Studies in the Scriptures

Tabernacle Shadows

 The PhotoDrama of Creation

 

 

SCHRIFTSTUDIEN 

BAND 2 - DIE ZEIT IST HERBEIGEKOMMEN

 

 Studie 5

Die Art und Weise des zweiten Adventes, der Wiederkunft
und Erscheinung unseres Herrn

Der Einklang zwischen der Wiederkunft unseres Herrn mit anderen Zügen des göttlichen Planes.Wie und wann die Kirche ihn sehen wird.Wie und wann die Herrlichkeit des Herrn so offenbart wird, dass alles Fleisch miteinander sie schauen wird.Scheinbar sich widersprechende Aussagen als übereinstimmend nachgewiesen.Er kommt „wie ein Dieb“, „nicht mit äußerlichen Gebärden“, und doch „mit einem Feldgeschrei“, mit „Stimmen“ und mit dem Schall der „letzten Posaune“.„Er wird offenbart mit Feuerflammen, um Rache zu geben“, und doch wird er „kommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen in den Himmel.“Der Nachweis, wie wichtig im Zusammenhang hiermit prophetische Zeitrechnung ist.Wie die gegenwärtigen Anzeichen damit stimmen.

Die rasch zu ihrem Ende eilenden Zeiten der Nationen, wovon wir soeben handelten, sowie die Gewissheit, dass die Erfüllung der Hoffnung der Kirche diesem Schluss vorangehen muss, dient nur dazu, den Appetit derer zu schärfen, die auf den Trost Israels warten. Heißhungrig nach irgendwelcher Belehrung, die der Vater durch die Propheten gegeben haben mag, werden sie gerne wissen mögen, was die „Ernte“, das Ende oder die Schlussperiode dieses Zeitalters auf sich habe; wie die Trennung des Weizens vom Scheinweizen unter den noch lebenden Gliedern der Kirche vor sich gehen werde; und wann der Zeitpunkt der Verwandlung der Überwinder, um bei ihrem Herrn und Haupt und „wie er ist“ zu sein, eintreten mag.

Um jedoch die Vernünftigkeit der prophetischen Lehre über diese tief interessanten Gegenstände recht würdigen zu können, ist es unbedingt notwendig, dass wir betreffs des Zweckes der Wiederkunft unseres Herrn, sowie auch über die Art und Weise, in welcher er offenbart werden wird, klare Anschauungen haben; dass der Zweck seiner Wiederkunft der ist, jeden, der „da will“, zu Gott zurückzubringen, indem er ihn seiner Herrschaft, seiner Lehre und seiner Zucht unterwirft (was die Schrift Richten und Segnen nennt), davon, hoffen wir, sind alle Leser dieses Bandes durch das Lesen des ersten Bandes völlig überzeugt worden. Die Art und Weise des zweiten Adventes des Herrn ist daher an dieser Stelle von alles überragender Wichtigkeit, ehe wir in unsrem Studium über die Zeit der Ernte usw. fortfahren. Beim Studium der Art und Weise der Wiederkunft unseres Herrn muss der Zweck derselben klar im Auge behalten werden; und diese beiden, wenn man ans Erforschen der Zeit geht. Das ist nötig, um irrige Ansichten aus dem Wege zu halten, welche die Gedanken mancher schon im voraus eingenommen haben und sich auf falsche Ansichten sowohl betreffs des Zweckes als auch betreffs der Art der Wiederkunft unseres Herrn gründen.

Erfasse und halte die schon nachgewiesene Tatsache so fest als möglich im Sinn: Gottes durch Christum hinauszuführender Plan ist ein harmonisches Ganzes; und das Werk des zweiten Adventes verhält sich zu dem Werke des ersten wie Wirkung zur Ursache. Das ist: Das große Wiederherstellungswerk beim zweiten Advent folgt dem am ersten Advent vollbrachten Erlösungswerk dem göttlichen Plan gemäß als logische Folge. Die Wiederkunft des Herrn ist daher der Millennium-Tages Anbruch der Hoffnung für die Welt, die Zeit der Austeilung der durch die Erlösung gesicherten Gnaden. Das christliche Zeitalter ist bloß eine dazwischen eingeschobene Einschaltung, während welcher die Braut Christi ausgesucht wird, um mit ihrem Herrn an dem großen Werk der Restitution (Wiederherstellung), das er auszuführen kommt, teilzunehmen.

Da nun die während des christlichen Zeitalters sich entwickelnde Herauswahl (Kirche oder Gemeinde) mit ihrem Herrn in dem großen Wiederherstellungswerk des Tausendjahrzeitalters oder Millenniums vereint sein soll, so muss Christi erstes Werk bei seinem zweiten Advent das der Sammlung seiner Herauswahl (Kirche) sein. Darauf nimmt der Prophet Bezug, wenn er sagt: „Versammelt mir meine Frommen, die meinen Bund geschlossen haben beim Opfer.“ (Ps. 50:5) Diese Sammel- oder Einerntezeit ist die Übergreifperiode zweier Zeitalter. Das eine beginnt, wie gezeigt werden wird, vierzig Jahre, ehe das andere ausläuft. Mit dieser Periode endet das christliche Zeitalter und wird das Millennium eingeführt. (siehe Band 1 und die Karte der Zeitalter.) Diese Ernteperiode vollführt nicht nur die Trennung der Weizenklasse, sondern sie bringt auch das Verbrennen (Vernichten) des Scheinweizens zuwege. (Nicht die Vernichtung der Personen als solche, sondern als Schein- oder nachgeahmten Weizen. Das Feuer der Vernichtung ist eben sowohl symbolisch wie der Scheinweizen.) Ebenso findet in dieser Endperiode das Sammeln und die Vernichtung der verderbten Frucht des „Weines der Erde“ -menschlicher Ehrsucht, Habsucht und Selbstsucht - statt, die jahrhundertlang in den Reichen dieser Welt und in den verschiedenen bürgerlichen und sozialen Organisationen unter den Menschen wuchsen und reiften.

Obwohl wir zeigten, als wir über den Zweck der Wiederkunft unseres Herrn handelten, dass es eine persönliche Wiederkunft sein würde, so möchten wir doch noch einmal den Leser warnen, vor Gedankenverwirrung auf seiner Hut zu sein, wenn er die beiden scheinbar sich widerstreitenden Aussprüche unseres Herrn betrachtet: - „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis zur Vollendung des Zeitalters“, und: „Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und ich komme wieder und werde euch zu mir nehmen.“ (Matth. 28:20; Joh. 14:2, 3) Das Folgende mag als eine Verdeutlichung der Harmonie beider Verheißungen dienen: - Ein Freund sagte zu einem anderen, als sie sich trennen wollten: Wisse, ich werde auf deiner ganzen Reise bei dir sein. Wie? Sicherlich nicht in Person; denn gerade jetzt nahmen sie nach entgegengesetzter Richtung gehende Züge. Die Meinung war, dass sie in gegenseitiger Liebe, im Angedenken, im Anteilnehmen nicht getrennt sein würden. In ähnlichem, jedoch viel völligem Sinn ist der Herr stets mit seiner Herauswahl gewesen. Seine göttliche Macht befähigte ihn, sie vom Anfang bis zum Ende zu überwachen, zu leiten und ihr beizustehen. Wir handeln aber jetzt nicht von der Gegenwart unseres Herrn in einem bildlichen Sinn, sondern von der Art und Weise seiner persönlichen Gegenwart und Erscheinung, „wenn er kommen wird an jenem Tag, um verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert in allen denen, die geglaubt haben.“

Die Schrift lehrt, dass Christus wiederkommt, um zu herrschen, dass er herrschen muss, bis er alle Feinde unterworfen hat - bis er alle Hindernisse, alles, was der großen Wiederherstellung, die er zu vollbringen kommt, im Wege steht, beseitigt hat - bis der letzte Feind, der Tod, gestürzt ist (1 Kor. 15:25, 26); und dass er tausend Jahre herrschen wird. Es ist darum auch nur, wie man es erwarten sollte, dass wir dem zweiten Advent und seinen tausend Jahren triumphierender Herrschaft und der Beseitigung des Bösen in den Prophezeiungen viel mehr Raum gewidmet finden als den vierunddreißig Jahren des ersten Adventes, der Erlösung. Und wie wir gesehen haben, dass die Prophezeiungen die verschiedenen wichtigen Punkte jener vierunddreißig Jahre von Bethlehem und Nazareth bis zu der Galle und dem Essig, dem Teilen der Kleider, dem Kreuz, dem Grab und der Auferstehung berührten, so finden wir, dass die Prophezeiung gleichfalls die verschiedenen Punkte der tausend Jahre der zweiten Gegenwart, besonders ihren Anfang und Schluss, schildert.

Die zweite Gegenwart unseres Herrn wird einen viel längeren Zeitraum umschließen als die erste. Die Mission seines ersten Adventes war in weniger als vierunddreißig Jahren beendet, während es tausend Jahre erfordern wird, das für seinen zweiten Advent bestimmte Werk zu vollführen. Und so kann leicht erkannt werden, dass, während das Werk des ersten Adventes nicht minder wichtig war, ja, obgleich es so wichtig war, dass ohne dasselbe das Werk des zweiten Adventes nie möglich geworden wäre, es doch nicht so mannigfaltig war und folglich weniger Beschreibung erforderte als das Werk des zweiten Adventes.

Beim Betrachten des zweiten Adventes müssen wir ebenso wenig wie beim ersten Advent erwarten, dass alle Prophezeiungen einen besonders bedeutungsreichen Moment der Ankunft unseres Herrn bezeichnen und die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Tatsache seiner Gegenwart lenken. Das ist nicht, wie Gott gewöhnlich verfährt. Das war beim ersten Advent nicht der Fall. Derselbe war durch kein plötzliches oder überraschendes, Aufsehen erregendes Ereignis angezeigt, sondern er wurde durch eine allmähliche Erfüllung der Weissagung kundgemacht und erwiesen, die nachsinnenden Beobachtern zeigte, dass die Ereignisse, die zu erwarten waren, zur richtigen Zeit geschahen. Und so wird es bei seinem zweiten Advent auch sein. Es ist von geringerer Wichtigkeit, dass wir genau den Augenblick seiner Ankunft entdecken, als dass wir die Tatsache seiner Gegenwart, wann er angekommen ist, erkennen; ebenso wie es beim ersten Advent wichtig war, dass man seine Gegenwart zu erkennen vermochte, und je eher desto besser, aber viel weniger wichtig, dass man genau das Datum seiner Geburt wusste. Beim Betrachten des zweiten Adventes ist meistenteils der Akt des Kommens und der Moment der Ankunft der Gedanke, der vorschwebt, während es der Gedanke an eine Periode der Gegenwart sein sollte, wie der erste Advent eine solche war. Der genaue Augenblick, mit dem diese Gegenwart anhebt, würde dann weniger wichtig erscheinen und sein Zweck und Werk während der Zeit seiner Gegenwart größere Beachtung erfahren.

Wir müssen auch im Sinn behalten, dass unser Herr kein menschliches Wesen mehr ist, dass er sich selbst als menschliches Wesen zum Lösegeld oder Kaufpreis für den Menschen gab, zu welchem Zweck er eben Mensch wurde. (1. Tim. 2:6; Hebr. 10:4, 5; 1. Kor. 15:21, 22) Er ist jetzt hoch erhöht zur göttlichen Natur. Daher sagt auch Paulus: „Wenn wir auch Christum nach dem Fleisch erkannt haben, so erkennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so.“ (2. Kor. 5:16) Er wurde „als lebendigmachender Geist“ vom Tode erweckt (1. Kor. 15:45) und nicht als ein Mensch, von der Erde und irdisch. Er ist in keinem Sinn oder Grad mehr menschlich, denn wir müssen nicht vergessen, was wir gelernt haben (siehe Band 1, Studie 10), dass Naturen verschieden und getrennt sind. Da er nun in keinem Sinn oder Grad mehr ein menschliches Wesen ist, so dürfen wir nicht erwarten, dass er als menschliches Wesen kommt wie am ersten Advent. Sein zweites Kommen wird in ganz anderer Weise geschehen, sowie auch zu einem ganz anderen Zweck.

Wenn wir den Umstand uns anmerken, dass der Wechsel unseres Herrn bei seiner Auferstehung von der menschlichen Natur zur göttlichen Natur sogar ein größerer Wechsel war, als der, welcher vierunddreißig Jahre vorher stattfand, als er die Herrlichkeit eines Geistwesens niederlegte und „Fleisch ward“, dann können wir auch mit großem Nutzen jede seiner Handlungen während der vierzig Tage nach seiner Auferstehung, ehe er „zum Vater“ ging, auf das Genaueste betrachten; denn der auferstandene Jesus jener vierzig Tage ist es, der wiederkommen soll, und nicht der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als unser Lösegeld in den Tod gab. Er, der „getötet im Fleisch“ wurde „aber lebendig gemacht im Geist.“  (Anmerkung: Da die Herauswahl (Kirche) „verwandelt“ werden soll, damit sie wie Christus werde, so ist klar, dass der Wechsel, der am Haupt eintrat, ähnlicher Art gewesen sein muss als der, welcher als für die Überwinder in Bereitschaft gehalten beschreiben wird. Diese sollen ebenfalls von der menschlichen zur geistigen Natur verwandelt werden und sein, wie er ist - „teilhaftig der göttlichen Natur. “Daher ist die folgende Beschreibung der Verwandlung der Heiligen auch auf ihren Herrn anwendbar, nämlich: - „Es wird gesäet in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit; es wird gesäet in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft; es wird gesäet ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistiger Leib.“ - 1. Kor. 15:43-44)

Bei seinem zweiten Advent kommt er nicht, um den „vorhandenen Gewalten“ untertan zu sein, um dem Cäsar Steuern oder Tribut zu zahlen, und um Erniedrigung, Ungerechtigkeit und Gewalttat zu ertragen; sondern er kommt, um zu herrschen und alle Gewalt im Himmel und auf Erden auszuüben. Er kommt nicht mit dem Leib seiner Erniedrigung, mit einem menschlichen Leib, geringer als sein vormaliger herrlicher Leib (Hebr. 2:9), sondern mit seinem herrlichen geistigen Leib, welcher „der Abglanz der Herrlichkeit und der Abdruck des Wesens“ des Vaters ist. (Hebr. 1:3) Denn um seines Gehorsams willen bis zum Tod ist er nun hoch zur göttlichen Natur und zum göttlichen Ebenbild erhöht und ihm ist ein Name gegeben, der über alle Namen ist - der Name des Vaters allein ausgenommen. (Phil. 2:9; 1. Kor. 15:27) Der Apostel zeigt, dass es „noch nicht erschienen“ oder unserem menschlichen Verstand offenbart ist, was er jetzt ist; folglich wissen wir auch nicht, was wir sein werden, wenn wir werden, wie er ist. Aber wir (die Herauswahl) können in der Gewissheit frohlocken, dass wir eines Tages bei ihm und wie er ist, sein und ihn sehen werden, wie er ist (1. Joh. 3:2); nicht wie er in der Erniedrigung bei seinem ersten Advent war, als er sich seiner früheren Herrlichkeit entäußert und um unsertwillen arm geworden war, damit wir durch seine Armut reich würden.

Wenn wir die Weisheit und Klugheit der Verfahrungsweise unseres Herrn in der Kundmachung seiner Gegenwart nach seiner Auferstehung, wie auch vordem seinen Jüngern gegenüber, betrachten, so mag uns das zu dem Gedanken verhelfen, dass dieselbe Weisheit sich in seiner Offenbarungsweise bei seinem zweiten Advent betätigen wird sowohl der Kirche als auch der Welt gegenüber. Natürlich muss die Verfahrungsweise nicht notwendig in jedem einzelnen Fall die gleiche sein, sondern der Sache angemessen. Diese ist niemals, die Menschen in Beunruhigung und Aufregung zu versetzen, sondern ihr kühles, ruhiges Urteil für die großen, ihnen eindrücklich gewordenen Wahrheiten überzeugend zu gewinnen. Unseres Herrn erster Advent war kein überraschendes, aufregendes oder gar in Aufruhr versetzendes Ereignis. Wie ruhig und ohne sich aufzudrängen kam er! So sehr war dies der Fall, dass nur solche, die Glauben und Demut besaßen, fähig waren, in dem niedrig geborenen Kind, in dem Mann der Schmerzen, in dem Freund der Niedrigen und Armen und in dem schließlich Gekreuzigten den lang ersehnten Messias zu erkennen.

Nach seiner Auferstehung musste der Natur der Sache nach die Kundmachung seiner Gegenwart eine viel erstaunlichere Sache sein, besonders wenn seine veränderte Natur in Betracht gezogen wird. Doch die Tatsache seiner Auferstehung mitsamt der Tatsache seiner Naturveränderung musste völlig kund und offenbar gemacht werden; damals zwar noch nicht aller Welt, wohl aber den auserwählten Zeugen, die den kommenden Geschlechtern ein glaubwürdiges Zeugnis über diese Tatsachen geben sollten. Wäre damals alle Welt mit der Tatsache bekannt gemacht worden, so würde das bis auf uns gekommene Zeugnis aller Wahrscheinlichkeit nach viel weniger glaubwürdig sein. Es wäre durch menschliche Meinungen gefärbt und verdreht und mit ihren Traditionen vermischt worden, so dass die Wahrheit beinahe oder ganz und gar unglaubhaft erscheinen möchte. Gott vertraute es nur auserwählten, treuen und würdigen Zeugen an; und wenn der Leser die Erzählung recht ins Auge fasst, so wird er bemerken, wie vollständig der Zweck erreicht wurde und wie klar, wie gewiss und wie überzeugend der ihnen dargebotene Beweis für die Auferstehung und Verwandlung Christi war. Beachte auch die Sorgfalt, die er anwandte, um sie nicht zu beunruhigen oder unnötig aufzuregen, als er ihnen diese großen Wahrheiten kundtat und bewies. Und sei gewiss, dass dieselbe Weisheit, Klugheit und Fähigkeit in seiner Verfahrungsweise gehandhabt werden wird, die Tatsache seiner glorreichen Gegenwart bei seinem zweiten Advent kund zu machen. Hier wie dort wird kühles, ruhiges Urteil überführt werden, wenn auch die Welt im allgemeinen erst durch schwere Züchtigungen zu der rechten Stellung, das Zeugnis empfangen zu können, gebracht werden muss, während die, deren Herzen rechter Art sind, die glückselige Kunde früher erhalten. Die Beweise für seine Auferstehung und Verwandlung zur geistigen Natur wurden seinen Jüngern nicht alle auf einmal gegeben, sondern nach und nach, wie sie fähig waren, es zu tragen, und in einer Weise, darauf berechnet, den tiefsten Eindruck zu machen.

Während der drei und ein halb Jahre der Amtsverwaltung unseres Herrn hatten seine Jünger Freunde, Ruf, Geschäft usw. geopfert, um ihre Zeit und Kraft der Verkündigung der Gegenwart des Messias zu widmen. Begreiflicherweise aber hatten sie sehr unrichtige Ideen betreffs der Art und Weise und der Zeit der Erhöhung ihres Meisters und ihrer ihnen verheißenen Erhöhung mit ihm. Volle Erkenntnis war damals auch nicht notwendig. Es war vollständig genügend, dass sie getreulich jeden Schritt taten, als es an der Zeit war; daher lehrte sie ihr Meister ganz nach und nach, wie sie fähig waren, es aufzunehmen. Und nahe am Ende seiner irdischen Laufbahn, sagte er: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.... Das Kommende wird er euch verkündigen und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ - Joh. 16:12, 13; 14:26

Wer mag ihre Enttäuschung beschreiben, wenn sie auch so weit als möglich dagegen bewaffnet worden waren, als sie ihn, dessen Königreich und Herrlichkeit sie erwartet und verkündet hatten (und was nur fünf Tage vor seiner Kreuzigung der Verwirklichung so nahe erschienen war - Joh. 12:1, 12-19), plötzlich von ihnen gerissen und als einen Verachteten schmachvoll gekreuzigt sahen? Obwohl sie wussten, dass er fälschlich angeklagt und ungerechterweise gekreuzigt worden war, so änderte das die Tatsache nicht, dass ihre langgehegte nationale Lieblingshoffnung auf einen jüdischen König, der ihre Nation zu Einfluss und Macht wiederherstellen würde, zusammen mit ihren eigenen, persönlichen Hoffnungen, Zielen und Luftschlössern einflussreicher Stellungen und hoher Ehren in dem Königreich, alles urplötzlich durch die unglückliche Wendung, welche die Verhältnisse in der Kreuzigung ihres Königs genommen hatten, in Stücke zerschlagen worden waren.

Gar wohl wusste der Meister, wie verlassen und ziellos und ratlos sie sich fühlen würden; denn so steht vom Propheten geschrieben: „Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden.“ (Sach. 13:7; Mark. 14:27) Und während der vierzig Tage zwischen seiner Auferstehung und Auffahrt war es seine Hauptbemühung, sie wieder zu sammeln und ihren Glauben an ihn als den lang ersehnten Messias wiederherzustellen, indem er ihnen die Tatsache seiner Auferstehung nachwies, und dass er seit seiner Auferstehung, obgleich er noch dieselbe Persönlichkeit war, doch kein menschliches Wesen mehr, sondern ein erhöhtes Geistwesen sei, das „alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ besitze. - Matth. 28:18

Er brachte ihnen die Botschaft seiner Auferstehung nach und nach bei; zuerst durch die Weiber (Maria Magdalena und Johanna, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome, und andere bei ihnen - Mark. 16:1; Luk. 24:1, 10), die frühe mit wohlriechenden Spezereien zum Grab kamen, um seinen toten Leib zu salben. Während sie sich besorgten, wen sie holen sollten, um den Stein von der Tür des Grabes zu wälzen, siehe, da geschah ein Erdbeben, und als sie hinkamen, fanden sie den Stein weggewälzt und einen Engel des Herrn darauf sitzen, der sie folgendermaßen anredete: „Fürchtet ihr euch nicht, denn ich weiß, dass ihr Jesum, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her, sehet die Stätte, wo der Herr gelegen hat, und geht eilends hin und saget seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist; und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa, daselbst werdet ihr ihn sehen.“ - Matth. 28:5-7

Es scheint, dass Maria Magdalena sich von den andern Weibern trennte und lief, es Petrus und Johannes zu sagen (Joh. 20:1,2), während die andern gingen, es den übrigen Jüngern zu melden, und dass, nachdem sie ihre Gefährtinnen verlassen, Jesus denselben auf ihrem Weg erschien und zu ihnen sagte: (Matth. 28:9, 10) „Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu, umfassten seine Füße und huldigten ihm. Da spricht Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht; gehet hin, verkündiget meinen Brüdern, dass sie hingehen nach Galiläa (ihrer Heimat), und daselbst werden sie mich sehen.“ Und mit Furcht und Freude liefen sie, es den andern Jüngern zu sagen. In ihren gemischten Gefühlen von Überraschung, Bestürztheit, Freude, Furcht und allgemeiner Verwirrung wussten sie kaum, wie sie ihre freudige und wunderbare Erfahrung berichten sollten. Als Maria Petrus und Johannes traf, sagte sie traurig: „Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ (Joh. 20:2) Die andern Weiber erzählten, wie sie beim Grab eine Erscheinung von Engeln gehabt haben, die da sagten, er lebe (Luk. 24:22, 23), und dann, wie sie darauf dem Herrn auf dem Wege begegnet seinen. - Matth. 28:8, 10

Die Mehrzahl der Jünger hielten ihr Gerede augenscheinlich für bloße abergläubige Aufregung, aber Petrus und Johannes sagten: Wir gehen und sehen selbst nach; und Maria kehrte mit ihnen zum Grab zurück. Alles, was Petrus und Johannes sahen, war, dass der Leib fort war, dass die Grabtücher sorgfältig zusammengefaltet beiseite gelegt waren, und dass der Stein von der Tür weggewälzt war. So gingen sie bestürzt von dannen, Maria jedoch verweilte noch und weinte. „Wie sie denn weinte, bückte sie sich ins Grab und schaute zwei Engel, in weißen Kleidern dasitzend.“ Diese sagten zu ihr: „Weib, was weinst du?“ Sie antwortete: „Sie nahmen meinen Herrn weg, und ich weiß nicht, wo sie ihn hinlegten.“ Und als sie sich umwandte, sah sie Jesum stehen, aber erkannte ihn nicht. Er fragte sie: „Weib, was weinst du? Wen suchst du? Sie, meinend, es sei der Gärtner, sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn wegtrugst, so sage mir, wo du ihn hinlegtest, dass ich ihn fortnehmen kann.“ Dann sagte der Herr in seinem alten, wohlbekannten Ton, den sie schnell erkannte: „Maria!“

Das genügte, ihren Glauben an die Aussage der Engel, dass er auferstanden sei, was bis dahin ihr als ein Traum oder ein leeres Gerede vorkam, zu begründen; und in ihrer Freude rief sie aus: „Meister!“ Ihre erste Anregung war, ihn zu umarmen und in seiner Nähe zu verweilen. Aber Jesus unterwies sie freundlich, dass sie jetzt eine sehr wichtige Aufgabe zu erfüllen habe. Sie sollte von der Tatsache seiner Auferstehung Zeugnis ablegen; sie sollte eilen und die Botschaft überbringen, um den Glauben der anderen Jünger, die noch in Verwirrung und Ungewissheit waren, anzufachen. Deshalb sagte er; „Rühre (Griech. haptomai: umarme) mich nicht an (halte dich jetzt nicht auf, um deine Zuneigung zu bezeigen), denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater (ich werde nur noch eine kurze Zeit bei euch sein). Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott.“ (Joh. 20:17.) Auch durch die andern Weiber hatte er ihnen Nachricht gesandt, dass er sie in Galiläa treffen werde.

Hierauf holte er zwei der betrübten und verwirrten Jünger ein, als sie von Jerusalem nach Emmaus wanderten, und forschte nach dem Grund ihrer Betrübnis und Niedergeschlagenheit. (Luk. 24:13-35) Und einer von ihnen antwortete: „Bist du der einzige, der in Jerusalem weilt und nicht weiß, was in ihr geschehen ist in diesen Tagen? Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu, dem Nazarener, der ein Prophet war, mächtig im Werk und Wort vor Gott und dem ganzen Volk; und wie ihn die Hohenpriester und unsere Obersten überlieferten, um zum Tode verurteilt zu werden, und ihn kreuzigten. Wir aber hofften, dass er der sei, der Israel erlösen solle. Doch auch bei alledem ist es heute der dritte Tag, seitdem dieses geschehen ist. (Hier kam ihnen wahrscheinlich Joh. 2:19, 21, 22 in Erinnerung) Aber auch etliche Weiber von uns haben uns außer uns gebracht, die am frühen Morgen bei der Gruft gewesen sind, und, als sie seinen Leib nicht fanden, kamen und sagten, dass sie auch ein Gesicht von Engeln gesehen hätten, welche sagen, dass er lebe. Und etliche von denen, die mit uns sind, gingen nach der Gruft und fanden es so, wie auch die Weiber gesagt hatten; ihn aber sahen sie nicht.“

Kein Wunder, dass sie bestürzt waren; wie sonderbar alles schien! Wie eigentümlich und ergreifend waren die Ereignisse der letzten wenigen Tage gewesen.

Dann predigte ihnen der Fremdling eine ergreifende Predigt aus den Propheten und zeigte ihnen, dass gerade das, was sie so niedergeschlagen gemacht hatte, es war, was die Propheten über den wahren Messias vorherverkündet hatten; - dass, ehe er herrschen und Israel erheben und zusammen mit der Welt segnen könne, er sie zuerst mit seinem eigenen Leben vom Fluch des Todes, der über alle durch Adam kam, erkaufen müsste; und dass ihr Meister dann, von Jehova zu Leben und Herrlichkeit auferweckt, alles das erfüllen werde, was die Propheten betreffs seiner zukünftigen Ehre und Herrlichkeit verzeichnet hatten, so gewiss wie er die Prophezeiungen erfüllt hatte, die sein Leiden, seine Erniedrigung und seinen Tod vorhersagten. Ein wunderbarer Prediger und eine wundervolle Predigt war das. Sie gab Anstoß zu neuen Gedanken und eröffnete neue Erwartungen und Hoffnungen. Und als sie sich dem Dorf nahten, nötigten sie ihn, bei ihnen zu bleiben, da es schon gegen Abend war. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben; und als er sich mit ihnen zu Tische niederließ, nahm er das Brot und brach es und gab es ihnen. Und ihre Augen wurden geöffnet; und er verschwand aus ihren Augen.

Nicht vor jenem Augenblick hatten sie ihn erkannt, obwohl sie mit einander gegangen, geredet und am Tisch gesessen hatten. Er wurde von ihnen nicht am Angesicht erkannt, wohl aber an der einfachen Handlung des Segnens und Brechens des Brotes in der alten bekannten Weise. So wurde ihr Glaube an das, was sie schon gehört hatten - dass er auferstanden sei und sie wiedersehen werde - befestigt.

Da erhoben sich die beiden überraschten und überglücklichen Jünger sofort und kehrten nach Jerusalem zurück und sagten zu einander: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er auf dem Wege zu uns redete, als er uns die Schriften öffnete?“ Als sie nach Jerusalem kamen, fanden sie auch die anderen voll Freude. Sie sagten: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen.“ Und sie erzählten, was auf dem Wege vorgefallen war, und wie er von ihnen erkannt wurde, „an dem, wie er das Brot brach.“ Sie waren wahrscheinlich alle an diesem Abend bei einander und hatten Zuhause, Geschäft und alles andere vergessen - Maria Magdalena sagte mit Tränen der Freude: Ich erkannte ihn im Augenblick, als er meinen Namen nannte; bis dahin konnte ich der Versicherung der Engel über seine Auferstehung nicht trauen. Und die anderen Weiber erzählten ihre wunderbaren Erlebnisse vom Morgen, und wie sie ihm auf dem Wege begegnet seien. Dann hatte Simon seine Geschichte zu erzählen; und nun waren zwei weitere Zeugen von Emmaus da. Was für ein ereignisreicher Tag! Kein Wunder, dass sie von da an verlangten, an jedem ersten Tag der Woche zusammenzukommen, um über die Sache zu reden und sich all die Umstände, die mit diesem wunderbaren Ereignis der Auferstehung des Herrn zusammenhingen, ins Gedächtnis zurückzurufen, und so ihre Herzen wieder und wieder „brennen“ zu haben.

Während die erregte und überglückliche kleine Gesellschaft so beisammen war und sich gegenseitig ihre unterschiedlichen Erfahrungen mitteilte, stand der Herr Jesus selbst plötzlich in ihrer Mitte (Luk. 24:36-49) und sagte: „Friede euch!“ Wo kam er her? All solche Versammlungen wurden geheim bei verschlossenen Türen gehalten (Joh. 20:19, 26), doch hier geschah eine plötzliche Erscheinung ohne jegliche sichtbare Annäherung. Sie waren erschrocken und glaubten, einen Geist oder (wie Matthäus sagt) ein Gespenst zu sehen. Dann tröstete er sie und sagte ihnen, sich nicht zu fürchten, und zeigte ihnen seine Hände und Füße und sprach: „Ich bin es selbst; betastet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass ich habe.“

Und da sie noch nicht glaubten, vor Freude und Verwunderung, sagte er zu ihnen, habt ihr etwas zu essen hier? Und sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch, und er nahm es und aß es vor ihnen. Dann öffnete er ihr Verständnis, ihre geistlichen Augen, und legte ihnen die Schrift aus und zeigte ihnen vom Gesetz und den Propheten, dass diese Dinge genau geschehen seien, wie es vorhergesagt sei. Aber Thomas war nicht zugegen (Joh. 20:24), und als die anderen Jünger ihm sagten, dass sie den Herrn gesehen hätten, wollte er es nicht glauben und sagte: „Es sei denn, dass ich in seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meine Hand in seine Seite lege, so werde ich es nicht glauben.“

Acht Tage verflossen ohne weitere Kundgebungen, und sie hatten Zeit, in Ruhe die Erfahrungen jenes wunderbaren Tages zu überdenken und durchzusprechen. Da, als die Jünger wie zuvor beisammen waren, stand Jesus in ihrer Mitte, gerade wie an jenem ersten Abend, und sagte: „Friede euch.“ (Joh. 20:26) Diesmal war Thomas zugegen, und der Herr redete ihn an und sagte: „Thomas, reiche deinen Finger her und siehe meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.“ Damit zeigte er, dass er, ohne dass es ihm gesagt war, wusste, was Thomas gesagt hatte, und gab den Beweis seiner Auferstehung, der den Thomas nach seiner Aussage befriedigen würde; und voll Freude erwiderte Thomas: „Mein Herr und mein Gott.“

Hierauf muss eine ziemlich lange Pause eingetreten sein, ehe wiederum eine Kundgebung der Gegenwart des Herrn vorfiel, und die Jünger, die Galiläer waren, dachten an die Heimat und an die Zukunft; und der Botschaft des Herrn durch die Frauen gedenkend, dass er vor ihnen nach Galiläa gehen würde, gingen sie dahin. Vielleicht traf er sie, wie Matthäus berichtet, unterwegs auf einem Berg. Sie waren bestürzt; sie empfanden nicht mehr dieselbe Vertrautheit, die sie vordem gegen ihn hatten; er schien seit seiner Kreuzigung so sehr verändert - er erschien und verschwand in solch eigentümlichen Zeiten und Orten; er schien nicht mehr zu sein wie „der Mensch Christus Jesus“, so sagt Matthäus: „Sie warfen sich vor ihm nieder - einige aber zweifelten.“ Nach einigen gewechselten Worten „verschwand“ er aus ihrem Gesicht, sie mit der staunenden Frage zurücklassend: Was wird wohl das Nächste sein. Eine Zeitlang nach ihrer Rückkehr nach Galiläa fiel nichts Ungewöhnliches vor, und keine weiteren Anzeichen der Gegenwart des Herrn fanden statt. Ohne Zweifel kamen sie zusammen und redeten über ihre Lage und wunderten sich, warum er ihnen nicht häufiger erschien.

Bei solchem Warten erschienen die Tage und Wochen gar lang. Längst hatten sie ihren irdischen Beruf aufgegeben, um dem Herrn von Ort zu Ort zu folgen, von ihm zu lernen und anderen zu predigen: „Das Reich der Himmel ist nahe gekommen.„ (Matth. 10:5-7) Sie verlangten jetzt nicht danach, zu ihrem alten Geschäft zurückzukehren; aber doch, wie sollten sie mit des Herrn Werk fortfahren? Sie begriffen ihre Lage gut genug, dass sie nicht mehr wie früher predigen konnten, dass das Königreich vorhanden sei; denn jedermann wusste, dass ihr Meister und König gekreuzigt worden war, und niemand, als nur sie selbst, wussten um seine Auferstehung. Während so alle Elfe in Ungewissheit und Sorge waren und auf etwas warteten, sie wussten selbst nicht was, da sagte Petrus: Nun, wir können doch nicht müßig bleiben, ich gehe wieder an mein altes Fischergeschäft; und sechs der andern sagten: Wir auch, wir gehen mit. (Joh. 21:3) Und die übrigen kehrten wahrscheinlich auch zu ihren früheren Beschäftigungen zurück.

Wer kann zweifeln, dass der Herr gar manchmal, als sie miteinander redeten, unsichtbar bei ihnen gegenwärtig war und den Lauf ihrer Verhältnisse zu ihrem höheren Wohle überwaltete und lenkte. Wenn sie großen Erfolg haben und von geschäftlichen Interessen verschlungen werden würden, so würden sie gar bald für den höheren Dienst untauglich geworden sein; und doch, wenn sie keinen Erfolg haben würden, so möchte dies wie Zwang aussehen. Daher schlug der Herr einen Weg ein, ihnen eine Lehre zu erteilen, wie er sie oft seinen Nachfolgern gibt, nämlich die, dass er Erfolge wie Misserfolg bei ihren Bemühungen so oder so, nach seinem Wohlgefallen, lenken kann.

Die alte Fischerfirma organisierte sich wiederum, brachte ihre Boote, Netze usw. zusammen und ging hinaus auf ihren ersten Fang. Die ganze Nacht mühten sie sich ab, fingen aber keinen Fisch, und ihr Mut begann zu sinken. Da, am Morgen, ruft ein Fremder vom Ufer aus sie an, um zu hören, was sie vollbracht haben. Schlechte Geschäfte! Nichts gefangen, antworteten sie. Versucht es noch einmal, erwiderte der Unbekannte. Werft euer Netz jetzt auf die andere Seite des Bootes. Wird nichts nützen, Freund, wir haben die ganze Nacht hindurch beide Seiten probiert; und wenn auf der einen Seite Fische wären, so wären auch auf der andern welche. Doch wir versuchen es noch einmal, dass Ihr es seht. So taten sie und taten einen ungeheuren Fang. Wie merkwürdig! sagten etliche; doch der rasche und leicht empfängliche Johannes kam gleich auf den rechten Gedanken und sagte: Brüder, nur der Herr konnte dies tun; erinnert ihr euch nicht, wie er die Menschen speiste usw.? Das muss der Herr sein da am Ufer, und dies ist wieder eine andere Art, wie es ihm gefällt, sich uns zu offenbaren. Wisst ihr nicht, dass es gerade so war, als der Herr uns zuerst berief? Damals hatten wir auch die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, bis er sagte: „Werfet eure Netze aus, dass ihr einen Zug tut.“ (Luk. 5:4-11) Ja, gewiss, das ist der Herr, wenn wir ihn auch seit seiner Auferstehung nicht an seiner Erscheinung erkennen können. Er erscheint jetzt in verschiedenen Gestalten, aber wir merken doch jedes mal an irgendeinem besonderen Umstand wie diesem, der irgendeinen bezeichnenden Vorfall unseres früheren Beisammenseins mit ihm ins Gedächtnis ruft, dass er es ist.

Und als sie ans Ufer kamen, fanden sie, dass Jesus sowohl Brot und Fisch bereit hatte, und lernten daraus, dass sie unter seiner Leitung und Vorsorge in seinem Dienst nicht dem Verhungern ausgesetzt sein würden. (Luk. 12:29, 30) Sie fragten ihn nicht, ob er der Herr sei; denn hier wie bei anderer Gelegenheit erkannten sie ihn, nicht an der sichtbaren Erscheinung, sondern an dem Wunder. Die Augen ihres Verständnisses waren geöffnet worden. Darauf folgten die Belehrungen jener köstlichen Stunde, die Petrus seiner fortgesetzten Annahme auf das neue versicherte, trotzdem er den Herrn verleugnet hatte, worüber er Leid getragen und bitterlich geweint hatte. Er erfuhr hier auf`’s neue seines Meisters Liebe, und dass er auch ferner noch das Vorrecht haben dürfe, die Schafe und Lämmer zu weiden. Es ist, als hörten wir den Herrn sagen: Petrus, du brauchst nicht zu deinem Fischergeschäft zurückzugehen. Ich berief dich einst, ein Menschenfischer zu werden, und da ich weiß, dass dein Herz noch treu und eifrig ist, so erneuere ich deinen Auftrag als Menschenfischer.

„Und als er mit ihnen versammelt war, befahl er ihnen, sich nicht von Jerusalem zu entfernen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten, die ihr von mir gehört habt; denn Johannes taufte zwar mit Wasser; ihr aber werdet mit heiligem Geist getauft werden nach nunmehr nicht vielen Tagen.“ (Apg. 1:4, 5) So kamen sie nach Jerusalem, wie ihnen gesagt war, und hier war es, vierzig Tage nach seiner Auferstehung, dass er zum letzten Mal bei ihnen war und mit ihnen redete. Sie fassten diesmal Mut, ihn betreffs des Königreiches, das er ihnen verheißen, zu fragen. Sie fragen: „Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich dem Israel wieder her?“ Der Gedanke an dies Königreich war jedem Juden zuoberst. Israel, so verstanden sie, sollte unter dem Messias die erste Nation werden, und sie wussten nichts von den langen Zeiten der Nationen und erkannten auch nicht, dass der Hauptsegen dem fleischlichen Israel genommen war. (Matth. 21:43; Röm. 11:7), und dass sie selbst Glieder des neuen (geistlichen) Israel, des königlichen Priestertums und heiligen Volkes, waren, durch welches, als dem Leib Christi, der Segen für die Welt kommen sollte. So weit verstanden sie noch nichts hiervon. Wie konnten sie? Sie hatten den heiligen Geist der Annahme als Söhne noch nicht empfangen, sondern waren noch unter der Verurteilung. Denn obgleich das Lösegeldopfer vom Erlöser gebracht war, so war es doch noch nicht um unseretwillen in dem Allerheiligsten, das ist im Himmel selbst, förmlich dargebracht worden. (Joh. 7:39) So versuchte auch der Herr nicht, ihnen eine erklärende Antwort auf ihre Frage zu geben, sondern sagte nur: „Es ist nicht eure Sache (jetzt) Zeiten oder bestimmte Zeiten zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt hat. Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“ - Apg. 1:7, 8 (Anmerkung: Die verheißene Kraft oder Fähigkeit, Zeitläufe und Zeitpunkte zu erkennen und zu verstehen, und alles, was zu einem rechten Zeugnisablegen gehört, bezieht sich auf die ganze Herauswahl vom Anfang bis zum Ende; und unter der Führung und Kraft des heiligen Geistes ist betreffs jedes Zuges des Planes Speise zu rechter Zeit vorgesehen worden, damit wir seine Zeugen sein könnten, und zwar bis ans Ende dieses Zeitalters - vergl. Joh. 16:12, 13)

Als der Herr mit ihnen den Ölberg erreicht hatte, hob er seine Hände auf und segnete sie, und dann wurde er von ihnen getrennt und emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, ihnen aus den Augen. (Luk. 24:48-52; Apg. 1:6-15) Jetzt fingen sie an, etwas mehr von Gottes Plan zu sehen. Der Herr, der vom Himmel gekommen war, war zum Vater zurückgekehrt, wie er ihnen vor seinem Tod gesagt hatte. Er war gegangen, ihnen eine Stätte zu bereiten, und würde wiederkommen und sie zu sich nehmen. Er war weit weggezogen, um das verheißene Königreich oder Königtum zu empfangen und dann wieder zu kommen (Luk. 19:12); und mittlerweile sollten sie auf der ganzen Erde seine Zeugen sein, um ein Volk zu rufen und zu bereiten, das ihn empfange, wenn er komme, um „verherrlicht zu werden„ in seinen Heiligen und als König der Könige zu herrschen. Sie erkannten, dass ihre neue Mission, aller Kreatur einen vom Himmel kommenden, mit „aller Gewalt im Himmel und auf Erden“ ausgerüsteten König zu verkünden, ein viel wichtigeres Werk sei als das früherer Jahre, da sie vom „Menschen Christus Jesus“ predigten und dem nachfolgten, „der verachtet und von den Menschen verworfen“ war. Ihr auferstandener Herr war in der Tat anders geworden. Nicht nur sein persönliches Aussehen war anders geworden; bald erschien er auf diese bald auf jene Weise, bald an diesem bald an jenem Ort und bewies seine „Allgewalt.“ Auch sein Wesen, sein Zustand, seine Natur war verändert. Nicht mehr wandte er sich an die Juden, noch zeigte er sich ihnen; denn seit seiner Auferstehung sah ihn niemand mehr, in keiner Weise, ausgenommen seine Freunde und Nachfolger. Seine Worte: „Noch ein Kleines, und die Welt sieht mich nicht mehr“, wurden so bewahrheitet. - Joh. 14:19

Auf diese Weise wurde der Glaube der Apostel und ersten Christen an die Tatsache der Auferstehung des Herrn festgegründet. Ihre Zweifel verflogen und ihre Herzen freuten sich. Sie kehrten nach Jerusalem zurück und blieben beständig im Gebet und Flehen und im Erforschen der Schrift und warteten auf die vom Vater verheißene Sohnesannahme und ihr Erfülltwerden mit geistigen Verständnis und mit der besonderen Wundergabe, damit sie zur Überführung der wahren Israeliten befähigt würden und am Pfingsttag die christliche Gemeinschaft gründen möchten. - Apg. 1:14; 2:1

Obwohl unser Herr bei seiner Wiederkunft seine Gegenwart nicht in der gleichen Weise, wie während jener vierzig Tage nach seiner Auferstehung, kundtun wird, so haben wir doch seine Zusicherung, dass „die Brüder nicht in Finsternis“ sein sollen. Nein mehr, wir sollen einen Beistand haben, den sie während jener vierzig Tage nicht haben konnten und nicht hatten, nämlich „Kraft aus der Höhe“, die uns in das Verständnis aller Wahrheit, so bald sie an der Zeit ist, verstanden zu werden, leiten und, wie verheißen ist, uns sogar Zukünftiges zeigen würde. Folglich sollen wir zur rechten Zeit volles Verständnis über die Art und Weise, die Zeit und die begleitenden Umstände seiner Erscheinung erlangen; und wenn wir treulich darauf aufpassen und achten, so wird dies nicht weniger überzeugend sein, als wie die Beweise der Auferstehung unseres Herrn für die erste Kirche, wenn auch von anderer Art.

Dass unser Herr bei seiner Wiederkunft die menschliche Form annehmen und so den Menschen erscheinen könnte, wie er mit seinen Jüngern nach seiner Auferstehung tat, darüber kann kein Zweifel sein; denn nicht nur während jener vierzig Tage erschien er selbst in menschlicher Form, auch in früherer Zeit bekundeten andere Geistwesen die Macht, als Menschen im Fleisch und in verschiedenen Gestalten zu erscheinen. Aber solche Kundmachung würde mit der ganzen Haltung des Planes Gottes außer Harmonie stehen sowie auch mit den Andeutungen der Schrift, die uns, wie wir noch sehen werden, über die Art und Weise seiner Offenbarung gegeben sind. Statt dessen ist es des Herrn Plan, dass er sein geistiges Königreich, sein Vorhandensein und seine Macht durch menschliche, irdische Werkzeuge mitteilen, auswirken und kund werden lassen will. Gerade wie der Fürst dieser Welt, Satan, einen weitreichenden Einfluss in der Welt durch diejenigen ausübt, die ihm ergeben und von ihm besessen sind und von seinem Geist geleitet werden, so wird der neue Fürst des Friedens, der Herr, hauptsächlich in und durch menschliche Wesen, die ihm untertan sind und ihm gehören und von seinem Geist geführt werden, wirken und seine Gegenwart und Macht kundtun.

Es gibt nicht nur ein Sehen mit dem natürlichen Auge und ein Hören mit dem leiblichen Ohr. „Niemand hat Gott jemals (so) gesehen“, doch haben ihn alle Kinder Gottes gesehen und gekannt und haben Gemeinschaft mit ihm. (Joh. 1:18; 5:37;14:7) Wir hören Gottes Ruf, unsere „hohe Berufung“, wir hören die Stimme unseres Hirten und sehen beständig auf Jesum und sehen das Kleinod, den Preis, die Krone des Lebens, die er verheißen hat - aber nicht mit natürlichen Gesicht und Gehör, sondern mit unserem Verständnis. Viel köstlicher ist es, dass wir unseren verherrlichten Herrn als den geistigen, hoch erhöhten König der Herrlichkeit, der unser Erlöser und zugleich unser König ist, mit dem Auge des Verständnisses und Glaubens schauen als mit dem natürlichen Auge ihn sehen, wie er vor Pfingsten war.

Es war notwendig, dass unser Herr nach seiner Auferstehung seinen Jüngern so erschien, wie er es tat. Bei seiner Wiederkunft wird das nicht mehr sein. Sein Zweck wird dann besser auf andere Weise erreicht werden. Ja, bei seiner Wiederkunft so zu erscheinen, würde seinem dann zu erreichenden Ziel geradezu verderblich sein. Seine Absicht bei seinem Erscheinen vor seinen Jüngern nach seiner Auferstehung war, sie davon zu überzeugen, dass er, der da tot war, nun lebe in Ewigkeit, dass sie als Zeugen der Tatsache seiner Auferstehung hinausgehen könnten (Luk. 24:48), und dass ihr Zeugnis einen sicheren Grund für den Glauben künftiger Geschlechter darbiete. Da kein Mensch ohne den Glauben an Christum zu Gott kommen und den heiligen Geist der Annahme zur Sohnschaft empfangen kann, so war es nicht nur wegen der damaligen Jünger, sondern auch aller Jünger wegen notwendig, dass die Beweise seiner Auferstehung und Verwandlung solcher Art waren, dass natürliche Menschen es verstehen und wert schätzen könnten. Nachdem sie des heiligen Geistes teilhaftig geworden und geistige Sachen verstanden haben(siehe 1. Kor. 2:12-16), hätten sie den Engeln am Grab glauben können, dass er aus dem Todeszustand auferstanden sei, selbst wenn sie den fleischlichen Leib des Menschen Christus Jesus noch im Grab hätten liegen sehen. Doch nicht so vorher. Da musste der Leib fort sein, um ihnen den Glauben an seine Auferstehung möglich zu machen. Nachdem der heilige Geist sie befähigt hatte, geistige Dinge zu erkennen, hätten sie dem Zeugnis der Propheten glauben können, dass er sterben musste und von den Toten auferstehen und als König der Herrlichkeit hoch erhöht werden würde, ohne dass es für sie notwendig war, dass Jesus als Mensch erscheine und verschiedene Fleischesleiber als ein Umhängsel annehme, so dass sie ihn betasten und gen Himmel fahren sehen konnten. Doch all dies war für sie und für uns alle, als natürliche Menschen, notwendig, damit wir durch den Glauben an ihn und durch ihn zu Gott kämen und Vergebung der Sünden und den Geist der Kindschaft empfingen; auf dass wir dahin kämen, geistige Dinge zu verstehen; wie solches zum Verständnis der Wahrheit erforderlich ist.

Indem der Herr durch Ansichnehmen der menschlichen Form die äußerlichen Hindernisse des Glaubens entfernte, überzeugte er die Jünger und bereitete sie so vor, Zeugen für andere zu werden. Er tat dies aber nicht durch äußerliches Sehen und leibliche Berührung, sondern indem er mit ihnen aus der Schrift handelte. „Dann öffnete er ihnen das Verständnis, um die Schriften zu verstehen, und sprach zu ihnen: Also steht geschrieben und also musste Christus leiden und am dritten Tag auferstehen aus den Toten und in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen, anfangend von Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen hiervon.“ (Luk. 24:45-48) Petrus nennt diesen Zweck gleichfalls deutlich, wenn sagt: „Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt und ihn sichtbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden war. Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und ernstlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebendigen und der Toten ist.“ - Apg. 10:40-42

Es war für unsern Herrn seit seiner Auferstehung einfach eine Frage der Zweckmäßigkeit, auf welche Weise er seinen Jüngern erscheinen sollte, um seine Absicht, sie mit seiner Auferstehung und Naturverwandlung vertraut zu machen, zu erreichen. Wäre er als Feuerflamme erschienen, wie jener Engel in dem brennenden Busch (2. Mose 3:2), so hätte er wohl auch so mit ihnen verhandeln können, aber der so gegebene Augenschein würde sowohl für die Apostel als auch für die Welt im großen weit weniger überzeugend gewesen sein als die Weise, die er anwandte.

Wenn er in der Herrlichkeit seiner geistigen Gestalt erschienen wäre, wie der Engel dem Daniel (Dan. 10:5-8), so wäre die Herrlichkeit größer gewesen, als die Zeugen hätten ertragen können. Sie würden aller Wahrscheinlichkeit nach so aufgeregt worden sein, dass sie unfähig gewesen wären, seine Anweisungen entgegen zu nehmen. Keinem anderen als Paulus allein hat der Herr sich so gezeigt; und Paulus war von dem Strahl seiner Herrlichkeit so überwältigt, dass er zu Boden fiel und von dem Licht heller als der Sonne Glanz am Mittag geblendet wurde.

Bei unserer Untersuchung, auf welche Weise unser Herr während jener vierzig Tage sich offenbarte, sahen wir, dass er sich vor den auserwählten Zeugen nur einige  wenige Male sehen ließ und das nur für kurze Zeit. Wäre die ganze Zeit seines Offenbarseins auf einen Tag zusammengedrängt gewesen statt in Zwischenräumen während der vierzig Tage, so wären es vielleicht kaum zwölf Stunden oder der achtzigste Teil der ganzen Zeit gewesen. Da dies der Fall ist, so ist klar, dass er ungefähr neunundsiebzig Achtzigstel jenes Zeitabschnittes von vierzig Tagen unsichtbar bei ihnen gegenwärtig war. Und selbst wenn sie solche Sichtbarwerdungen erlebten, so geschahen diese (ausgenommen einmal für Thomas) nicht in der Gestalt, die ihnen während dreier Jahre so genau bekannt geworden war und die sie noch wenige Tage vorher gesehen hatten. Es ist nicht einmal angedeutet, dass sie ihn an seinen Gesichtszügen erkannten, noch auch an derselben Gestalt, die er bei anderen Sichtbarwerdungen hatte.

Maria hält ihn für „den Gärtner“, den beiden auf ihrem Weg nach Emmaus war er ein „Fremdling“. Auch den Fischern auf dem Galiläischen Meer und den Elfen in dem Obersaal war er ein Unbekannter. Jedes Mal wurde er an seinem Tun, an seinen Worten oder an dem bekannten Ton seiner Stimme erkannt. Als Thomas, der zuerst nicht zugegen war, ausrief, dass er nur einen Beweis für sein leibliches Auge und für körperliche Berührung annehmen würde, verwies ihm dies der Herr freundlich, obgleich er die Forderung bewilligte, und sagte: „Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt: glückselig, die nicht gesehen und (doch) geglaubt haben.“ (Joh. 20:27-29) Der stärkere Beweis war der, der nicht dem leiblichen Sehen geliefert wurde, und glücklicher sind die, die bereit sind, die Wahrheit anzunehmen, welcherlei Beweise Gott auch dafür geben möge.

So zeigte ihnen Jesus, dass er jetzt nicht nur die Macht hatte, in unterschiedlicher Weise und Gestalt zu erscheinen, sondern auch, dass keiner der Leiber, den sie sahen, sein geistiger, herrlicher Leib war, und doch wurde die Tatsache seiner Auferstehung und Gegenwart ihnen hierdurch kund gemacht. Die verschiedenen Gestalten und die langen Zwischenräume unsichtbarer Gegenwart, da keine äußere Kundgebung stattfand, machten es klar und deutlich, dass ihr Herr und Meister nun ein Geistwesen sei, in Wirklichkeit für Menschen unsichtbar, doch mit der Fähigkeit begabt, seine Gegenwart und Macht auf die verschiedenartigste Weise und nach Gefallen kund zu tun. (Anmerkung: Der Vorfall, den Lukas (4:30) berichtet, sollte nicht für dasselbe wie sein Erscheinen und Verschwinden nach seiner Auferstehung gehalten werden. Dort war es kein Verschwinden im Sinne von Unsichtbarwerden. Es war bloß ein rasches und entschiedenes Vorwärtsbewegen, durch welches er die mörderischen Absichten seiner Feinde vereitelte. Ehe sie ihren Plan, ihn zu ermorden, ausgeführt hatten, ging er mitten durch sie hindurch. Niemand hatte den Mut oder die Macht ihn anzutasten, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.)

Das Erschaffen des Leibes und der Kleidung, in der er ihnen erschien, in dem Zimmer sogar, in dem sie versammelt waren, war ein unzweifelhafter Beweis dafür, dass Christus kein menschliches Wesen mehr sei, wenn er auch seinen Jünger versichert, dass der Leib, den sie sahen und den Thomas betastete, ein wahrhaftiger Leib von Fleisch und Bein und keine bloße Vision oder Einbildung war. (Niemand nehme voreilig an, dass wir hier dem Spiritismus oder Schwedenborgianismus oder irgendeinem andern Ismus folgen. Wir gehen einfach dem apostolischen Bericht nach und stellen ihn logisch zusammen. wir machen einen großen Unterschied zwischen der Lehre der Bibel und jener Fälschung derselben, die von Satan erfunden und als Spiritismus bekannt ist, und von dem wir in einem späteren Band handeln werden. Hier genüge es, darauf hinzuweisen, dass der Spiritismus vorgibt, zwischen toten Menschen und lebenden Menschen zu vermitteln, während die Bibel dies verurteilt (Jes. 8:19) und lehrt, dass solche echte und rechte Vermittlungen nur von Geistwesen wie den Engeln und von unserem Herrn geschehen; und auch nicht von unserem Herrn, so lange er „der Mensch Christus Jesus“ war, noch auch so lange er tot war, sondern erst nach seiner Verwandlung in seiner Auferstehung, da er „ein lebendigmachender Geist“ wurde.) Als menschliches Wesen konnte er nicht in ein Zimmer treten, ohne die Tür zu öffnen, aber als Geistwesen konnte er es, und da erschuf und nahm er einen solchen Leib von Fleisch und solche Kleidung an, als sich für den beabsichtigten Zweck eignete.

Noch auch können wir einen Augenblick lang die Meinung billigen, dass unser Herr etwa unbemerkt die Tür geöffnet habe; denn der Bericht ist zu klar und deutlich, dass er kam und in ihre Mitte trat, während die Türen verschlossen waren; wahrscheinlich noch dazu recht sorgfältig verriegelt - „aus Furcht vor den Juden.“ - Joh. 20:19

Die Deutlichmachung seiner Naturverwandlung wurde noch mehr durch die Art und Weise, wie er ihren Gesichtskreis verließ, verschärft. „Er verschwand vor ihnen.“ Der menschliche Leib von Fleisch und Bein usw. samt dessen Kleidung, der plötzlich erschien, da die Türen verschlossen waren, ging nicht zur Tür hinaus, sondern verschwand einfach oder löste sich in dieselben Elemente auf, aus denen er ihn wenige Augenblicke vorher erschaffen hatte. Er verschwand vor ihnen (nicht hinweg von ihnen) und wurde nicht mehr von ihnen gesehen, sobald dies Fleisch und Bein und die Kleidung, in welcher er sich offenbart hatte, aufgelöst waren; obwohl er ohne Zweifel immer noch bei ihnen unsichtbar gegenwärtig blieb und so auch meistens während jener vierzig Tage.

Bei besonderen Gelegenheiten, für besondere Belehrung, verlieh Gott anderen Geistwesen, den Engeln, ähnliche Macht, wodurch es ihnen möglich wurde, als Menschen in Leibern von Fleisch und Bein zu erscheinen. Da aßen und sprachen sie mit denen, die sie belehrten, gerade wie unser Herr es tat. - siehe 1. Mose 18; Richter 6:11-22; 13:20; und die Bemerkungen darüber in Band 1.

Die Macht, die unser Herr und die Engel bekundeten, da sie die Kleidung, in der sie erschienen, erschufen und auflösten, war gerade so übermenschlich wie die Erschaffung und Auflösung ihrer angenommenen menschlichen Leiber; und diese Leiber waren eben sowenig ihre herrlichen, geistigen Leiber als diese Kleider deren Kleidung war. Man wird sich erinnern, dass das ungenähte Kleid und die anderen Kleidungsstücke, die unser Erlöser trug, von den römischen Soldaten geteilt worden waren, und dass die Grabtücher sorgfältig zusammengefaltet und im Grab beiseite gelegt worden waren (Joh. 19:23, 24; 20:5-7), so dass die Kleidung, in der er in den erwähnten Fällen erschien, besonders erschaffen worden sein muss, und wahrscheinlich war es für jeden Fall das allergeeignetste. Als er z.B. der Maria als Gärtner erschien, so geschah es wahrscheinlich in eigentlicher Gärtnerkleidung.

Dass die Leiber, in denen unser Herr erschien, wirkliche, menschliche Leiber waren und nicht bloßer Schein, das gab er ihnen deutlich zu verstehen, als er vor ihnen aß und sie aufforderte, ihn zu befühlen und zuzusehen, dass der Leib wirkliches Fleisch und Gebein war und sprach: „Was seid ihr bestürzt?....Sehet meine Hände und meine Füße, dass ich es bin; betastet mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass ich habe.“

Manche Christen ziehen sehr abgeschmackte Schlüsse aus diesem Ausspruch unseres Herrn in betreff der Wahrhaftigkeit seines angenommenen Fleisch-und-Bein-Leibes. Sie denken sich die angenommenen Leiber als seinen geistigen Leib und erklären, dass ein Geist Fleisch und Bein ist gerade wie ein menschlicher Leib, ausgenommen, dass ein unbeschreibliches etwas, das sie Geist nennen, statt des Blutes durch seine Adern strömt. Sie scheinen die Aussage unseres Herrn aus dem Auge zu lassen, dass dies kein geistiger Leib war - dass ein Geistwesen kein Fleisch und Bein hat. Sie vergessen auch des Johannes Ausspruch, dass es „noch nicht erschienen ist„, was ein geistiger Leib ist, und dass wir es nicht eher wissen werden, als bis wir verwandelt und ihm gleich gemacht worden und ihn sehen werden, nicht wie er war, sondern wie er ist. (1. Joh. 3:2) Sie vergessen ferner, was der Apostel Paulus sagt, dass „Fleisch und Blut“ Gottes Königreich nicht ererben kann; und seine weitere Zusicherung, dass darum alle Miterben Christi auch „verwandelt“ werden müssen. - 1. Kor. 15:50, 51

Viele Christen haben die Idee, dass der herrliche, geistige Leib unseres Herrn genau derselbe Leib sei, der gekreuzigt und in Josephs Grab gelegt wurde. Sie erwarten, wenn sie den Herrn in seiner Herrlichkeit sehen werden, ihn an den vernarbten Wunden zu erkennen, die er auf Golgatha empfing. Das ist ein großer Irrtum, den ein klein wenig Nachdenken offenbar machen sollte. Zuerst würde es beweisen, dass sein Auferstehungsleib kein herrlicher und vollkommener, sondern ein vernarbter und verunstalteter wäre. Zweitens würde es beweisen, dass wir wissen, was ein geistiger Leib ist, trotzdem der Apostel das Gegenteil sagt. Drittens würde es beweisen, dass der Kaufpreis unserer Erlösung zurückgenommen worden ist, denn Jesus sagte: „Mein Fleisch ist das Brot, welches ich geben werde für das Leben der Welt.“ Es war sein Fleisch, sein Leben als Mensch, seine menschliche Natur, die er zu unserer Erlösung aufopferte. Und als er durch die Macht des Vaters zu neuem Leben auferweckt wurde, geschah dies nicht zu menschlichem Dasein, weil dieses als unser Kaufpreis geopfert war; und wenn dieser Preis zurückgenommen worden wäre, so wären wir noch unter der Verurteilung zum Tode und ohne Hoffnung in der Welt, ja, die elendesten unter allen Menschen.

Wir haben nicht mehr Grund zu der Annahme, dass unseres Herrn geistiger Leib seit seiner Auferstehung ein menschlicher Leib ist, als zu der, dass sein geistiger Leib vor seinem Ins-Fleisch-Kommen ein menschlicher war, oder dass andere Geistwesen menschliche Leiber haben; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein; und der Apostel Petrus sagt, dass unser Herr „getötet worden ist im Fleisch, aber lebendig gemacht im Geist.“

Der menschliche Leib unseres Herrn wurde jedoch übernatürlicherweise aus dem Grab entfernt; denn wäre er dort verblieben, so würde dies ein unübersteigbares Hindernis für den Glauben der Jünger gewesen sein. Sie waren noch nicht in geistlichen Dingen bewandert - denn „der Geist war noch nicht da.“ (Joh. 7:39) Wir wissen nicht, was daraus wurde, ausgenommen, dass er nicht verwest ist. (Apg. 2:27, 31) Ob er sich in Gas auflöste oder ob er noch irgendwo aufbewahrt wird als großes Erinnerungszeichen der Liebe Gottes, des Gehorsams Christi und unserer Erlösung, weiß niemand; noch ist solches zu wissen nötig. Dass Gott den Leib des Moses wunderbarerweise verbarg, wird uns bezeugt (5. Mose 34:6; Judas 9); und dass zur Erinnerung ein goldenes Gefäß voll Manna (das in die Lade unter den Gnadenthron getan wurde und ein Symbol für des Fleisches unseres Herrn, des Himmelbrotes, war) wunderbar von Gott erhalten wurde, wissen wir auch. (2. Mose 16:20, 33; Hebr. 9:4; Joh. 6:51-58) Es würde uns daher gar nicht wundern, wenn Gott das für die Welt gegebene Lösegeld, den für uns gekreuzigten Fleischesleib, der nicht verderben durfte, als ein ewiges Zeugnis unendlicher Liebe und vollkommenen Gehorsams aufbewahrt hätte und ihn in seinem Königreich der Welt zeigen würde. Es ist wenigstens möglich, dass Joh. 19:37 und Sach. 12:10 solch eine Erfüllung haben mögen. Diejenigen, die schrieen: „Kreuzige ihn!“ mögen vielleicht noch als Zeugen denselben Leib identifizieren oder wiedererkennen, der vom Speer durchstochen und von den Nägeln und Dornen zerrissen wurde.

Die Annahme, dass der herrliche Leib unseres Herrn noch ein Leib aus Fleisch sei, würde ein sonderbares und plötzliches Erscheinen und Verschwinden während jener vierzig Tage vor seiner Himmelfahrt nicht im geringsten erklären. Wie konnte er so plötzlich erscheinen und verschwinden? Wie hielt er sich fast beständig unsichtbar während jener vierzig Tage? Und wie kam es, dass seine Erscheinung jedes Mal so anders war, so dass er nicht als derselbe erkannt wurde, der vorher erschienen war, oder als der, welcher vor seiner Kreuzigung, nur ein paar Tage vorher, allen so wohlbekannt und von allen so geliebt war?

Es geht nicht an zu sagen, dass dies Wunder gewesen seien, denn dann sollte doch irgendein Nutzen oder eine Notwendigkeit dafür namhaft gemacht werden. Wenn sein Leib nach seiner Auferstehung Fleisch und Bein war und genau derselbe Leib, der gekreuzigt wurde, mit all den Kennzeichen und Wundmalen, warum verrichtete er Wunder, die diesen Umstand nicht erhärteten, sondern geradezu berechnet waren, das Gegenteil zu lehren: dass er selbst nicht mehr menschlich - Fleisch und Bein - sei, sondern ein Geistwesen, das da gehen und kommen könne wie der Wind, so dass niemand sagen könnte, woher er kam oder wohin er ging? Gerade zu dem Zweck, sie zu unterweisen, dass er selbst nicht mehr Fleisch und Bein sei, erschien er wie ein Mensch in verschiedenen Fleisch-und-Bein-Leibern, die er erschuf und auflöste, je nachdem die Gelegenheit es erforderte.

Vor seiner Kreuzigung hatte unser Herr mit seinen Jüngern auf vertrautem Fuß gestanden, aber nach seiner Auferstehung war sein Verhalten gegen sie mehr zurückhaltend, obgleich er sie nicht weniger liebte. Dies geschah ohne Zweifel darum, den Eindruck von der Würde und Ehre seiner hohen Erhöhung um so nachdrücklicher zu machen und ihnen die rechte Ehrfurcht vor seiner Person und Autorität einzuflößen. Obwohl ihm als Menschen nie jene Würde des Betragens abging, die Respekt forderte, so war doch seit seiner Verwandlung zur göttlichen Natur eine größere Zurückhaltung nötig und angebracht. Solche Zurückhaltung wurde stets von Jehova seinen Geschöpfen gegenüber beobachtet und unter Umständen ist sie ganz am Platz. Diese Zurückhaltung kennzeichnet den ganzen Verkehr des Herrn mit seinen Jüngern seit seiner Auferstehung. Derselbe war jedes Mal sehr kurz, wie er denn gesagt hatte: „Ich werde nicht mehr vieles mit euch reden.“ - Joh. 14:30

Wer da glaubt, dass unser himmlischer Vater ein Geist und kein Mensch ist, sollte keine Schwierigkeit haben einzusehen, dass unser Herr (der jetzt zur göttlichen Natur erhöht und nicht nur ein moralisches Ebenbild Gottes ist, sondern geradezu „der Abdruck des Wesens - oder der Person - des Vaters“) nun nicht mehr ein Mensch, sondern ein Geistwesen ist, das kein Mensch ohne Wunder gesehen hat noch sehen kann. Es ist ebenso unmöglich für einen Menschen, die unverschleierte Herrlichkeit des Herrn Jesus zu sehen, als es unmöglich ist, Jehova zu schauen. Bedenke einen Augenblick, welche Wirkung selbst die wiedergestrahlte geistliche Herrlichkeit auf Mose und Israel am Sinai hatte. (Hebr. 12:21; 2. Mose 19; 20:19-21; 33:20-23; 34:29-35) „Und so furchtbar war die Erscheinung (so überwältigend und Furcht einflößend), dass Mose sagte: Ich bin voll Furcht und Zittern.“ Und obgleich Mose auf übernatürlicher Weise gestärkt wurde, die Herrlichkeit des Herrn zu schauen, und während vierzig Tagen und Nächten allein bei Gott, überschattet mit seiner Herrlichkeit und ohne Essen und Trinken, das göttliche Gesetz empfing und niederschrieb (2. Mose 34:28), wurde ihm dennoch gesagt, als er begehrte, den Herrn von Angesicht zu Angesicht zu sehen. „Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ (2. Mose 33:20) Alles, was Mose also sah, war eine Erscheinung, die Gott darstellte, und mehr war nicht möglich. Dies stimmt auch mit der Aussage des Apostels: „Niemand hat Gott je gesehen.“ Das ist der König, der Unsterbliche, der Unsichtbare, „welchen kein Mensch gesehen hat noch (je) sehen kann.“ (1. Tim. 6:15-16) Dass aber Geistwesen Gott, der selbst ein Geistwesen ist, sehen können und sehen, wird klar bezeugt. - Matth. 18:10

Wenn unser Herr noch „der Mensch Christus Jesus“ ist, „der sich selbst zum Ersatzlösegeld gab“ - wenn er, getötet im Fleisch, wieder lebendig gemacht wurde im Fleisch und nicht, wie der Apostel bezeugt, als ein lebendigmachender Geist, dann ist er statt höher als die Engel und über alles, was im Himmel und auf Erden genannt werden mag, erhöht zu sein, nur und allerdings noch ein Mensch. Und wenn er die Knechtsgestalt noch beibehält, die er zum Zweck des Leidens des Todes für jedermann an sich nahm, und wenn er noch immer „ein wenig unter die Engel erniedrigt“ ist, dann kann er auch niemals Gott sehen. Doch wie ungereimt solche Ansicht, wenn man sie völlig im Licht des apostolischen Zeugnisses prüft. Bedenke auch, wenn das Fleisch des Herrn, das mit Nägeln und Speer und der Dornenkrone durchstochen und verwundet war und die Schmerzensspuren trug, sein herrlicher, geistiger Leib ist, und wenn die Narben und verstellten menschlichen Züge zu der Erscheinung des erhöhten Herrn gehören, dass er dann weit entfernt von Schönheit wäre, selbst wenn wir die um unser willen erhaltenen Wunden liebten. Wenn er so einen unvollkommenen, vernarbten und verunstalteten Leib trägt, und wenn wir werden sollen, wie er ist, würde es nicht erfordern, dass die Apostel und Heiligen, die gekreuzigt, geköpft, gesteinigt, verbrannt, in Stücke gesägt, von wilden Tieren zerrissen wurden, sowie die, welche Unfälle betrafen, alle ihre einstigen Schäden und Narben trügen? Und würde dann nicht der Himmel für alle Ewigkeit eins der schrecklichsten Schauspiele darbieten? Doch das ist nicht so und niemand könnte lang solch eine unvernünftige und nicht schriftgemäße Ansicht festhalten. Geistwesen sind in jeder Hinsicht vollkommen; und so erinnert der Apostel die Christen, die da Erben himmlischer oder geistiger Ehre und Herrlichkeit sind, dass, obwohl es (im Tode) gesät wird in Schwachheit (mit Wunden und Narben usw.), es (das Wesen) in Kraft auferstehen wird; obwohl es in Unehre (mit den Zügen der Sorge und des Kummers usw.) gesät wird, es in Herrlichkeit auferstehen wird; obwohl es als ein natürlicher Leib (buchstäblich übersetzt: ein tierischer Leib) gesät wird, so wird es als ein geistiger Leib auferweckt; und dass wie wir das Bild oder die Form des irdischen Vaters getragen haben, so sollen wir die Form, das Ebenbild, des himmlischen Herrn tragen. (1. Kor. 15:42-51) Unser Herr nahm eine Zeitlang um unsertwillen das Bild oder die Gestalt des Irdischen an sich, damit er uns erlöse. Bei seiner Auferstehung aber wurde er der himmlische Herr (Röm. 14:9); und wenn wir treu bleiben, sollen auch wir bald das Bild, die Gestalt, des himmlischen Herrn (geistige Leiber) tragen, wie wir jetzt noch die Gestalt des irdischen Herrn (Adams), menschliche Leiber, tragen.

Denket an Paulus - um einer der Apostel, ein Zeuge, sein zu können, musste er den Herrn nach seiner Auferstehung sehen. Er war keiner derer, die die Kundmachung seiner Auferstehung und Gegenwart während der vierzig Tage sahen, daher wurde ihm ein besonderer kurzer Anblick des Herrn gewährt. Aber er sah ihn nicht wie die anderen, nicht verschleiert in Fleisch und Gewänder verschiedener Form. Der bloße Blick auf die unverhüllte Herrlichkeit der Person des Herrn bewirkte, dass er zu Boden fiel, geblendet durch eine die Herrlichkeit der Mittagssonne überstrahlende Herrlichkeit. Von dieser Blindheit ihn wieder zu heilen, erforderte es ein Wunder. (Apg. 9:17, 18) Sah Paulus nicht unsern Herrn wie er ist, als Geistwesen? Und erschien unser Herr während der vierzig Tage nicht wie er war, das bedeutet wie er vordem gewesen war, um der besonderen schon angedeuteten Zwecke und Gründe willen? Darüber ist kein Zweifel möglich. Aber der Herr hatte einen Zweck, Paulus so zu erscheinen, gerade wie er einen anderen Zweck verfolgte, als er den anderen anders erschien. Diesen Zweck erläutert Paulus, wenn er sagt: „Am letzten aber von allen, gleichsam der unzeitigen Geburt, erschien er auch mir.“ (1. Kor. 15:8) Wie die Auferstehung unseres Herrn seine Geburt vom Tod zur vollen Vollkommenheit geistigen Daseins war (Kol. 1:18; Röm. 8:29), so wird die Auferstehung der Herauswahl, des Leibes Christi, hier und sonst wo als eine Geburt betrachtet. In unserer Geburt oder Auferstehung als Geistwesen werden wir den Herrn sehen, wie er ist, gerade wie Paulus ihn sah; aber, da wir dann verwandelt oder als Geistwesen geboren sind, werden wir nicht niedergeschmettert, noch durch den Anblick der herrlichen Person unseres Herrn geblendet werden. Die Worte des Apostel Paulus sagen, dass er ihn sah, wie wir ihn sehen werden - „wie er ist.“ Er sah ihn, wie der ganze Leib Christi ihn sehen wird, aber unzeitig, vor der rechten Zeit, ehe er vom Tode geboren und fähig war, es zu ertragen; und doch „wie“ jeder, der so geboren wird, ihn zu seiner Zeit sehen wird.

Der vom Berg herabsteigende Mose, der Israel den Gesetzesbund übermitteln sollte, war ein Vorbild des größeren Gesetzgebers und Mittlers des Neuen Bundes, der bei seinem zweiten Advent auf den Plan treten wird, um die Welt zu regieren und zu segnen. Mose schattete daher die ganze Herauswahl ab, deren Haupt unser Herr ist. Das Angesicht Mose war von Glanz erfüllt, so dass das Volk ihn nicht ansehen konnte, und er musste seitdem einen Schleier als Vorbild der geistigen Herrlichkeit des Christus tragen. Das ist eine Veranschaulichung des Punktes, den wir jetzt untersuchen. Christus hat die wahre Herrlichkeit und den echten Glanz. Er ist der Abdruck oder das ausdrückliche Ebenbild der Person des Vaters; und wir sollen werden, wie er ist, und kein Mensch kann diese Herrlichkeit schauen. Was für Kundgebungen des Gesetzgebers daher auch vor der Welt stattfinden werden, wenn die Herrlichkeit des Herrn geoffenbart werden wird, die Herrlichkeit der geistigen Personen kann man nicht sehen. Sie werden durch den Schleier - das bedeutet verhüllt - reden. Dies, sowie noch mehr, bedeutet der Schleier Mose. - 2. Mose 34:30-33

Je mehr wir der Sache unsere sorgfältige Aufmerksamkeit schenken, desto mehr erkennen wir die in der Art und Weise der Kundmachung der Auferstehung unseres Herrn den Aposteln gegenüber angewandte göttliche Weisheit. Sie sollten durchaus befriedigte und zuverlässige Zeugen sein, damit die Demütigen der Welt imstande wären, ihr Zeugnis anzunehmen und zu glauben, dass unser Herr von den Toten auferstanden ist, damit sie ihn als den, der da tot war und siehe, er lebt für immer, erkennen und im Glauben durch ihn zu Gott kommen könnten. Wenn wir ihn unter der Leitung des heiligen Geistes der Wahrheit betrachten, so erweitert sich unser Begriff, und wir sehen ihn nicht mehr als den Menschen Jesus Christus, sondern als den Herrn der Herrlichkeit und Kraft, als den Teilhaber der göttlichen Natur. So kennen wir ihn, um dessen Kommen und Königreich die Herauswahl so lange gebetet und wonach sie sich so sehr gesehnt hat. Wer seine große Erhöhung recht erkennt, kann bei seiner Wiederkunft keinen Menschen oder den Fleischesleib, der zum Opfer bereitet und als Lösegeld gegeben wurde, oder gar die Wunden zu sehen erwarten. Noch sollten wir erwarten, dass er bei seiner Wiederkunft in verschiedenen Fleisch-und-Bein-Gestalten der Welt „erscheinen“ oder sich kundmachen werde. Das war für die ersten Zeugen geboten. Doch jetzt nicht mehr. Seine zweite Gegenwart wird er, wie wir sehen werden, anders kundtun.

Aus dem, was wir in Bezug auf Geistwesen und deren Kundwerden früher gesehen haben, geht hervor, dass es dem in Gottes Wort geoffenbarten Plan zuwider sein würde, wenn unser Herr bei seiner Wiederkunft entweder durch Auftun der Augen der Menschen (damit sie seine Herrlichkeit schauen könnten, wie er mit Paulus und Daniel tat) oder durch das Ansichnehmen eines menschlichen Leibes offenbaren würde. Ein Erscheinen vor der Welt durch wunderbares Auftun ihrer Augen würde die Wirkung haben, sie durch den überwältigenden Anblick fast zu paralysieren (lähmen). Dagegen als Mensch zu erscheinen hieße, die Würde seiner Stellung herabzusetzen und eine geringere als die rechte Anschauung über die göttliche Natur und Gestalt darzubieten. Da jetzt keines von beiden notwendig oder wünschenswert erscheinen würde, so können wir nicht annehmen, dass dann irgendeine dieser Verfahrungsweisen eingeschlagen werden wird.

Im Gegenteil sollten wir erwarten, dass der Christus in derselben Weise im Fleisch der Menschen geoffenbart werden wird, wie Gott in Jesus Fleisch geoffenbart war, da er „Fleisch wurde“ und unter den Menschen wohnte. Wenn die menschliche Natur vollkommen und in Harmonie mit Gott ist, so ist sie eine Abbildung Gottes im Fleisch. So war der ursprünglich vollkommene Adam eine Abbildung Gottes und der vollkommene Mensch Jesus Christus ebenfalls. So konnte Jesus zum Philipper sagen, als dieser den Vater zu sehen verlangte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“; er hat die Abbildung Gottes im Fleisch - „Gott geoffenbart im Fleisch“ - gesehen.

So werden auch die einzelnen Glieder der Menschheit, wenn sie nach und nach zu dem langverloren gewesenen Bild Gottes zurückkommen, Bilder und Nachbildungen Christi sein. Beim ersten Anfang des Millenniums wird es, wie wir gesehen haben, Proben vollkommener Menschheit vor den Augen der Welt geben. (siehe Band 1) Abraham, Isaak und Jakob und die heiligen, schon geprüften und erprobten Propheten werden „Fürsten“ unter den Menschen sein und das geistige, unsichtbare Königreich darstellen und vertreten. In diesen, in deren Fleisch, wird Christus geoffenbart sein, gerade wie der Vater in seinem Fleisch geoffenbart war; und wenn „wer da will“ aus der Menschheit Vollkommenheit erreicht und zur vollen Harmonie mit dem Willen Christi kommt, der wird ein Abbild Gottes und Christi sein, und in jedem wird Christus geoffenbart sein.

Der vollkommene Mensch, da er sich ganz Gott geweiht hat, wird imstande sein, den heiligen Geist und das Wort Gottes vollständig zu erfassen; denn er ist in Gottes sichtlichem Bilde erschaffen. Ohne Zweifel werden auch Visionen (Gesichte) und direkte Offenbarungen und gemeinsamer Austausch zwischen dem geistigen Königreich und seinen irdischen Vertretern freier und allgemeiner sein als es mit ähnlichen Mitteilungen je der Fall war - mehr nach der Art und Weise des Verkehrs von Eden, ehe die Sünde Verurteilung und Trennung von der Gnade und Gemeinschaft Gottes verursachte.

Nichts also, weder nach Vernunft noch Schrift, erfordert, dass unser Herr bei seinem zweiten Advent in verschiedenen Fleisch-und-Bein-Leibern erscheine. Dass solch ein Verfahren nicht wesentlich ist, geht aus dem Erfolg hervor, den Satans Reich gehabt hat, der auch durch menschliche Wesen als Werkzeuge wirkte. Wer an dem Geist des Bösen und des Irrtums teilnimmt, ist ganz und gar ein Vertreter des großen unsichtbaren Fürsten, der so in ihrem Fleisch geoffenbaret ist, wenn er auch selbst als Geistwesen vor Menschen unsichtbar ist.

Der „verwandelte“ und zu Teilhabern der göttlichen Natur gemachte Christus (Haupt und Leib) wird so gewiss aus Geistwesen bestehen und gleichfalls den Menschen unsichtbar sein, wie Satan ein Geistwesen und unsichtbar ist. Ihre Wirksamkeit wird der Art nach der seinen ähnlich, wenn auch dem Wesen und der Wirkung nach das gerade Gegenteil derselben sein. Als Gottes geehrte Werkzeuge (die durch keine Unwissenheit und Schwäche, wie die meisten Diener Satans, gebunden, sondern vollkommen und „recht frei“ gemacht sein werden) werden sie aus freier Wahl und Liebe in verständnisvoller und harmonischer Weise handeln. Das wird der Lohn ihrer Gerechtigkeit sein.

Die Gegenwart unseres Herrn wird der Welt durch Erweisung „seiner großen Macht und Herrlichkeit“ offenbar werden; jedoch nicht bloß für das natürliche Auge, sondern hauptsächlich für die Augen ihres Verständnisses. Das Verständnis der großen Umwandlung, die der neue Herrscher dann bewirkt, wird ihnen aufgetan werden. An den Strafen und Segnungen, die durch seine Regierung der Menschheit alsdann zufließen, werden seine Gegenwart und sein Regiment erkannt werden.

Seit lange hat man gemeint, dass Ungemach und Leiden als Strafen für Böses über die Übeltäter kommen. Da dieses ein natürliches und angemessenes Gesetz zu sein schien, hat man es ziemlich allgemein angenommen, meinend, es sollte so sein, selbst wenn es nicht so ist. Doch die unbeugsame Wirklichkeit stimmt mit der Bibel, dass es bisher der Gottesfürchtige war, der am meisten Drangsal und Verfolgung auszustehen hatte. (2. Tim. 3:12) Aber an dem „Tag der Trübsal“, der Periode, welche die Herrschaft des Messias einleitet, wird diese Ordnung umgekehrt. An dem Tag werden die bösen Mächte gestürzt und nach und nach hergestellte Gerechtigkeit wird schnellste Vergeltung auf die Übeltäter herabbringen und Segen auf die, die da Gutes tun. „Drangsal und Angst über jede Seele eines Menschen, der das Böse vollbringt, ... Herrlichkeit aber und Ehre und Friede jedem, der das Gute wirkt“ - an dem „Tag des Zornes und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes, welcher einem jeden vergelten wird nach seinen Werken.“ (Röm. 2:9, 10, 5, 6) Und da jetzt so viel Böses geschieht, wird die Vergeltung zuerst eine sehr schwere sein, eine „große Drangsal, dergleichen von Anfang der Welt bis jetzt hin nicht gewesen ist“. In Rache (Vergeltung) und Trübsal und Zorn über die Völker wird der Herr der Welt die Tatsache des Wechsels der Verwaltung und der Herrscher kund tun. „Wenn die Gerichte des Herrn die Erde treffen, lernen die Bewohnern des Erdkreises Gerechtigkeit.“ (Jes. 26:5-11) Sie werden einsehen, dass unter der neuen Ordnung der Dinge, die da Recht tun erhöht, und die da Übels tun beschränkt und bestraft werden. Lies aufmerksam Psalm 72:1-19 und 37:1-14. In ihnen ist ein klares prophetisches Zeugnis niedergelegt in betreff dieses Königreiches und seiner Wirksamkeit zum Wohle der Demütigen, der Aufrichtigen, der Armen, der Bedürftigen und Unterdrückten und in betreff des Sturzes des Monopols (Groß- und Alleinhandels) und jedes ungerechten und drückenden Systems und der Ausgleichung menschlicher Verhältnisse.

Nach und nach wird sich auf diese Weise unser König offenbaren. Einige werden den neuen Herrscher früher als andere erkennen, aber schließlich „werden ihn sehen (horao - wahrnehmen, erkennen) alle Augen.“ (Offb. 1:7) Aber „er kommt mit den Wolken“; und während die Wolken der Trübsal dicht und schwer sind, wenn die Berge (Reiche dieser Welt) erschüttern und fallen, und die Erde, (die organisierte Gesellschaft) wankt, sich auflöst, schmilzt, da werden etliche anfangen, das zu erkennen, was wir jetzt als schon begonnen verkündigen. Sie werden erkennen, dass der große Tag Jehovas gekommen ist, dass der vorhergesagte Tag der Trübsal und des Zornes über die Nationen vorhanden ist, und dass Jehovas Gesalbter seine große Gewalt an sich nimmt und sein Werk, das „Recht zur Richtschur (zu legen) und die Gerechtigkeit zum Senkblei“ zu machen, beginnt. (Jes. 28:17) „Er muss aber herrschen bis“ er alle Gewalten und Gesetze auf Erden, die den himmlischen zuwider sind, niedergeworfen hat.

Wenn die Drangsal wächst, werden die Menschen, freilich vergeblich, in den „Klüften“ und Höhlen, den großen Felsen und Bollwerken der Gesellschaft (Oddfellowtum, Freimaurertum und Handwerkervereinigungen, Gilden, Trusts und allen weltlichen und kirchlichen Gesellschaften) und auf den Bergen (Regierungen) der Erde Schutz suchen und ausrufen: „Fallt auf uns (bedeckt, schützt uns) und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt und vor dem Zorn des Lammes; denn gekommen ist der große Tag seines Zornes.“ - Offb. 6:15-17 (Anmerkung: Das griechische Wort epi, das hier gebraucht wird, wird gewöhnlich mit auf übersetzt. Es hat aber auch die Bedeutung von über oder um herum und wird oft so übersetzt. Der Gedanke ist Schutz und nicht Vernichtung. Die gewöhnliche Ansicht über diese Stelle, dass sie lehre, dass böse Menschen genug Glauben erlangen würden, um für das Fallen wirklicher Berge zu beten, ist absurd, mehr als unvernünftig. Die wirkliche Erfüllung beginnt schon: die Großen, die Reichen und nicht weniger die Armen suchen in den Klüften, Höhlen und Felsen nach Schutz und Bedeckung vor dem finster werdenden Sturm, den alle sich zusammenziehen sehen.)

Der Mammondienst und Geiz, der da ist Abgötterei, in welchen die ganze Welt versunken ist, und der in dem Trubel eine so große Rolle spielen wird und nicht nur für dessen Anhäufung, sondern auch für dessen Bewahrung Sorge und Mühe erheischt, soll vollständig über den Haufen geworfen werden, wie es Jes. 2:8-21 und Hesk. 7:17-19 gezeigt wird.

Der große Tag der Trübsal wird erkannt werden und vor seinem Sturm werden alle Schutz suchen, obwohl nur wenige verstehen werden, dass die dann auf Erden ergehenden Gerichte des Herrn das Resultat (die Folge) seiner Gegenwart, das Aufrichten seiner Autorität und die Erzwingung seiner Gesetze ist. Endlich jedoch sollen alle den König der Herrlichkeit („sehen“) erkennen; und alle, die dann Gerechtigkeit lieben, werden ihm mit Freuden gehorchen und sich gänzlich seinen gerechten Anforderungen fügen.

Das wird für alle die eine Zeit der Vergeltung sein, die durch Betrug und Gewalt, oft auch im Namen des Gesetzes und unter seiner Billigung unrechtmäßigerweise die Rechte (oder das Eigentum) anderer sich angemaßt haben. Die Vergeltung wird, wie wir gesehen, vom Herrn kommen durch das Sicherheben der Völkermassen. In ihrer Angst, unwillig einen Taler oder einen Acker oder ein angemaßtes, langgenossenes und unbestrittenes Recht oder eine Ehre dieser Art herzugeben, werden viele den Schutz der bisher mächtigen - bürgerlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen - Organisationen suchen. Sie empfinden, dass alleinstehend sie fallen müssten. Aber sie werden nicht imstande sein, sich an dem Tag des Zornes des Herrn zu retten. Der nahende Zusammenstoß und die bevorstehende Vergeltung wird alle Geschlechter der Erde heulen machen; denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, dergleichen von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist, noch je sein wird. „Seinetwegen“ werden sie heulen, wenn seine Gerichte auf natürlichem Wege den großen Trubel verursachen - weil der Herr sich erhebt zu schrecken und zu erschüttern und die Erde und ihre Verrottung zu beseitigen. (Jes. 2:21) So weitreichend werden der Trubel und die Gerichte sein, dass niemand entrinnen wird. Schließlich wird jedes Auge den Wechsel gewahr werden und erkennen, dass der Herr regiert. Die Trübsal könnte viel gemildert werden, könnten die Menschen die Prinzipien (Gesetze) der Gleichheit erkennen und unverzüglich daraufhin handeln; könnten sie alle ungerechten, wenn auch erlaubten Vorrechte der Vergangenheit übersehen und denselben entsagen. Aber dies wird ihre Selbstsucht nicht zulassen, bis die Trübsal die Stolzen zerbrochen und gestürzt, die Mächtigen gedemütigt und die Niedrigen erhöht haben wird.

Doch nicht eher, als bis sich der große Tag der Trübsal seinem Ende zuneigt; nicht bis die Reiche der Nationen zu Staub zermalmt und gänzlich beseitigt sind, da „keine Stätte für sie gefunden“ wird (im Jahre 1914, wie in dem vorhergehenden Kapitel gezeigt wurde), nicht eher bis Groß Babylon vollständig zerstört und ihr Einfluss über die Welt gebrochen ist, wird die große Masse der Menschheit dahin gelangen, die wahre Lage der Sache einzusehen. Dann werden sie verstehen, dass die große Trübsal, durch welche sie dann hindurchgegangen sind, das war, was in symbolischer Sprache: „Der Krieg jenes großen Tages Gottes, des Allmächtigen“ (Offb. 16:14) genannt wird; und dass sie in dem Maße, als sie Irrtum und Unrecht unterstützten, gegen die Gesetze und Mächte des neuen Reiches und des neuen Beherrschers der Erde kämpften; und dass sie in dem Maße, als ihre Zungen und Federn und Hände, ihr Einfluss und ihre Mittel zur Aufrechterhaltung des Rechts und der Wahrheit in irgendeiner Sache dienten, auf der Seite des Herrn fochten.

Einige werden die Bedeutung der Trübsal schneller einsehen als andere, weil die leichter zu belehren sind; und durch den ganzen Trubel hindurch werden solche in der Welt vorhanden sein, die über seine Ursache Zeugnis ablegen werden. Sie werden die Gegenwart des Herrn und die Aufrichtung seines Königreiches, das den Mächten der Finsternis entgegensteht, als die wahre Ursache der Trübsal und des Erschütterns und Umsturzes der Gesellschaft verkünden. Sie werden zeigen, dass jeder, welcher der Wahrheit und Gerechtigkeit widersteht, ein Feind des neuen Königreiches ist und gar bald schmähliche Niederlage erleiden muss, es sei denn er ergebe sich schnell. Doch die Massen werden, wie es immer gewesen ist, den guten Rat nicht beachten, bis sie unter der eisernen Herrschaft des neuen Königreiches vollständig niedergebeugt sind. Nur ganz zuletzt werden sie die Torheit ihres Weges einsehen.

Der wahre Lehrer und Lichtträger (Matth. 5:14), die wahre Kirche, der Leib Christi, soll aber nicht in Finsternis bleiben und nicht erst durch die Offenbarungen seines Zornes und seiner Macht von der Gegenwart ihres Herrn Einsicht erhalten, wie es mit der Welt sein wird. Besondere Vorkehrung ist für ihre Erleuchtung getroffen worden. Durch das feste prophetische Wort, das da scheint an einem dunklen Ort, ist sie deutlich und bestimmt unterwiesen, was sie zu erwarten hat. (2. Petr. 1:19) Sie soll durch das prophetische Wort nicht nur vor Entmutigung beschirmt und befähigt werden, die Bedrängnisse, Fallstricke und Steine des Anstoßens, die an diesem „bösen Tag“ so überhand nehmen, zu überwinden, und so vor Gott „bewährt“ zu stehen, sondern sie wird auch der Lichtträger und Unterweiser der Welt sein. So ist die Herauswahl befähigt, der Welt die eigentliche Ursache der Trübsal nachzuweisen, ihr die Gegenwart des neuen Herrschers anzukündigen und die Politik, den Plan und den Zweck der neuen Ordnung zu erklären und die Welt zu belehren, was für sie in Anbetracht dieser Dinge der weiseste Weg zum Einschlagen sei. Wenn die Menschen auch auf die Unterweisung zuerst nicht hören werden, bis die Lektion der Unterwürfigkeit durch die Trübsal ihnen aufgezwungen worden ist, so wird ihr solches Zeugnis doch dann zum Verständnis der Lektion sehr zustatten kommen. Auf diese Aufgabe der „Füße“ oder der letzten Glieder der Herauswahl (Kirche), die auf den Bergen (Reichen) die Herrschaft Christi als begonnen verkündigen, nimmt Jes. 52:7 Bezug.

Scheinbar sich widersprechende Schriftstellen

Betreffs der Art und Weise der Wiederkunft und Erscheinung des Herrn gibt es etliche Aussagen der Schrift, die, bis sie genau untersucht sind, mit einander in Widerspruch zu sein scheinen. Jahrhunderte lang haben dieselben ohne Zweifel dem göttlichen Vorsatz gedient, die Wahrheit zu verbergen, bis die rechte Zeit zu ihrem Verständnis herbei käme; und selbst dann noch war es beabsichtigt, sie so vor allen zu verhüllen, die nicht der besondern Klasse, den Geweihten, angehörten.

Zum Beispiel, unser Herr sagt: „Siehe, ich komme wie ein Dieb“ und: „Gleichwie es in den Tagen Noah geschah, also wird es auch in den Tagen des Sohnes des Menschen sein (in den Tagen seiner Gegenwart): sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet“, „und erkannten es nicht, bis die Flut kam.“ Und als Jesus „von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht, dass man es beobachten könnte“, nicht mit sichtbarem Schaugepränge.  -  Offb. 16:15; Luk. 17:26, 27, 20; Matth. 24:38, 39

Diese Schriftstellen sagen deutlich, wie die Wiederkunft des Herrn stattfinden wird. Sie zeigen, dass er gegenwärtig sein und ein Werk vollbringen wird, wovon die Welt eine Zeitlang nichts gewahr werden wird. Seine Ankunft muss daher ruhiger, unbemerkbarerweise vor sich gehen, unbeobachtet von der Welt und ihr gänzlich unbekannt, gerade „wie ein Dieb“ kommt, ohne Geräusch, ohne irgendwelche Kundgebung zu machen, welche die Aufmerksamkeit erregen würde. Wie die Welt in den Tagen Noah ihre gewohnten Geschäfte weiter verrichtete und nicht im geringsten aus der Fassung gebracht wurde und ohne den geringsten Glauben an die Predigt des Noah über die kommende Flut zu haben, so wird auch in dem ersten Teil des Tages des Herrn die Welt keinen Glauben an die Verkündigung seiner Gegenwart und des hereinbrechenden Trubels haben. Sie wird ruhig ihre Wege weiter gehen wie sonst und auf keine solche Predigt achten, bis die große Flut der Drangsal die alte Welt - die alte Ordnung der Dinge - dahinreißt, bis sie untergeht, um der vollen Aufrichtung der neuen Ordnung des Königreiches Gottes unter dem ganzen Himmel Platz zu machen. „Gleichwie die Tage Noah, also wird auch die Ankunft (die Gegenwart) des Sohnes des Menschen sein.“ - Matth. 24:37

Aber auf der anderen Seite finden wir auch Schriftstellen, die beim ersten Anblick mit diesen in direktem Widerspruch zu stehen scheinen. Zum Beispiel: „Der Herr wird mit einem Feldgeschrei  und mit der Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel.“ „Der Herr Jesus wird geoffenbaret werden vom Himmel mit den Engeln seiner Macht in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung gibt denen, die Gott nicht kennen, und denen, die dem Evangelium unsers Herrn Jesus Christus nicht gehorchen.“ „Sie (die Welt) werden den Sohn des Manschen sehen, kommend auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit.“ „Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen.“ - 1. Thess. 4:16; 2. Thess. 1:7, 8; Matth. 24:30; Offb. 1:7

Als Wahrheitssuchern würde es sich für uns nicht schicken, in Anbetracht dieser Stellen zu sagen, dass die Mehrzahl derselben die Ansicht zu unterstützen scheine, die wir gerade vorzuziehen geneigt sind, und dann die anderen zu übersehen. Nein, bis wir eine Anschauung der Sache erreicht haben, bei der jede Bibelaussage ihre vernünftige Verwertung findet, sollten wir uns nicht sicher fühlen, dass wir über den betreffenden Gegenstand die Wahrheit erreicht haben. Eine Aussage Gottes ist so wahr und eine so sichere Grundlage für den Glauben wie Hunderte; und es würde weiser sein, ein harmonisches Verständnis zu suchen, als zu einem Schluss zu gelangen oder eine Theorie anzunehmen, die auf eine einseitige Auslegung gegründet ist, und so uns selbst und andere zu betrügen.

Im allgemeinen nehmen sich Christen nicht die Mühe, diese Aussagen zu harmonieren, und daher sind ihre Ideen so einseitig und unrichtig. Die letzte Gruppe von Sätzen ist gerade so bestimmt wie die erste und lehrt doch scheinbar das gerade Gegenteil von einer stillen, unbemerkten, diebähnlichen Weise bei der Wiederkunft und Gegenwart des Herrn. Hierzu kommen noch zwei weitere Schilderungen über die Art seines Kommens, auf die wir gewiesen sind; nämlich: „Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel genommen worden ist, wird also kommen, wie ihr ihn gen Himmel habt auffahren sehen;“ und „Gleichwie der Blitz ausfährt von Osten und scheint bis gen Westen, also wird die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.“ (Apg. 1:11; Matth. 24:27) Um einen richtigen Schluss zu gewinnen, muss man diesen Stellen auch das ihnen gebührende Gewicht geben.

Bei unserer Untersuchung des Gegenstandes sollten wir uns ein Zweifaches anmerken. Erstens, dass unser Herr es als bestimmte Tatsache hinstellt, dass sein Königreich ohne äußeres Zuschautragen hergestellt werden wird, und dass seine Wiederkunft, seine Gegenwart, wie die eines Diebes sein würde, also genaues und aufmerksames Wachen erfordere, wenn man sie erkennen wolle. Zweitens, dass alle obigen Texte, die üblicherweise als Beweis für eine äußere, sichtbare Kundmachung angeführt werden mit Ausnahme der einen, dass er so kommen werde, wie er hinwegging, in bildlicher Sprache gefasst sind. Die bildlichen müssen sich immer den deutlicheren, mehr buchstäblichen Aussprüchen anbequemen, sobald ihr bildlicher Charakter erkannt wird. Wenn eine buchstäbliche Auslegung je der Vernunft Gewalt antun würde und ebenso die Stellen in direkten Widerspruch zu deutlichen Aussagen der Schrift stellt, so sollten solche Stellen bildlich genommen werden. Die Auslegung solcher bildlichen Stellen sollte dann im Einklang stehen mit den anderen, die offenbar deutlich und buchstäblich sind; auch mit dem allgemeinen Charakter und mit dem Zweck des Planes Gottes muss sie in Harmonie gebracht werden. Wenn wir dies im vorliegenden Fall tun und dementsprechend die Bilder (Symbole) erkennen und auslegen, so tritt die schönste Harmonie aller Aussagen zu Tage. Untersuchen wir nun und sehen, wie vollkommen symbolische und nicht symbolische (bildliche und nicht bildliche) Aussagen miteinander stimmen.

a „Der Herr wird mit einem gebietendem Zuruf und der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel.“ (1. Thess. 4:16) Die hier erwähnte Stimme und Posaune entsprechen in jeder Weise denselben Bildern, die in Offb. 11:15-19 gebraucht werden. „Und der siebte Engel posaunte; und es geschahen laute Stimmen in dem Himmel, welche sprachen: Das Reich der Welt ist unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird herrschen in die Zeitalter der Zeitalter. ... .Und die Nationen sind zornig geworden, und dein Zorn ist gekommen und die Zeit der Toten, um gerichtet zu werden“ usw. Die gleichen Ereignisse werden in Daniels Weissagung erwähnt: - „Und in seiner Zeit wird Michael (Christus), der große Fürst, aufstehen (die Herrschaft ergreifen) ... und es wird eine Zeit der Drangsal sein, dergleichen nicht gewesen ist, seitdem eine Nation besteht .... Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden erwachen.“ So fügt auch Paulus seiner Erwähnung der Stimmen und Posaunen die Aussage hinzu: „Und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.“ Und in 2. Tim. 4:1 sagt er ferner, dass Christus die Lebendigen und die Toten richten werde zur Zeit seiner Erscheinung und seines Königreiches. Und der Anfang dieses Gerichtes der lebenden Nationen wird überall als die größte Zeit der Drangsal beschrieben, welche die Welt je gesehen. - Dan. 12:1

Somit beziehen sich Paulus, Johannes und Daniel augenscheinlich auf dieselbe Zeit, auf die Zeit der Erscheinung unseres Herrn und auf die Aufrichtung seines Königreiches inmitten einer Zeit großer Trübsal und auf die Ereignisse, die derselben vorhergehen und sie einführen. Alle drei zeigen, dass dem Auftreten Michaels, den Stimmen und der Posaune das gleiche Resultat folgt, nämlich Drangsal und Zorn über die Nationen und die Auferstehung. Beachte nun das Symbol:

„Mit einem Feldgeschrei.“ - Ein Feldgeschrei ist ein Ausruf, der gehört werden soll, ein Ausruf nicht von einigen bloß, sondern von vielen, von einer gemischten Menge. Er wird gewöhnlich angewandt, um in Aufregung und Schrecken zu versetzen oder um zu ermutigen und beizustehen. Es mag auch je nach Umständen die eine Wirkung auf die eine Klasse und die entgegengesetzte auf die andere Klasse haben.

Der Zustand der Dinge in der Welt während der letzten fünfzehn Jahre entspricht sehr auffällig diesem Bild. Es sind Weckstimmen, die jetzt weltweit und ermutigend an alle Menschen ergehen, um sie zu einem Gefühl für ihre Rechte und Freiheiten als Menschen aufzurütteln, damit sie ihre gegenseitigen Verhältnisse, die Gesetze, auf denen dieselben sich gründen, und die Endzwecke, die sie hervorrufen sollten, betrachten. Wo auf der ganzen Erde ist die zivilisierte Nation, die den Ruf nicht vernommen hat und davon nicht beeinflusst wurde? Die ganze zivilisierte Welt studiert in den letzten paar Jahren die politische Ökonomie, bürgerliche Rechte und soziale Freiheiten, wie noch nie zuvor; und die Menschen rufen sich ermutigend zu und werden ermutigt, wie noch nie, diese Dinge bis auf den letzten Grund zu untersuchen. Der ermutigende Feldgeschrei, das mit der Zunahme der Erkenntnis, des Wissens, unter den Menschen seinen Anfang nahm, hat schon die Erde umzogen, und unter seinem Einfluss verbinden sich die Menschen untereinander, von Denkern und Genies unterstützt und ermutigt, um für ihre wahren und eingebildeten Rechte und Freiheiten einzutreten und zu fechten. Mit dem Wachstum und Vermehrung ihrer Organisationen wird das Feldgeschrei lauter und lauter und wird schließlich, wie vorherverkündet, in die Zeit großer Trübsal und großen Tumultes zürnender Nationen hinüberleiten. Dieses Resultat  wird ergreifend vom Propheten geschildert: - „Horch! eine Stimme eines Getümmels auf den Bergen (Königreichen), wie von einem großen Volk; horch! eine Stimme eines Getöses von Königreichen versammelter Nationen: Jehova der Heerscharen mustert ein Kriegsheer.“ - Jes. 13:4

„Die Stimme des Erzengels“ - ist ein weiteres recht bezeichnendes und sinnvolles Symbol von ähnlicher Bedeutung. Der Name Erzengel bedeutet Haupt-Sendbote, und unser Herr selbst ist Jehovas Hauptsendbote - der „Engel des Bundes.“ (Mal. 3:1) Daniel nimmt auf dieselbe Persönlichkeit Bezug und nennt sie Michael, welcher Name bedeutet: Der wie Gott - ein gar passender Name für ihn, der da ist „der Abglanz“ seiner (Gottes) Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens“und der Vertreter seiner Autorität und Macht. Die Stimme des Erzengels stellt also Christi Autorität und Kommando vor. Dieses Symbol versinnbildet Christus, wie er seine Herrschaft an sich nimmt oder seine Regierung antritt und seine Befehle, seine offiziellen Order, ergehen lässt, indem er den Wechsel der Heilszeitordnung durch Erzwingung der Gesetze seines Königreiches ankündigt.

Derselbe Gedanke wird von Daniel etwas anders ausgedrückt, wenn er sagt: Dann wird Michael, der große Fürst, „aufstehen.“ Aufstehen bedeutet Autorität an sich nehmen, Kommandos erteilen. Siehe „sich aufmachen“ in Jes. 2:19, 21. Ein weiteres Beispiel dieses Bildes gibt David, der von Christus prophetisch aussagt: „Er lässt seine Stimme erschallen, die Erde zerschmilzt.“ Die Erde (organisierte Gesellschaft) wird schmelzen oder sich auflösen, und die Zeit großer Trübsal wird durch den Verwaltungswechsel, der in Kraft tritt, wenn der neue König seine Kommandostimme erheben lässt, beschleunigt. Auf sein Kommando hin müssen die Systeme des Irrt