahs Zeit, die
nicht nur ganz ausdrücklich in der Bibel erwähnt wird, sondern sich auch
in den ältesten Überlieferungen der heidnischen Völker aufbewahrt hat.
Wir wundern uns, wie viel Schlamm und Absatz das zu den und über die acht
Zoll per Jahrhundert erzeugt haben mag. Wir wundern uns auch, warum es
diesen großen Geistern nicht eingefallen ist (wie es naturgemäß
mit einigen, die nicht zu groß sind, der Fall ist), dass die beiden
Ziegelsteine zu einer Zeit in den „Schlammigen Boden“ geworfen wurden,
da er von Wasser bedeckt und sehr weich war, und dass sie, die so viel
dichter als der schlammige Boden waren, ein ganzes Stück durch ihr
eigenes Gewicht hinabsanken. Was den Unterschied der Tiefe betrifft, in
welche die beiden Ziegelsteine hinabsanken, so möchte es einem
unwissenschaftlichen Geist viel vernünftiger erscheinen anzunehmen, dass
der eine mit der schmalen Kante nach vorne oder mit dem Ende nach vorne in
den Schlamm fiel, während der andere mit der breiten Seite hinein fiel
und daher langsamer einsank, als anzunehmen, dass Menschen, die
zweitausend Jahre nach einander lebten, zwei ganz gleiche Ziegelsteine
verfertigten.
Vor
einigen Jahren fand man in einem früheren Bett des Mississippi das
Skelett eines Mannes; und einige Geologen begannen auszutüfteln, wie
viele Jahrtausende wohl etwa durch die tiefe Schlammmasse, die das Skelett
bedeckte, angezeigt sein könnten. Sie bildeten sich ein, hier ein sehr
wertvolles Muster vorhistorischer Menschen vor sich zu haben. Später
jedoch wurden einige Fuß unter dem Skelett Teile eines sogenannten
„Flat“- (Flach-) Bootes aufgefunden, wie solche vor nicht weniger als
fünfzig Jahren auf dem Mississippi im Gebrauch waren.
Dies stürzte die ganze Berechnung über den Haufen und befreite
die Menschheit von einem „weiteren Beweis“, dass die Welt
Hunderttausende von Jahren älter sei, als die Bibel lehrt.
Die
Uneinigkeit und das gänzlich unzuverlässige Mutmaßen einiger Geologen
betreffs der Chronologie beiseite lassend, wenden wir uns nun zur
Weltgeschichte, ob wir da Auskunft erhalten. Doch was finden wir? Nur
weniger als dreitausend Jahre zurück kann die Geschichte der ältesten
heidnischen Nationen klar und deutlich verfolgt werden. Weiter zurück ist
alles dunkel, ungewiss, mythisch, voller Fabeln und unzuverlässiger
Tradition. Römische Geschichte erstreckt sich nicht soweit zurück. Nur
zweitausend siebenhundert Jahre sind seit der Gründung Roms verflossen,
und seine ersten Jahrhunderte sind noch dazu in ungewisse Tradition gehüllt.
In der babylonischen, syrischen und ägyptischen Geschichte bringen uns
dreitausend Jahre in eine Periode zurück, da ihre Berichte sehr
fragmentarisch (zerstückelt) und von großem Dunkel umgeben sind. In der
Geschichte Chinas bringen sie uns zu der Tschau Dynastie, wo die Angaben
chinesischer Geschichte „anfangen zuverlässiger zu werden.“ Im
Griechischen, das in den vergangenen dreitausend Jahren um seiner
Gelehrsamkeit willen berühmt war, und wo wir allen Nationen voraus eine
genaue Geschichte erwarten sollten; was finden wir? Ihre Daten der letzten
zweitausend sechshundert Jahre finden wir genau, aber nicht weiter zurück.
Weiter zurück kommen wir zu dem, was als das „fabelhafte, mythische,
oder vorhistorische Zeitalter“ Griechenlands bekannt ist. Der einzig
vernünftige und zusammenhängende Bericht über die ersten drei tausend
Jahre des Menschen auf der Erde ist in der Bibel zu finden; und diese
Tatsache ist sicherlich im Einklang mit ihrem Anspruch auf göttlichen
Ursprung, göttliche Leitung und Erhaltung.
Wie
mit der Geschichte, so verhält es sich mit den Daten:
Außer der Bibel hat die Welt kein Mittel, ihre Chronologie weiter
zurück, als 776 v.Chr., zu verfolgen.
Hierüber führen wir an, was Prof. Fischer von Yale College (Hochschule
zu Yale, Ct.) sagt: „Langsam kam man zu einer genauen Methode, Daten
festzustellen. Die Annahme von Zeitabschnitten (Ära) war hierzu unumgänglich.
Die früheste bestimmte Zeit zur Datierung von Ereignissen wurde in
Babylon festgesetzt. Es ist die Ära von Nabonassar, 747 v.Chr. Seit etwa
300 v.Chr. datieren die Griechen die Ereignisse von dem ersten
verzeichneten Sieg bei den olympischen Spielen, 776 v.Chr., an. Diese
Spiele fanden alle vier Jahre statt. Jede Olympiade war daher eine Periode
von vier Jahren. Die Römer fingen erst mehrere Jahrhunderte nach der Gründung
Roms an, von diesem Ereignis aus, das heißt vom Jahr 753 v.Chr.,
zu datieren.“
Als
einen weiteren Beweis dafür, dass die vielen sogenannten Geschichten der
fernen Vergangenheit mit Einbildungen und mythischen Traditionen so sehr
angefüllt sind, dass dies dieselben in Bezug auf chronologische Daten
wertlos und der Berücksichtigung gänzlich unwürdig macht, führen wir
Folgendes aus dem Artikel Chronologie in der Amerikanischen Enzyklopädie
(allgemein wissenschaftliches Wörterbuch) an:
„Die
Geschichte der alten Völker (es sei denn die Hebräer ausgenommen) läuft
zurück in mythische Perioden von Tausenden oder Millionen von Jahren; und
selbst nachdem die Berichte einen historischen Anstrich gewinnen, sind die
Ungenauigkeiten noch sehr groß. Die assyrischen, babylonischen und ägyptischen
Inschriften sind in toten Sprachen und in längst veralteten
Schriftzeichen gegeben. Griechische und römische Daten sind im
allgemeinen wohl nachweisbar bis zur ersten Olympiade, 776 v.Chr., und bis
zur Herstellung des Konsulates, 510 v.Chr. Was vorhergeht, ist meist
traditionell und legendenartig. Herodots Angaben sind nur für Ereignisse
seiner Zeit von Wert, um das Jahr 450 v.Chr., und etwa ein oder zwei
Jahrhunderte früher.“
Clinton
sagt in seinem Werk über griechische Chronologie (Seite 283): „Die
Geschichte, die in den hebräischen Schriften enthalten ist, liefert einen
bemerkenswerten und erfreulichen Unterschied den älteren Aufzeichnungen
der Griechen gegenüber. Mit Mühe spüren wir in den letzteren einigen
wenigen dunklen Tatsachen nach, die uns durch Dichter aufbewahrt wurden.
Diese übermittelten uns mit all den Ausschmückungen der Poesie und Fabel,
was sie durch mündliche Tradition empfangen hatten. In den Annalen (Jahrbüchern)
der hebräischen Nation haben wir glaubwürdige Erzählungen, von
Zeitgenossen geschrieben, die durch Inspiration (göttliche Eingebung)
geleitet waren. Was sie uns überliefert haben, kommt daher mit einer
doppelten Sanktion oder Glaubwürdigkeit zu uns. Obgleich ihr Bericht als
ein auf bloß menschlichem Zeugnis beruhender schon beweiskräftig sein würde,
so wurden sie daneben noch durch göttliche Inspiration unterstützt.“
Die
Bibel, unsere von Gott vorgesehene Geschichte der ersten dreitausend Jahre
ist das einzige Werk in der Welt, das mit Adam beginnt. Er ist der erste
Mensch, den Geschichte, Denkmal, oder Inschrift erwähnt. Sein Name, die
Zeit seiner Erschaffung und sein Tod sind verzeichnet; und seine
Nachkommen können, Namen und Alter nach, in fortschreitenden Gliedern
fast viertausend Jahre lang verfolgt werden. So bietet uns die Bibel eine
klare und zusammenhängende Geschichte, bis herab zu einer Periode, wo die
Weltgeschichte wohlbegründet ist. Der biblische Bericht reicht, wie wir
sehen werden, bis zu dem ersten Jahre des Cyrus, 536 v.Chr., welches ein
wohl bestätigtes und allgemein angenommenes Datum ist. Hier wird der
Faden biblischer Chronologie fallen gelassen. Es ist an einem Punkt, da
die Weltgeschichte zuverlässig wird. Gott hat somit für seine Kinder
einen deutlichen und zusammenhängenden und bis auf die gegenwärtige Zeit
reichenden Bericht bereitet. Durch ihre Prophezeiungen ergänzt die Bibel
sogar die Geschichte bis hinaus zu der „Wiederherstellung aller Dinge“
am Ende des siebenten Millenniums, von wo an die neue Ära ewiger Glückseligkeit
datieren wird. Die Bibel ist also die einzige Urkunde in der Welt, die
einen Überblick der menschlichen Geschichte als Ganzes liefert. Sie trägt
uns vom verlorenen Paradies des ersten Buches zu dem wiederhergestellten
Paradies der Offenbarung, den Pfad der Menschheit bis in die Ewigkeit
verfolgend. Zusammengenommen bietet uns die Geschichte und die Weissagung
der Bibel einen panoramischen Anblick des ganzen Laufes der Ereignisse,
von der Erschaffung und dem Fall des Menschen bis zu seiner Wiederaussöhnung
und Wiederherstellung. Die Bibel ist daher der Wegweiser aller Geschichte.
Treffend hat jemand gesagt: „Wie Flüsse, die von unbekannten Quellen
nach unbekannten Seen fließen“, ist die Geschichte ohne die Bibel. Aber
mit ihr mögen wir diese Flüsse bis an ihren Ursprung verfolgen, ja ihr
glorreiches Ergießen in den Ozean der Ewigkeit schauen.
In
der Bibel allein können wir daher eine Urkunde zu finden erwarten, welche
die unharmonischen Perioden und chronologischen Unregelmäßigkeiten,
welche menschliche Geschichtsannalen beim ersten Blick darbieten, in
Ordnung bringt - sie miteinander und mit den Perioden der Natur in
Einklang setzt.
Wenn
wir nun mit der Frage: Wie lange ist es her seit der Erschaffung der
Menschen? den Anfang machen, sollten wir zuversichtlich sein und sind es,
dass der, welcher die Prophezeiungen gab und sagte, dass sie in der Zeit
des Endes verstanden werden sollten, auch in seinem Worte die nötigen
Daten vorgesehen habe, die es uns ermöglichen, diesen Prophezeiungen
ihren richtigen Platz anzuweisen. Jedoch, wer diese Dinge so deutlich zu
finden erwartet, dass sie den nur oberflächlichen Leser oder den
unaufrichtigen Skeptiker (Zweifler) überzeugen, der wird sich getäuscht
finden. Gottes Zeiten und Zeitläufe sind gegeben, dass sie zu dieser
unserer Zeit nur für die überzeugend sind, die Gottes eigentümliche
Verfahrensweise durch ihr Vertrautsein mit ihm erkennen können. Dazu
wurde diese Auskunft erteilt, „dass der Mensch Gottes vollkommen sei, völlig
geschickt (ausgerüstet)“ (2. Tim. 3:17). Solche wissen gar wohl, dass
sie auf allen Wegen, da sie ihr Vater hinführt, im Glauben und nicht im
Schauen wandeln müssen. Allen denen aber, die so zu wandeln bereit sind,
hoffen wir bei jedem Schritt gewisse Aussprüche des Wortes Gottes - eine
sichere Grundlage für vernünftigen Glauben - bieten zu können.
Wir
wollen hier den Wert der Septuaginta (Griechische Handschrift des Alten
Testamentes) im Vergleich mit dem hebräischen Text der alttestamentlichen
Schriften, die Abweichungen beider von einander in chronologischen Daten,
usw., nicht besprechen. Wir, und wir denken wohl auch der Leser, wollen
uns mit der Bemerkung begnügen dass die erstere eine in Ägypten
angefertigte Übersetzung ist, während der letztere die ursprüngliche
hebräische Urkunde ist. Diese Tatsachen im Zusammenhang mit der fast
abergläubischen Verehrung, mit der die Hebräer jedes Jota und Strichlein
der heiligen Schrift bewachten, bieten starken Beweis für die Zuverlässigkeit
des hebräischen Grundtextes. Seine Annahme von Seiten Sachverständiger
ist ganz allgemein, und wir folgen bei unserem Vorhaben seinen Daten.
Hier
nun erbringen wir den Nachweis, dass von der Schöpfung Adams bis zum
Jahre 1873 n.Chr., sechstausend Jahre verflossen sind. Und obwohl die
Bibel keine direkte Aussage enthält, dass das siebente Tausend die Epoche
der Herrschaft Christi sein wird, der große Sabbattag der
Wiederherstellung der Welt, dennoch diese ehrwürdige Tradition dennoch
nicht ohne vernünftige Grundlage. Das Israel, dem vorbildlichen Volk,
gegebene Gesetz bestimmte, dass auf sechs Tage der Arbeit und Mühsal
einer der Erfrischung und Ruhe von ihren eigenen Werken folgen sollte.
Dies scheint einerseits die sechstausend Jahre trefflich zu
veranschaulichen, da die gesamte Schöpfung unter der Knechtschaft der Sünde
und des Todes (Röm. 8:22) in Wehen lag und zusammen seufzte und
vergeblich versuchte, sich daraus zu befreien, und andererseits den großen
Millenniums - Tag abzubilden, an dem die Mühseligen und Beladenen zu
Jesus Christus, dem Hirten und Bischof ihrer Seelen, kommen und durch ihn
Ruhe, Erfrischung und Wiederherstellung finden mögen - den Tag, an dem
sie durch das Verdienst seines kostbaren Blutes Buße (oder Umkehr) und
Vergebung der Sünden erlangen werden. An dem vorbildlichen siebenten Tag
fragte Jesus den hilflosen Menschen: „Willst du gesund werden?“ und
als Lohn seines Glaubens und Gehorsams gab er ihm die Kraft, sein Bett
aufzuheben und zu wandeln. (siehe Joh. 5:6-9; ebenso Matth. 12:10, 13; Joh.
7:23; Luk. 13:11-16; 14:1-5). So wird während des gegenbildlichen Sabbats,
im Millennium, aller Welt verkündet werden, dass „wer da will“,
ewiges Leben und ewige Gesundheit haben könne, wenn er die erforderlichen
Schritte - Glauben und Gehorsam - tun wird.
Wir
müssen den schon (Band 1, Studie 8.) angemerkten Umstand nicht übersehen,
dass der Ausdruck Tag unbestimmt ist und nur einen Zeitabschnitt,
sei es von kürzerer oder längerer Dauer, bezeichnet. Der Apostel Petrus
gibt zu verstehen, dass die siebente Tausendjahr Periode der Geschichte
der Welt nach Gottes Rechnung der siebente Tag sein würde. Er sagt:
„Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass ein Tag bei dem
Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag.... Es wird aber
der Tag des Herrn kommen,“ usw. - 2. Petr. 3:8; 10
Wenn
also die siebente Tausendjahr Periode der Geschichte der Erde eine Epoche
ist, die speziell als die Periode der Herrschaft Christi bezeichnet wird,
und wir zeigen, dass dieselbe im Jahre 1873 n.Chr. begann, so beweisen wir
damit, dass wir uns nunmehr schon in derselben befinden. Dies ruft uns ins
Gedächtnis, was wir schon in dem vorhergehenden Band gezeigt haben, dass
die Heilige Schrift lehrt, der Anbruch des Millenniums oder des Tages des
Herrn werde für die Welt und Namenkirche dunkel und stürmisch und voller
Trübsal sein; sein allererstes Dämmerungslicht hingegen werde voller
Trost und Aufmunterung für die Heiligen sein, die ihren Tost und Frieden
aus der ihnen im Evangelium vorgehaltenen Hoffnung schöpfen. Wie ein
Anker greift diese ihre Hoffnung hinüber über die Zeit der Drangsal und
setzt sich in den köstlichen Verheißungen des tausendjährigen
Sonnenaufganges und der tausendjährigen Herrlichkeit fest. Sie schauen
jenseits der Zeit der Trübsal die verheißene, herrliche Segensherrschaft.
Der
allgemeine Zustand der Welt heutigen Tages und die schnelle Entwicklung
von Sozialismus, Nihilismus und Kommunismus seit 1873, deren rückhaltloses
Ziel der Umsturz der gegenwärtigen Gewalten und die Neuverteilung der
Reichtümer der Welt ist, stimmt jedenfalls mit dem, was zu erwarten ist,
wenn diese Dinge in gewisser Beziehung auch noch so sehr von denen
abgeschwächt werden, die Gesetz, Ordnung und Friede lieb haben. Nur die,
die da sehen, dass die hereinbrechende Anarchie und Trübsal Gottes Mittel
sind, ein noch vollkommeneres Gesetz, eine noch bessere Ordnung und
dauerhaften Frieden herzustellen als bisher, werden vor überwältigender
Furcht bewahrt werden, wenn dies nun eintritt.
Aber
die siebente Epoche oder das Millennium nachzuweisen, ist es nicht allein,
was die Chronologie wertvoll macht; denn wenn wir auch verschiedene
prophetische Ketten nachweisen werden, die gänzlich unabhängig von der
Chronologie sind, so ist dieselbe doch das Maß, mit dem andere
prophetische Ketten hergestellt werden. Die vollständige Übereinstimmung
zwischen diesen zweierlei Zeitprophezeiungen, die einen von der
Chronologie abhängig, die andern unabhängig von derselben, ist ein sehr
starker Beweis, nicht nur, dass es richtig ist, die Chronologie so
anzuwenden, sondern auch, dass die Chronologie selbst, die diese Harmonie
zeigt, richtig ist. Es ist hier wie mit einem Schlüssel. Ein Schlüssel,
der ein schwierig zu öffnendes Schatzkästlein aufschließt, wird
sicherlich der rechte Schlüssel sein. Durch die nun folgende Chronologie
werden die verschiedenen prophetischen Aussagen über das Königreich
Christi und seine Aufrichtung in Einklang gebracht, indem sie ihre verhältnismäßige
Reihen- und Zeitfolge nachweist. Die Chronologie ist der Stamm oder Griff,
durch welchen all die prophetischen Zeitbeweise wie die Erhöhungen oder
Vertiefungen am Schlüssel zusammengehalten und gehandhabt werden.
Kurzgefasste
Berechnung der Chronologie
bis zum Jahre 6000 der Welt
Die
hier folgende kurzgefasste chronologische Berechnung mag schicklich
Bibelchronologie genannt werden, weil hierin nur der biblische Bericht bis
herab zum ersten Jahre des Cyrus, 536 v.Chr., verfolgt wird. Dies ist ein
wohlbegründetes und von Sachverständigen allgemein angenommenes Datum.
Hier endet der Faden biblischer Chronologie - ein wenig diesseits des
Zeitpunktes, da die Weltgeschichte zuverlässig zu werden anfängt. Dies
ist schon an und für sich ein bezeichnendes Merkmal göttlicher Leitung
und Vorsehung. Er hilft uns nur, wo wir uns selbst nicht zu halfen vermöchten.
Von
der Erschaffung Adams
| Bis
zum Ende der Sintflut ..................……………...... |
1656
Jahre |
| Von
da bis zum Bund mit Abraham......……................ |
427
“ |
| Von
da bis zum Auszug Israels und zur
Gesetzgebung.. |
430
“ |
| Von
da bis zur Teilung Kanaans.........……….............. |
46
“ |
| TDie
Periode der Richter..................…………........... |
450
“ |
| Die
Periode der Könige..................………….............. |
513
“ |
| Periode
der Verödung Palästinas..........…………........ |
70
“ |
| Von
da bis zum Jahre 1..........................……………... |
536
“ |
| Von
da bis zum Jahre 1873 n.Chr...................………... |
1872
“ |
|
Summe................................ |
6000
Jahre |
Möge
nun der Leser es für sich selbst ausrechnen, wenn wir jede dieser
Perioden für sich betrachten, und sehen, welch fester Grund für unseren
Glauben in Gottes Wort gelegt ist. Wir werden zwar Unterbrechungen in der
historischen Erzählung des Alten Testamentes vorfinden; doch, wenn wir
entdecken, dass Gott im Neuen Testamente Brücken bereitet, diese Klüfte
zu überspannen, so sollte das unsere Zuversicht erhöhen, dass Gott den
Bericht grade so eingerichtet hat, um seine Zeit und Zeitläufe zu
verbergen, bis seine bestimmte Zeit zur Kundmachung derselben gekommen sei
- gerade so wie er es, wie schon bemerkt, mit anderen Wahrheiten getan
hat.
Wir
wollen nun die vorher genannten Perioden einzeln und in der oben
angegebenen Reihenfolge bis herab zur Regierung des Cyrus untersuchen.
Nehmt eure Bibeln zur Hand und versichert euch, dass die Anführungen alle
richtig sind, damit ihr dies aufnehmen möge „nicht als Menschenwort,
sondern, wie es denn wahrhaftig ist, als Gotteswort.“
Chronologie
der Periode von der Schöpfung
Adams bis zum Tage, da die Erde wieder trocken war.
|
„Adam
war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn
...
und hieß ihn Seth.“ - 1. Mose 5:3.....…......... |
130
years |
|
„Seth
war 105 Jahre alt und zeugte Enos.“
-
1. Mose 5:6............................…………….... |
105
“ |
|
„Enos
war 90 Jahre alt und zeugte Kenan.“
-
1. Mose 5:9........................……………….... |
90
“ |
|
„Kenan
war 70 Jahre alt und zeugte Mahalaleel.“
-
1. Mose 5:12.................…………......…....... |
70
“ |
|
„Mahalaleel
war 65 Jahre alt und zeugte Jared.“
-
1. Mose 5:15..............................………..….. |
65
“ |
„Jared
war 162 Jahre alt und zeugte Henoch.“
-
1. Mose 5:18........................……………...... |
162
“ |
|
„Henoch
war 65 Jahre alt und zeugte Methusalah.“
-
1. Mose 5:21...............................…………... |
65
“ |
|
„Methusalah
war 187 Jahre alt und zeugte Lamech.“
-
1. Mose 5:25......................................…….... |
187
“ |
„Lamech
war 182 Jahre alt und zeugte einen Sohn
und
nannte
seinen Namen Noah.“ - 1. Mose 5:28..... |
182
“ |
|
„Noah
war 600 Jahre alt, als die Flut kam, Wasser
über
die Erde.“ - 1. Mose 7:6............................ |
600 “ |
|
Im
Ganzen, von der Erschaffung Adams bis zu dem Tag,
da
der Erdboden trocken war. - 1. Mose 8:13............. |
1656
years |
Nichts
Einfacheres und auf den Tag Genaueres als dies, könnte man erwarten.
Lasst uns nun die nächste Periode untersuchen.
Die
Periode von der Sintflut bis zum Bund mit Abraham
beim Tod seines Vaters Tarah
|
„Sem
zeugte Arphaksad, 2 Jahre nach der
Sintflut.“
- 1. Mose 11:10..................................... |
2
years |
|
„Arphaksad
war 35 Jahre alt und zeugte
Salah.“
- 1. Mose 11:12....................................... |
35 “ |
|
„Salah
war 30 Jahre alt und zeugte Eber.“ -
1.
Mose 11:14...................................................... |
30 “ |
|
„Eber
war 34 Jahre alt und zeugte Peleg.“ -
1.
Mose 11:16...................................................... |
34 “ |
|
„Peleg
war 30 Jahre alt und zeugte Regu.“ -
1.
Mose 11:18...................................................... |
30 “ |
|
„Regu
war 32 Jahre alt und zeugte Serug.“ -
1.
Mose 11:20...................................................... |
32 “ |
|
„Serug
war 30 Jahre alt und zeugte Nahor.“ -
1.
Mose 11:22...................................................... |
30 “ |
|
„Nahor
lebte 29 Jahre und zeugte Tarah.“ -
1.
Mose 11:24...................................................... |
29 “ |
|
„Und
Tarah war 205 Jahre alt und starb.“ -
1.
Mose 11:32...................................................... |
205
“ |
|
Summe:..............................………... |
427
years |
Dies
ist ebenfalls sehr einfach und genau.
Aber die nächste Periode ist nicht so leicht zu verfolgen; denn
die direkte Linie der Chronologie ist unterbrochen, und zwar bis nach dem
Auszug Israels aus Ägypten. Wir würden daher ganz unfähig sein, weiter
voranzuschreiten, wäre es nicht, dass Paulus und Stephanus, als Mundstücke
des Geistes, das fehlende Glied lieferten.
Die
Periode von dem Bund mit Abraham
bis zur Gesetzgebung
Paulus
erwähnt, dass die Länge dieser Periode vier hundert und dreißig Jahre
war. (Gal. 3:17.) Der Bund mit Abraham schloss die Verheißung des Landes
Kanaan zum ewigen Besitztum ein, und obwohl es dem Abraham, Isaak und
Jakob mehrere Male aufs neue zugesichert wurde, so war es doch immer ein
und derselbe Bund. (siehe 1. Mose 12:7, 8; 13:14-18; 26:3, 4; 35:9-12;
46:2-4; 50:24) Aus der Vergleichung von 1. Mose 12:1-5, 7 und Apg. 7:2-5
geht hervor, dass der Bund (gemäß vorangegangener Verheißung) gemacht
wurde, sobald als Abraham die Bedingungen vollständig erfüllt hatte, auf
welche hin er ihn erhalten sollte. Dies war der Fall, sobald er Kanaan
betreten hatte; und dieses geschah sogleich nach seines Vaters Ableben.
Derselbe starb auf dem Weg nach Kanaan in Haran. Indem so durch des
Stephanus Aussage das Datum des Bundes festgestellt ist - gleich nach
Tarahs Tod - wird zusammen mit der Aussage des Apostel Paulus, dass das
Gesetz vierhundert und dreißig Jahre nach dem Bund gegeben wurde, die
Kluft in der alttestamentlichen Chronologie durch das Neue Testament überbrückt.
Doch lasst uns den Bericht sorgfältig lesen und die Eigentümlichkeit
hervorheben, mit der diese Brücke aufgebaut ist:
„Und
Jehova hatte (vordem, ehe er Mesopotamien oder Ur der Chaldäer verließ)
zu Abram gesprochen: Gehe aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft
und aus deines Vaters (deiner Brüder, usw.) Haus, in das Land, das ich
dir zeigen werde. Und ich (wenn du dies tust) will dich zu einer großen
Nation machen“, usw. (1. Mose 12:1, 2; vergl. Apg. 7:2) Dies deutet an,
dass Gott dem Abraham den Bund in Aussicht gestellt hat, ehe sein Vater
Tarah starb, und ehe er nach Haran oder Charran übersiedelte. Doch
Bedingungen, die von seiten Abrahams Glauben und Gehorsam forderten, waren
gemacht worden, bevor der Bund tatsächlich geschlossen werden sollte.
Diese Bedingungen waren, dass er seinen Glauben an die Verheißung, dass
solch ein Bund mit ihm gemacht würde wird, dadurch bestätigen sollte,
dass er sein Vaterland und seine Freundschaft verließ und in das Land
ging, das ihm erst als das von Gott bestimmte bezeichnet werden sollte,
nachdem er in demselben angelangt war. Dies tat Abraham, und da sein Weib,
sein Neffe Lot und sein alter Vater seinen Glauben teilten und auch ihr Glück
mit ihm teilen wollten, so wurde ihnen dies gestattet; und so machten sich
diese vier nach dem verheißenen Land auf den Weg. Sein Vater Tarah starb
auf dem Weg in Haran, worauf Abraham nach Kanaan weiter zog, damit er
daselbst den Bund sicher und fest mache. Wie Stephanus den Israeliten erklärte:
„Und von da übersiedelte er ihn, nachdem sein Vater gestorben war, in
dieses Land, in welchem ihr jetzt wohnt.“ „Und Abram ging (hin aus
Haran), wie Jehova zu ihm geredet hatte.“ (Apg. 7:4; 1. Mose 12:4) Und
sogleich, nachdem er das Land betrat, wurde der Bund geschlossen. (siehe
1. Mose 12:5-7) Damit also haben wir den Zeitpunkt des Bundeschlusses und
den Anfang der vierhundert dreißig Jahre genau festgestellt. Derselbe
erfolgte sofort nach Tarahs Tod; und die Kette der Chronologie ist somit
bis zur Gesetzgebung vollständig. Die erste Einrichtung des Gesetzes war
das Passah, das am selben Tag, da Israel Ägypten verließ, gefeiert wurde.
- 2. Mose 12:41-43; 47; 50; 51
Im
Einklang damit lesen wir: „Das Wohnen der Kinder Israel, welche in Ägypten
gewohnt hatten, war 430 Jahre, es geschah an diesem selbigen Tag, da zogen
alle Heere Jehovas aus dem Land Ägypten.“ - 2. Mose 12:40-41; 51 -
Dekan Schmollers Parallelbibel.
Man
möchte meinen, dass die Aussage von Mose nicht mit der des Paulus übereinstimme.
(2. Mose 12:40-42; und Gal. 3:17) Der eine sage, dass die Zeit, welche die
Kinder Israel in Ägypten zugebracht haben, vierhundert und dreißig Jahre
betrage, und der andere, dass vom Bund mit Abraham bis zur Gesetzgebung
vierhundert und dreißig Jahre verflossen seien. Man schließt: Wenn von
Abrahams Betreten Kanaans bis zur Gesetzgebung nur vierhundert und dreißig
Jahre verflossen sind, da muss der Aufenthalt der Kinder Israel in Ägypten
ein viel kürzerer gewesen sein. Man sollte aber beachten, dass es nicht
heißt, Israel habe vierhundert und dreißig Jahre in Ägypten gewohnt,
sondern dass die ganze Dauer des Wohnens jenes Volkes, das eine Zeitlang
in Ägypten wohnte, vierhundert und dreißig Jahre währte: - „Das
Wohnen der Kinder Israel, die in Ägypten wohnten, war vierhundert und
dreißig Jahre.“ (Anmerkung: Andere übersetzen: Die Wohnzeit der
Kinder Israel, die sie in Ägypten wohnten, usw. Damit aber bringen sie
diese Stelle mit des Apostels Aussage in Widerspruch. Der Stellung der
Worte nach bezieht sich das die auf die Kinder Israel und nicht auf die
Wohnzeit der Kinder Israel.) Das Wohnen der Kinder Israel, von dem
hier die Rede, begann schon, als Abraham nach Kanaan kam. (Hebr. 11:8,9)
Israel wohnte in Abraham, Isaak und Jakob geradeso wie Levi dem
Mechisedeck den Zehnten gab, als er noch in den Lenden seines Vaters war.
- Hebr. 7:9, 10
Der
Bund mit Abraham trat in Kraft, als er nach dem Verlassen von Haran oder
Charran seinen Fuß auf Kanaan, das Land der Verheißung, setzte. Von da
an wurde er und in ihm das ganze, obwohl noch ungeborene Israel, Erben der
verheißenen Güter und sie waren Wanderer oder Pilgrimme, die auf Gottes
Erfüllung der Verheißung warteten. Dieses Wohnen dauerte vierhundert und
dreißig Jahre, bis auf den Tag, als Israel Ägypten verließ und jene
erste Gesetzeseinrichtung - das Passah - empfing. Die Aussagen von Mose,
wie von dem Apostel Paulus, beziehen sich demnach auf genau denselben
Zeitabschnitt und geben somit die bestimmte Gewissheit, dass von dem Bund
mit Abraham bis zum Geben des Gesetzes vierhundert und dreißig Jahre
verflossen sind. Paulus legte besonderen Nachdruck darauf, dass das Passah
als der Anfang des Gesetzes angesehen werden muss (was Mose auch zeigt, 2.
Mose 12:42, 47, 50), und Mose lege besonderen Nachdruck auf die
Genauigkeit der Periode - bis auf einen Tag.
Somit
haben wir unsern dritten Abschnitt deutlich festgestellt. Und wenn wir die
Genauigkeit sehen, mit welcher der Herr bis auf einen Tag die Zeit angibt,
um dieses Glied in der Kette der Chronologie darzureichen, so gibt das
feste Zuversicht, besonders wenn wir überlegen, dass wahrscheinlich
solche Genauigkeit früher für die Kirche gar keine Bedeutung hatte und
nur gegeben ist, um jetzt verwandt zu werden.
Die
Periode vom Auszug bis zur Teilung Kanaans unter die zwölf Stämme
Auf
Israels vierzig Jahre oder den „Tag der Versuchung in der Wüste“ (5.
Mose 8:2; Ps. 95:8-10; Hebr. 3:8, 9), folgten sechs Jahre des Krieges in
Kanaan und die Einteilung des Landes unter die Stämme. Ein Jahr, ein
Monat und fünf Tage verflossen seit ihrem Fortgang aus Ägypten bis zu
ihrem Aufbruch vom Sinai nach Paran. (4. Mose 33:3; 10:11-13) Und von hier
aus, von Kadesch-Barnea in der Wüste Paran, wurden die Kundschafter
ausgesandt. (4. Mose 13:3-26; 32:8-13.)
Als einer derselben, Kaleb, bei der Teilung des Landes (Josua
11:23; 10:42) um seinen Anteil nachsuchte, sagte er: „Vierzig Jahre war
ich alt, als Mose, der Knecht Jehovas, mich aussandte, von Kadesch-Barnea,
das Land auszukundschaften, und ich brachte ihm Antwort. ... Und nun siehe,
Jehova hat mich leben lassen, so wie er geredet, diese fünfundvierzig
Jahre, seitdem Jehova dieses Wort zu Mose geredet, als Israel in der Wüste
umherwanderte; und nun siehe, ich bin heute fünf und achtzig Jahre
alt.“ (Josua 14:7, 10, 13) Hieraus wird man ersehen, dass es von der
Erkundung des Landes bis zur Austeilung desselben unter die Stämme, wie
von Josua bestätigt wird, fünf und vierzig Jahre war, und ein wenig über
ein Jahr vom Auszug bis zur Aussendung der Kundschafter, was zusammen vom
Auszug bis zur Teilung des Landes volle sechs und vierzig Jahre und ein
wenig darüber macht. (Anmerkung: Wir berechnen nur die vollen Jahre,
da eine genauere Berechnung unmöglich ist. Manchmal, wie oben, sind die
Jahre um einen Bruchteil länger; manchmal sind sie kürzer, wie im Fall
der Regierung des Zedekia. Von Zedekia heißt es, dass er elf Jahre
regiert habe (2. Chron. 36:11; Jer. 52:1); aus dem vierten bis siebenten
Vers des letzteren Kapitels geht jedoch hervor, dass seine tatsächliche
Regierung zehn Jahre, vier Monate und neuen Tage war. Wir glauben, dass
diese Jahresbruchteile sich gegenseitig aufheben; und wir sind gewiss,
dass der Herr die Sache so überwaltet und geordnet hat; wobei uns der
Ausgang der Berechnung und die davon abzuleitenden Resultate und die
Genauigkeit sogar in einigen großen schon betrachteten Perioden unterstützt:
Als Beispiel für die Sorgfalt und Genauigkeit Gottes in dieser Sache
siehe 1. Mose 7:11; 8:13; 2. Mose 12:40, 41) Da die ersten vierzig
Jahre dieses Abschnittes, wie von vielen Schriftstellen nachgewiesen wird,
besonders von Apg. 7:36 und Hebr. 3:9, in der Wüste zugebracht wurden, so
fallen die bis zur Teilung des Landes übriggebliebenen sechs dem
Aufenthalt in Kanaan zu, während welcher die Eroberung und Besitznahme
des Landes der Verheißung vor sich ging.
Die
Periode der Richter
Wir
kommen nun zu dem schwierigsten Teil der Chronologie, zur Periode von der
Teilung des Landes bis zur Salbung Saulus zum König. Man nennt sie gewöhnlich
die Periode der Richter, obgleich nicht in einem fort Richter im Amt waren.
Der im Buch der Richter und im ersten Buch Samuel gegebene Bericht gibt
neunzehn Zeitabschnitte an, die im ganzen annähernd vierhundert und fünfzig
Jahre ausmachen. Aber sie sind ohne Zusammenhang, unterbrochen, übereinander
greifend und so verwickelt, dass wir von ihnen zu keinem bestimmten
Schluss gelangen können. Wir würden also genötigt sein, wie andere
getan haben, uns zu sagen, dass man über diesen Gegenstand nichts
Bestimmtes wissen könne, wäre es nicht, dass das Neue Testament uns
diesen Mangel ersetzt. Paulus sagt von der Zeit, nachdem Gott das Land
unter sie durchs Los verteilt hatte: „Und nach diesem, bei (während)
450 Jahren, gab er Richter bis auf Samuel, den Propheten. Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen
Saulus.“ - Apg. 13:20-21
In
der uralten syrischen Übersetzung des Neuen Testamentes, die fast älter
ist als alle griechischen Manuskripte, lautet es so: „Und für 450 Jahre
gab er ihnen Richter bis zu Samuel, den Propheten“ - dem letzten der
„Richter“.
Diese
Aussage des Apostel Paulus über die Länge der Richterperiode nehmen wir
als ausdrücklich beabsichtigte Lösung der Schwierigkeiten an. Nur in
zwei Fällen - in Betreff der vierhundert und dreißig Jahre vom
Bundesschluss bis zum Gesetz und dieser Richterperiode - ist irgendwelche
gegründete Ungewissheit in der alttestamentlichen Chronologie, und beide
sind so deutlich im Neuen angegeben. Können wir annehmen, dass dies bloß
vom Zufall kam? Viel vernünftiger ist es, dass Gott diese Sache zuerst
verbarg, indem er den alttestamentlichen Bericht unvollständig ließ, und
dass er den Mangel im Neuen Testament ersetzte, so dass, wenn seiner Zeit
die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden würde, diejenigen, die zur
Vergleichung der Berichte genügendes Interesse besitzen, die fehlenden
Glieder finden; und wie vernünftig erscheint es auch, dass Gott dies
ausdrücklich tat, damit man seine Abhängigkeit von ihm, dem großen
Zeitenlenker, lernen sollte.
Die
Periode der Könige
Die
Regierung Saulus war in oder während dem vierzigjährigen Abschnitt, der
auf den letzten Richter folgte, bis David zum König gesalbt wurde, wie
wir oben gezeigt haben; und die folgenden Abschnitte der davidischen Könige
sind leicht in den Büchern der Chronika zu finden:
| Saulus
„Abschnitt“...... |
Apg.
13:21.......... |
40
Jahre |
| David
regierte............. |
1
Chron. 29:27.......... |
40
“ |
| Salomo
“ ................. |
2
Chron. 9:30.......... |
40
“ |
| Rehabeam
“ ............ |
“
“ 12:13.......... |
17
“ |
| Abija
“ .................... |
“
“ 13:2
.......... |
3
“ |
| Asa
“ ...................... |
“
“ 16:13.......... |
41
“ |
| Josaphat
“ ............... |
“
“ 20:31.......... |
25
“ |
| Joram
“ ................... |
“
“ 21:20.......... |
8
“ |
| Ahasja
“ .................. |
“
“ 22:2
.......... |
1
“ |
| Athalja
“ ................. |
“
“ 22:12.......... |
6
“ |
| Joas
“ ...................... |
“
“ 24:1
.......... |
40
“ |
| Amazja
“ ................. |
“
“ 25:1
.......... |
29
“ |
| Ussija
“ ................... |
“
“ 26:3
.......... |
52
“ |
| Jotham
“ .................. |
“
“ 27:1
.......... |
16
“ |
| Ahas
“ ..................... |
“
“ 28:1
.......... |
16
“ |
| Hiskia
“ ................... |
“
“ 29:1
.......... |
29
“ |
| Maasse
“ .................. |
“
“ 33:1
.......... |
55
“ |
| Amon
“ .................... |
“
“ 33:21.......... |
2
“ |
| Josiah
“ ................... |
“
“ 34:1
.......... |
31
“ |
| Jojakim
“ ................. |
“
“ 36:5
.......... |
11
“ |
| Zedekia
“ ................. |
“
“ 36:11.......... |
11
“ |
| |
Summe................... |
513
Jahre |
Die
siebzig Jahre der Verödung
Das
bringt uns zur Periode der Verödung des Landes, die siebzig Jahre dauerte
und mit der Rückkehr des Volkes von Babylon, im ersten Jahr des Cyrus,
536 Jahre vor Christus, endete. (siehe 2. Chron. 36:20, 23) Dieses
letztere Datum ist von der Weltgeschichte wohl verbürgt, und über
dasselbe reicht die biblische Chronologie nicht hinaus.
Periode
von der Rückkehr Israels aus Babylon bis 1873 nach Christo
Die
Periode von der Zeit der Rückkehr der Juden aus Babylon, am Ende der
siebzigjährigen Verödung ihres Landes, im ersten Jahre des Cyrus, bis
herab zu dem Datum, das als das Jahr 1 n.Chr. bekannt ist, wird nicht
durch biblische Geschichte umfasst. Jedoch, wie schon gesagt, sie ist von
der Weltgeschichtsforschung mit Sicherheit als eine Periode von 536 Jahren
festgestellt. Ptolemäus, ein griechisch - ägyptischer Gelehrter, ein
Geometer und Astronom, hat diese Zahlen wohl verbürgt. Sie sind von den
Gelehrten allgemein angenommen und als der ptolemäische Kanon bekannt.
Somit
haben wir eine deutliche und zusammenhängende, chronologische Linie von
der Schöpfung bis zum Anfang der christlichen Zeitrechnung oder bis zur
Geburt Jesu Christi. Alles in allem ist es ein Zeitabschnitt von
viertausend einhundert und acht und zwanzig (4128) Jahren, die zusammen
mit achtzehn hundert und zwei und siebzig Jahren der christlichen
Zeitrechnung von der Schöpfung bis zum Jahre 1873 n.Chr.
sechstausend Jahre ausmachen.
Es
wird für einige interessant sein zu wissen, worin sich die obige
Chronologie von der in den Randbemerkungen der gewöhnlichen (englischen)
Bibelversionen unterscheidet, welche als Ushers Chronologie bekannt ist.
Der Unterschied zwischen den beiden bis zur Zeit der siebzig Jahre der Verödung
beträgt einhundertvierundzwanzig (124) Jahre. Diese Differenz entsteht
aus vier Perioden von 18, 4, 2 und 100 Jahren, wie folgt:
Usher
datiert die siebzig Jahre der Verödung achtzehn Jahre früher, als oben
gezeigt, das heißt vor der Entthronung Zedekias, des letzten Königs von
Juda, weil er sich gedacht hatte, dass in jener Zeit der König von
Babylon viele Leute gefangennahm. (Man bemerke dennoch, dass diese
Teilgefangenschaft elf und nicht achtzehn Jahre vor der Entthronung
Zedekias geschah.) 2. Chron. 36:9, 10, 17; 2. Könige 24:8-16
Er
macht offensichtlich den nicht ungewöhnlichen Fehler, jene siebzig Jahre
als eine Zeit der Gefangenschaft zu betrachten, wohingegen der Herr sie
ausdrücklich als siebzig Jahre der Verödung des Landes erklärt, wo das
Land „verödet und ohne einen Bewohner“ brachliegen sollte. Dies war
vor Zedekias Entthronung nicht der Fall (2. Könige 24:14). Aber die Verödung,
welche Zedekias Sturz folgte, war gänzlich, obwohl einige Arme des Landes
als Weingärtner und Ackersleute zurückgelassen wurden. (2. Könige
25:12) Kurz darauf flohen auch diese - „alle Leute, vom Kleinsten bis
zum Größten“ - wegen der Furcht vor den Chaldäern nach Ägypten (Vers
26). Es kann hier keinen Zweifel geben: und deshalb sollten in der
Berechnung der Zeit der Verödung alle Perioden bis zum Ende der
Herrschaft Zedekias einbezogen werden, wie wir es getan haben.
Die
vier Jahre Unterschied sind in der Herrschaft Jorams zu finden. Usher gibt
sie als ein Herrschen von vier Jahren an, während die Bibel sagt, dass es
acht Jahre waren. (2. Chron. 21:5; 2. Könige 8:17)
Von
den zwei Jahren Unterschied ist ein Jahr in der Bezeichnung der Herrschaft
des Ahas zu finden, welche Usher als 15 Jah