Studies in the Scriptures

Tabernacle Shadows

 The PhotoDrama of Creation

 

 

SCHRIFTSTUDIEN 

BAND 5 - DIE VERSÖHNUNG DES MENSCHEN MIT GOTT

 

 Studie 12

Der Gegenstand der Versöhnung:
Der Mensch.

Was ist der Mensch? Antwort der „Rechtgläubigen”. Antwort der Wissenschaft. Die biblische Antwort. Der Leib des Menschen. Des Menschen Geist. Die menschliche Seele. Durch falsche Übersetzung hervorgerufene Verwirrung. Das Erzeugen, bzw. Fortpflanzen von Seelen. Was ist der „Schoel”, “Hades”, wohin alle Seelen nach dem Tod bis zur Auferstehung gehen. Eine genaue Untersuchung aller diesbezüglichen Schriftaussagen.

 „Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du auf ihn acht hast? Denn ein wenig hast du ihn geringer gemacht als die Engel; und mit Herrlichkeit und Pracht hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher gemacht über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt: Schafe und Rinder allesamt und auch die Tiere des Feldes, das Gevögel des Himmels und die Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchwandert.” - Psalm 8:4-8

 Welch ein großes Wesen ist denn der Mensch, dass der Schöpfer des Weltalls so sehr um sein Wohlergehen bekümmert ist und so reichliche Fürsorge zu seiner Versöhnung getroffen hat - dabei sogar seines eigenen Sohnes nicht verschonend? Diese höchste aller irdischen Kreaturen Gottes sollten wir eigentlich so gründlich als möglich kennen: und doch ist unser Urteilsvermögen so beschränkt, und unser Wissen so begrenzt, dass wir in Bezug auf diesen Gegenstand fast allein auf das angewiesen sind, was unser lieber Schöpfer in seinem Wort uns offenbart. Obwohl das Erforschen des Menschen als höchste Wissenschaft fast allgemein anerkannt ist, so müssen wir doch zu unserem Befremden zugestehen, dass es kaum einen Gegenstand gibt, worüber so viel Verwirrung herrscht, als gerade in Bezug auf den Menschen. Untersuchen wir die Sache etwas näher, so begegnen wir zwei Hauptansichten, von denen wir aber keine als die richtige und biblische anerkennen können. Obwohl die beiden gewisse Wahrheiten enthalten, so sind sie doch beide ganz bedenklich falsch und irreleitend, so dass sogar solche, die von denselben noch nicht ganz irregeführt sind, doch so sehr von diesen Irrtümern beeinflusst werden, dass viele Wahrheiten ihnen als haltlos und ungereimt erscheinen, während sie andererseits manchen Trugschluss für wahr und unumstößlich halten. Unser Gegenstand muss daher allen wichtig sein, welche die Wahrheit zu erkennen begehren und den vollen Segen bringenden Einfluss derselben in ihren Herzen und Leben verspüren möchten. Ganz besonders wichtig ist er aber in Bezug auf unser Hauptthema, die Versöhnung. Wer nicht deutlich erkennt, was der Mensch ist, der wird schwerlich ein klares Verständnis der biblischen Lehre erlangen, welche sich auf das Lösegeld für die Sünde des Menschen und auf die Resultate dieses Lösegeldes beziehen.

Wir wollen zuerst die allgemeine, sogenannt “rechtgläubige” (orthodoxe) Antwort auf die Frage, Was ist der Mensch? betrachten, dann die streng wissenschaftliche und schließlich die biblische Ansicht, die wohl sehr von den anderen abweicht, aber trotzdem viel verständiger ist als beide zusammen, und die zugleich auch die einzige Grundlage bietet, auf welcher die beiden anderen Ansichten sich vereinigen lassen

 Die Ansicht der Orthodoxie

Befragen wir die Vertreter der sogenannt orthodoxen Theologie über das Wesen des Menschen, so wird uns ungefähr folgende Antwort (deren Richtigkeit wir jedoch bestreiten) zu teil:

Der Mensch besteht aus drei Teilen, Leib, Seele und Geist; der Leib wird auf gewöhnliche animalische Weise geboren, mit dem Unterschied jedoch, dass Gott bei der Geburt dazwischen tritt und in den Leib eine Seele und einen Geist pflanzt, die beides Teile von ihm selbst sind: und als Teile von Gott können sie selbstverständlich nicht zerstört und nicht vernichtet werden, sie sind also gleich Gott unsterblich. Diese beiden Teile, Seele und Geist, bilden zusammen den eigentlichen Menschen, während der Leib bloß die sichtbare Hülle des eigentlichen Menschen ist, worin derselbe während der Zeit seines irdischen Lebens wie in einem Hause wohnt. Beim Tode, sagen sie werde er von seinem fleischlichen Gefängnis befreit und er erreiche deshalb erst von da an einen ihm angemessenen Zustand.

Mit anderen Worten ausgedrückt, behauptet die “Orthodoxie”, dass der eigentliche Mensch kein irdisches, sondern ein Geistwesen sei, das im Grunde nicht für diese Erde passe. Ja, man ist, in der Theorie wenigstens, so weit gegangen, dass man den Tod, wo der Mensch von seiner “Hülle” befreit werde, als einen großen Segen betrachtet; trotzdem scheuen aber die Menschen keine Anstrengung, um die Zeit ihres Wohnens im fleischlichen Hause soviel als möglich zu verlängern, indem sie sich der Medizin bedienen, Erholungsreisen unternehmen und alle möglichen Gesundheitsregeln befolgen. Viele betrachten “die Befreiung” oder “Erlösung” (genannt “Tod”) als eine weitere Stufe im Entwicklungsprozess; sie halten die Verwandlung vom irdischen in den himmlischen, vom animalischen in den geistigen Zustand für ein vernünftiges, logisches Endergebnis der wissenschaftlichen Theorie, laut welcher der Mensch ursprünglich nicht als Mensch erschaffen worden sei, sondern sich während vielen fast endlosen Zeitaltern vom Urgebilde (Protoplasma) bis zum Affen und vom Affen schließlich bis zum Menschen empor entwickelt habe. Und in Übereinstimmung mit dieser Lehre wird ferner behauptet, die frühesten Generationen der Menschheit seien gegenüber der heutigen ganz gewaltig im Rückstand gewesen; die Fortentwicklung bringe die Menschen vorwärts, und die nächste Stufe (für jedes menschliche Wesen) sei eine Verwandlung oder Weiterentwicklung zum geistigen Zustand, zu Engeln und Göttern, oder aber zu Teufeln.

Dies alles scheint dem Hochmut des 19. Jahrhunderts sehr zu schmeicheln (trotzdem man dadurch andererseits die denkbar schmählichste und unwürdigste Herkunft anerkennt). Man misst sich selbst die höchsten Errungenschaften der Gegenwart sowohl als auch eine zukünftige Erhöhung bei. Diese Anschauung ist zwar nicht bloß in den zivilisierten Ländern zu finden, sondern unter allen heidnischen Völkern, sogar die Wilden offenbaren in der Praxis den gleichen Gedanken, betreffend den Menschen, nur dass sie dessen Herkunft nicht so weit zurück verfolgen. Die Ansicht wird von allen heidnischen Philosophen unterstützt, und in beträchtlichem Maße stimmen ihr auch unsere heutigen wissenschaftlichen Theoretiker bei, die, obwohl sie den Gegenstand ganz anders definieren, sich dennoch gerne der Hoffnung auf ein zukünftiges, der Fortentwicklung entsprechendes Leben hingeben; sie erwarten damit eine Befriedigung ihrer Eitelkeit - auf eine Art und Weise, die freilich gar nicht mit ihren “Entdeckungen” und Mutmaßungen bezüglich des Lebenskeimes des Menschen übereinstimmt.

 Wie die Wissenschaft den Menschen beurteilt,

kann in ungefähr folgenden Worten kurz zusammengefasst werden: Der Mensch ist die bis jetzt höchst entwickelte Gattung des Tierreichs; sein Körper unterscheidet sich von denjenigen anderer Tiere durch seine schönere Gestalt, durch seine edlere Ausbildung. Sein Gehirn gleicht dem der Tiere, ist aber ebenfalls besser entwickelt, von einer feineren Substanz und mit größerer Fassungskraft ausgerüstet, wodurch der Mensch von Natur aus befähigt ist, über die niedere Kreatur zu herrschen. Der Mensch besitzt den gleichen Odem oder Geist des Lebens wie die anderen Tiere; sein Organismus sowie sein Lebenskeim stammen von seinen Eltern, gleich wie auch die Tiere ihr Leben und ihre Leiber von ihren Eltern erhalten.

Die Wissenschaft anerkennt jeden Menschen als eine Seele - ein fühlendes Wesen; was aber die Zukunft, den Zustand des Menschen in der Ewigkeit anbetrifft, ist sie nicht imstande, mit klarer Auskunft aufzuwarten, da sie eben keinen Grund für eine Schlussfolgerung, ja nicht einmal für eine vernünftige Vermutung finden kann. Ohne sich mit dem Gegenstand näher zu befassen, erwartet die Wissenschaft jedoch, dass die Zukunft den Grundsätzen der Fortentwicklung entsprechen werde, welche sie in der Vergangenheit nachweisen zu können behaupten. Auf die durch ihren Gott, “das Gesetz der Natur”, schon erreichte Entwicklungsstufe ist die Wissenschaft nicht wenig stolz, und sie hegt die Hoffnung, dass durch das fernere Wirken des Naturgesetzes (die Existenz eines persönlichen Gottes leugnet sie) die Menschheit schließlich in einen noch vollkommeneren gottähnlicheren Zustand gelangen werde, als sie es jetzt schon sei.

 Der Mensch vom biblischen Standpunkt aus betrachtet

Wie schon früher erwähnt, stimmt die Bibel in einigen Punkten mit den soeben betrachteten Anschauungen überein, in der Hauptsache jedoch widerspricht sie beiden durchaus. Die Bibel bietet uns keinen Anlass zum Grübeln; als Stimme der Offenbarung Gottes spricht sie vielmehr mit Autorität und Nachdruck und gibt uns nicht bloß über die Vergangenheit und Gegenwart, sondern eben sowohl über die Zukunft des Menschen klaren Aufschluss. Die biblische Anschauung ist für uns die allein maßgebende; sie ist aber auch die einzig wahrhaft wissenschaftliche und “rechtgläubige” Anschauung über diesen Gegenstand.

Dem menschlichen Stolz schmeichelt die biblische Darstellung freilich gar nicht; sie stellt den Menschen nicht als seinen eigenen Entwickler dar, noch auch schreibt sie das einem Gott der Natur zu, da es eben keinen solchen gibt. Die Bibel lässt in Bezug auf die Erschaffung des Menschen Gott allein die Ehre, indem sie klar und deutlich lehrt, dass Adam (der Stammvater der ganzen Menschheit) als Ebenbild Gottes erschaffen wurde. Und wenn der Mensch nun verfehlt hat, diese Gottähnlichkeit beizubehalten, wenn er sich durch den Sündenfall geistige, körperliche und moralische Entartung bis zum schließlichen Tod zugezogen hat, so ist er selbst allein daran schuld und dafür verantwortlich. Wiederum gibt die Bibel Gott die Ehre durch die Offenbarung seiner Gnade und Großmut gegen den gefallenen Menschen, indem wir durch ihr Zeugnis vernehmen, wie Gott für eine Erlösung des Menschen und für dessen Wiederherstellung zu seinem ursprünglichen Zustand gesorgt hat - durch die Vermittlung seines Sohnes, während des Millenniums.

Wenn christliche Leute sich mit unserem Gegenstand befassen und untersuchen wollen, was die heilige Schrift darüber sagt, so verfehlen sie gewöhnlich den Unterschied zu erkennen zwischen der Menschheit im allgemeinen und der Kirche - der kleinen Herde, welche sich Gott während des jetzigen Zeitalters aus allen Völkern zusammen beruft, um sie für einen neuen, übermenschlichen (einen geistigen) Zustand zu erziehen und vorzubereiten - und gerade dieses Nichterkennen eines so bedeutenden Unterschieds ist zum guten Teil schuld an der großen Verwirrung, welcher wir hinsichtlich unseres Themas unter Christen leider überall begegnen. Da sie “das Wort der Wahrheit recht zu teilen” verfehlen, so wenden sie die Weissagungen und Verheißungen der heiligen Schrift, Alten und Neuen Testamentes auf alle Menschen an, trotzdem besonders die letzteren ausschließlich an die Kirche (Herauswahl) gerichtet sind und mit den der Welt verheißenen Wiederherstellungssegnungen nichts gemein haben. So wahr und zutreffend diese “überaus großen und herrlichen Verheißungen” in Bezug auf die Kirche (Herauswahl) sind, so unpassend und falsch sind sie in Bezug auf die Welt. So werden z.B. des Apostels Worte, “Der Leib ist zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber Leben der Gerechtigkeit wegen” (Röm. 8:10), die sich doch nur auf die Kirche (Herauswahl) anwenden lassen - so werden die besonderen und eigentümlichen Bedingungen der während dieses Zeitalters vor sich gehenden Berufung der Kirche dahin ausgelegt, als wären sie eben sowohl auch auf die übrige Menschheit anwendbar. Die Worte “tot” und “Leben” werden hier in Bezug auf solche gebraucht, die, nachdem sie durch die Gnade Gottes durch den Glauben gerechtfertigt worden, fortan als von der Todesstrafe freigesprochen betrachtet werden, damit sie ihre Leiber als lebendige Opfer darbringen mögen, indem sie dieselben, was irdische Vorteile und Interessen anbelangt, als tot rechnen und dem gemäß behandeln: sich also nicht mehr als fleischliche oder menschliche Wesen, sondern als “neue Kreaturen” betrachten - zu einer neuen Kreatur gezeugt durch die Verheißungen Gottes. Auf gerechtfertigte und geheiligte Gläubige (welche durch den Glauben und den Gehorsam in Christo einen neuen Lebensgeist empfangen haben) beziehen sich also die angeführten Worte “tot” und “Leben” und absolut nicht auf die Welt; letztere besitzt ja keine andere Natur als die menschliche, kann man doch nicht sagen, dass sie in irgend einem Sinn wieder- gezeugt worden wäre.

Eine andere Stelle, die auch oft fälschlicherweise in Bezug auf die Welt gebraucht wird, aber nur für die geweihten Kinder Gottes Gültigkeit hat, ist die folgende: “Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die Überschwenglichkeit der Kraft sei Gottes und nicht aus uns” (2. Kor. 4:7). Dies bezieht sich offenbar nur auf die Kirche (Herauswahl) - auf solche, die den Schatz, d.h. die neue Gesinnung, die neue Natur, empfangen haben. Sie bewahren diesen Schatz (die neue Natur) in ihrem natürlichen Leib, der als tot gerechnet und hier als “irdenes Gefäß” bezeichnet wird. Die Illustration ist für die Klasse, auf welche sie sich bezieht - auf die Kirche (Herauswahl)- sehr zutreffend; es wäre aber ganz falsch, sie auf die allgemeine Menschheit anzuwenden, mit der Voraussetzung, dass jedes menschliche Wesen einen himmlischen Schatz oder eine neue Natur besitze, und dass also jeder menschliche Leib als ein “irdenes Gefäß”, als ein Behälter solch einer neuen Natur betrachtet werden müsse. Die Welt hat, wie schon gesagt, nur eine Natur - die menschliche; eine neue Natur besitzt sie in keiner Hinsicht, und es ist auch gar kein Anhaltspunkt dafür vorhanden, dass sie je eine solche erhalten werde. Das höchstmögliche Ziel, das der Menschheit eröffnet werden wird, ist die Wiederherstellung zur vollkommenen Menschennatur, welche in Eden verloren ging, aber auf Golgatha zurück erkauft wurde. - Apg. 3:19-23

Wir könnten eine große Menge neutestamentlicher Schriftzeugnisse anführen, die sich alle nicht auf die allgemeine Menschheit beziehen, sondern nur auf die geheiligte Kirche (Herauswahl), welche durch den heiligen Geist zu einer neuen Natur gezeugt worden ist. So wäre es für jeden interessant und von nutzen, wenn er z.B. nur alle die Grüße, womit die Apostel ihre verschiedenen Epistel einleiten, aufmerksam betrachten würde: sie sind nicht, wie es so viele glauben, an die ganze Menschheit gerichtet, sondern an die Kirche (Herauswahl), an “die Geheiligten”, an den “Haushalt des Glaubens”.

Behalten wir also im Gedächtnis, dass wir in diesem Kapitel, “Was ist der Mensch?”, nicht untersuchen wollen, was die Kirche (Herauswahl), die neue Kreatur in Christo Jesu, noch auch die Geistes-Natur sei, wozu die Herauswahl jetzt schon durch den Geist gezeugt ist, und deren sie in der Ersten Auferstehung im vollsten Maße teilhaftig werden soll, so sie bis ans Ende treu bleibt. Im Gegenteil, der Gegenstand unserer Betrachtung ist der erste Adam mit seiner Nachkommenschaft. Wir möchten wissen, wer und was und welchen Geschlechts wir von Natur sind. Was ist der Mensch? So verstehen wir dann auch am Besten, wovon der Mensch gefallen, wohin er gefallen, wovon er erlöst worden ist, und was ihm die verheißene Wiederherstellung bringen wird.

 Der Mensch - Leib, Seele, Geist

Wenn wir die maßgebende Erklärung des Wortes “Tier” (Animal - ein lebendes, empfindungsfähiges Wesen) gelten lassen, so müssen wir den Menschen ohne Zögern als das Haupt, als den König aller Tiere der Erde anerkennen, und soweit stimmt die heilige Schrift auch völlig mit den Folgerungen der Wissenschaft überein. Beachte nur die Stelle am Anfang dieses Kapitels: der Prophet David hebt dort besonders hervor, dass der Mensch in seiner Natur niedriger sei als die Engel, aber ein König und Haupt über alle irdischen Kreaturen, der Stellvertreter Gottes gegenüber allen niedrigeren Gattungen lebender Wesen.

Die Bibel sagt nirgends, weder direkt noch indirekt, dass jeder menschlichen Kreatur ein Stück, ein Teil oder ein Lebenskeim des göttlichen Wesens mitgeteilt werde. Das ist eine grundlose Behauptung von Seiten solcher, die gerne ein Lehrgebäude aufrichten möchten und das nötige Material nicht aufzutreiben vermögen. Und diese haltlose Hypothese (Vermutung), dass jedem Menschen bei seiner Geburt ein Stück aus Gott mitgeteilt werde, bildet die Grundlage einer ganzen Anzahl falscher Lehren, durch welche der göttliche Charakter - die göttliche Weisheit, Gerechtigkeit, Allmacht und Liebe - grob geschändet wird.

Diese Behauptung (dass ein Lebenskeim des göttlichen Wesens jedem Menschen bei seiner Geburt mitgeteilt werde) ist es, welche die Lehre von einer Hölle mit ewiger Qual unbedingt nötig gemacht hat. Man glaubte, wenn der Mensch erschaffen worden wäre, wie die anderen Tiere, so würde er auch sterben, wie alle anderen Tiere - ohne Furcht vor einer Ewigkeit in Qual. Wenn aber Gott dem Menschen einen Keim seines eigenen Lebens eingepflanzt habe, so müsse der Mensch ewig leben, weil Gott unsterblich sei; und deshalb sei es dem “Allmächtigen” nicht möglich, sein Geschöpf zu zerstören, selbst wenn ihm dessen Vernichtung erwünscht wäre. Wenn der Mensch aber unzerstörbar ist, so muss er in alle Ewigkeit irgendwo existieren: und da die große Mehrzahl der Menschen böse ist und nur eine “kleine Herde” heilig und gottgefällig lebt, so ist man zu der Behauptung gelangt, dass in der Ewigkeit die vielen Unheiligen in gleichem Verhältnis bestraft und gequält werden, wie die wenigen Heiligen belohnt und gesegnet werden. Anderseits wird freilich angenommen, dass es mehr im Interesse der Menschheit liegen und mehr zur Ehre Gottes und zum Frieden und Gedeihen des ganzen Universum gereichen würde, wenn alle Gottlosen vernichtet werden könnten. Man behauptet aber, dass Gott wohl die Macht habe zu erschaffen, aber nicht imstande sei, den Menschen als ein Geschöpf wieder zu vernichten, weil ihm eben auf eine gewisse, unerklärliche Weise ein Keim göttlichen Lebens beigebracht worden sei. Wir hoffen beweisen zu können, dass dieses ganze Lehrgebäude lauter Trug ist und nicht nur jeglicher biblischen Stütze entbehrt, sondern von der heiligen Schrift als ein aus den finsteren Jahrhunderten stammendes Machwerk auf das bestimmteste widerlegt wird.

Den Aussagen der Bibel gemäß besteht der Mensch aus zwei Elementen - aus Leib und Geist. Aus der Vereinigung dieser Elemente entsteht die Seele, das fühlende Wesen, die Intelligenz - der eigentliche Mensch. Der Begriff “Leib” bezieht sich bloß auf den physischen Organismus, er kann also weder auf die den Organismus belebende Kraft noch auch auf das aus dieser Belebung entstehende fühlende Wesen angewendet werden. Ein Leib ist nicht ein Mensch, trotzdem es ohne den Leib keinen Menschen geben könnte. Gleicherweise ist auch der Geist des Lebens nicht der Mensch, obwohl ein Mensch ohne diesen Geist des Lebens nicht existieren könnte. Das in den alttestamentlichen Schriften vorkommende Wort “Geist” ist eine Übersetzung des hebräischen Wortes “Ruach”, das in erster Linie Odem bedeutet; darum begegnen wir ziemlich oft dem Ausdruck “Odem des Lebens” oder “Geist des Lebens”, weil der einmal eingepflanzte Lebenskeim durch die Atmung erhalten bleibt.

Der Ausdruck “Geist des Lebens” bedeutet jedoch mehr als nur Odem; er bezieht sich auf den eigentlichen Lebenskeim, ohne welchen der Odem gar nicht denkbar wäre. Diesen Lebenskeim empfangen wir von unseren Vätern, während derselbe durch unsere Mütter ernährt und entwickelt wird. (siehe Studie 4) Es ist ganz falsch, zu glauben, dass der Keim des menschlichen Lebens auf eine wunderbare Weise mitgeteilt werde - anders als der Lebenskeim der niedrigeren Kreaturen. Die untergeordneten Geschöpfe wie Pferde, Hunde 2c werden von den Eltern ihrer Art auf ganz gleiche Weise gezeugt und geboren wie die Menschenkinder; und es gibt in der Bibel keine einzige Stelle, die dieser Tatsache widersprechen würde. Es ist rein menschliche, zur Unterstützung falscher Lehren bestimmte Erfindung, wenn behauptet wird, dass bei der Geburt eines menschlichen Wesens eine göttliche Dazwischenkunft stattfinde. Dass Gott der direkte Schöpfer jedes in die Welt geborenen Menschenkindes sei, ist eine dem gesamten Schriftzeugnis scharf zuwiderlaufende Vermutung, denn in diesem Fall wäre ja Gott selbst der Urheber der Sünde, der Unordnung und Unvollkommenheit, während die Bibel erklärt: “Vollkommen ist sein Tun” (5. Mose 32:4). Nein, nein, die geistig, körperlich und sittlich Gefallenen sind keine Erzeugnisse aus Gottes Hand. Sie sind weit entfernt und tief gefallen von dem Zustand ihrer vollkommenen Stammeltern, Adam und Eva, für deren Erschaffung allein Gott die Verantwortlichkeit trägt. Die, welche behaupten, dass Gott jedes menschliche Wesen direkt erschaffe, machen dadurch den Schöpfer für alle in der Welt existierende Geistesschwäche und Dummheit, für allen Irrsinn und Blödsinn verantwortlich. Aber die Wissenschaft sowohl wie die heilige Schrift erklärt einstimmig, dass die Kinder die Laster und Tugenden, die Schwächen und Talente von ihren Eltern ererben. So erklärt der Apostel mit größter Bestimmtheit: “Durch einen Menschen ist die Sünde in die Welt gekommen und durch die Sünde (als Folge der Sünde) der Tod: und also ist der Tod auf alle Menschen durchgedrungen, weil sie alle (durch Vererbung) gesündigt haben.” Der Prophet bezieht sich auf ganz dieselbe Tatsache, wenn er fragt: “Die Väter haben Herlinge (Sünde) gegessen, und die Zähne der Söhne sind stumpf geworden“ - sie sind alle ausgeartet. - Röm. 5:12; Jer. 31:29, 30; Hes. 18:2

Aber, möchte jemand hier einwenden, wäre es denn nicht möglich, dass Gott einen Keim seiner unsterblichen Gottheit unseren ersten Eltern eingepflanzt hätte, und dass dieser Keim dann unwillkürlich auf ihre Nachkommen übergegangen wäre? Lasst uns das diesbezügliche Schriftzeugnis untersuchen, dabei nicht vergessend, dass es über diesen Punkt sonst gar keine Offenbarung gibt als die biblische, jedermann verständliche Schilderung. Wir können folglich daraus weit mehr vernehmen, als irgend jemand anders über diesen Punkt zu wissen vermag. Was finden wir in der Schöpfungsgeschichte? Wir finden in der Tat, dass die Schöpfung des Menschen ganz besonders erwähnt wird, während die der niedrigeren Wesen nicht so ausführlich beschrieben ist. Wir bemerken aber auch, dass all die Zeugnisse in höchst einfache und deutliche Sprache gekleidet sind und nicht im geringsten der Vermutung Raum lassen, dass dem Menschen irgend ein übernatürlicher Lebenskeim mitgeteilt worden sei. Wenn der Mensch der übrigen Kreatur auch sehr überlegen ist, so besteht (dem Zeugnis der Schrift gemäß) sein Vorrang dennoch nicht in einer vornehmeren Art von Odem oder Lebensgeist, sondern in seiner edleren Körpergestalt, seinem feineren Organismus, und hauptsächlich auch im Besitz eines viel besser entwickelten Gehirns, das ihn zu einer Denkkraft befähigt, welche die Intelligenz der untergeordneten Tiere bei weitem übersteigt. Kurz, wir finden in der Bibel, dass der Mensch in dieser Hinsicht als ein irdisches, fleischliches Ebenbild seines Schöpfers erschaffen wurde, welcher ein Geistwesen ist. Joh. 4:24

 Der Geist des Menschen

Wie wir schon früher gesehen, stammt das in unseren gewöhnlichen Übersetzungen vorkommende Wort “Geist” vom hebräischen Ruach und dem griechischen Pneuma. Wollen wir also vom Worte “Geist” in der Bibel einen richtigen Begriff erhalten, so dürfen wir nie vergessen, welche Bedeutung den ursprünglichen Worten zu Grunde liegt. Wie wir gefunden haben, bedeutet “Geist” in erster Linie Wind, das gleiche Wort kann aber auch in Bezug auf irgend eine unsichtbare Kraft gebraucht werden. Wird es in Verbindung mit Gott gebraucht, so will es uns sagen, dass er mächtig aber unsichtbar ist, und wenn es sich auf den Einfluss und das Wirken Gottes bezieht, so bedeutet es, dass dieses Wirken von einer unsichtbaren Kraft stammt. Das Wort “Geist” bedeutet auch öfters Verstand, weil diese Kraft weder sichtbar noch greifbar ist; so sind auch Worte unsichtbar und manchmal doch recht mächtig, und das alles durchdringende Leben ist gleich der Elektrizität eine gänzlich unsichtbare Kraft. Darum finden wir das Wort “Geist” auf all diese verschiedenen Dinge angewendet. So spricht die Bibel von dem Geist unseres Verstandes als von der unsichtbaren Kraft des Verstandes; vom Geist des Menschen - dem Willen und den geistigen Kräften eines Menschen; vom Geist des Lebens - der Kraft des Lebens, welche unsere Leiber und die ganze Schöpfung bewegt; vom Geist Gottes als von der Kraft oder dem Einfluss, welchen Gott bald auf leblose, bald auf lebendige Gegenstände ausübt. Wir lesen vom Geist der Weisheit und verstehen darunter einen weisen Sinn; vom Geist der Liebe und erkennen darin eine von Liebe durchdrungene Gesinnung. Der “Geist der Bosheit” bezeichnet einen von Bosheit durchwirkten Sinn; der “Geist der Wahrheit” bezieht sich auf den Einfluss und die Kraft, welche von der Wahrheit ausgehen in gleicher Weise wie “der Geist der Welt” sich auf die Kraft und den Einfluss beziehen, welche die Welt ausübt. Wir sehen also aus all diesen Beispielen, dass sich das Wort „Geist” wie schon gesagt, auf irgend eine unsichtbare Kraft oder einen Einfluss beziehen kann. Im Einklang mit dieser Tatsache stellt die Bibel himmlische Wesen als Geistwesen, d.h. als unsichtbare, mit Kraft und Intelligenz ausgerüstete Wesen dar; das bezieht sich aber nicht auf Gott den Vater, allein, von welchem unser Herr Jesus erklärte, “Gott ist ein Geist”, sondern auch auf unseren Herrn Jesum selbst, sowie auf die Engel und alle Glieder des Leibes Christi, indem jedem Überwinder bei der Ersten Auferstehung ein “geistiger Leib” zu teil werden soll; auch Satan und seine Engel werden in der Schrift als Geistwesen bezeichnet, indem auch sie unsichtbare und doch mächtige Wesen sind.

 „Geist” und „neue Kreatur” im Neuen Testament

Wenn wir den Gebrauch des Wortes “Geist” in Verbindung mit dem Menschen einer sorgfältigen Betrachtung unterziehen, so werden wir gewahr, dass 

1. im Neuen Testament die Worte “Geist” und “geistig” sich sehr oft auf (a) den Willen, insbesondere den neuen Willen der durch das Wort und den Geist Gottes gezeugten “Heiligen” beziehen. Die “neuen Kreaturen” sind berufen, ihre menschliche Natur daranzugeben, damit sie die geistige erlangen, und wenn sie treu bleiben, so sollen sie der göttlichen Verheißung gemäß in der Ersten Auferstehung -

 b) „geistige Leiber” empfangen, ähnlich dem Auferstehungsleib Christi und dem herrlichen Leib des Himmlischen Vaters. Diese Hoffnung und Verheißung der Kirche wird als

c) die geistige und himmlische bezeichnet, im Gegensatz zu den Verheißungen, welche die allgemeine Menschheit im Millennium ererben wird. “Geist” wird auch -

d) zur Bezeichnung von Engeln gebraucht, welche von Natur geistige, nicht fleischliche Wesen sind. Überall aber, wo die Worte „Geist” und „geistig” vorkommen, deuten sie in erster Linie die Unsichtbarkeit des betreffenden Wesens oder Gegenstandes an, was wir hier mit einigen geeigneten Schriftstellen noch illustrieren möchten:

a) „Paulus setzte sich vor in seinem Geiste (Pneuma, Willen, Sinn) . nach Jerusalem zu reisen.” - Apg. 19:21

a) „Paulus Geist (Pneuma, Gesinnung, Gefühle) wurde erregt, da er die Stadt voll von Götzenbildern sah.” - Apg. 17:16

a) „Denn Gott ist mein Zeuge, welchem ich diene in meinem Geiste (Pneuma, meiner neuen Gesinnung, meinem neuen Herzen, meinem neuen Willen) in dem Evangelium seines Sohnes.” Röm. 1:9

a) „Ein sanfter und stiller Geist (Pneuma, Gesinnung).” - 1. Petr. 3:4

Siehe auch Apg. 18:5, 25; 1. Kor. 5:3; 6:20, wo dem Worte „Geist” stets die Bedeutung von Wille, Sinn oder Gesinnung zu Grunde liegt.

b) „Es wird gesät ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistiger (pneumatikos) Leib. Wenn es einen natürlichen Leib gibt, so gibt es auch einen geistigen (pneumatikos) Leib ... Aber das Geistige (pneumatikos) war nicht zuerst, sondern das Natürliche, darnach das Geistige (pneumatikos).” - 1. Kor. 15:44, 46

c) „Die Gesinnung des Geistes (Pneuma - eine vom göttlichen Geist oder Willen geleitete Gesinnung besitzen) ist Leben und Frieden.” - Röm. 8:6

c) „Der Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi hat uns gesegnet mit jeder geistigen Segnung (pneumatikos - Segnungen geistiger, unsichtbarer Art) in himmlischen Örtern in Christo.” - Eph. 1:3

c) „Ihr seid aufgebaut, ein geistliches Haus (pneumatikos - eine Familie, eine Haushaltung geistiger Art oder Ordnung)”. - 1. Petr. 2:5 

d) „Eine gewisse Magd, die einen Geist (Pneuma - eine unsichtbare Kraft) des Wahrsagen besaß” - durch Gemeinschaft mit gefallenen Geistwesen. - Apg. 16:16

d) „Paulus .. wandte sich um und sprach zu dem Geiste (Pneuma - dem bösen Geistwesen, von dem das Weib besessen war): Ich gebiete dir ... auszufahren.” - Apg. 16:18

d) Ähnliche Stellen, wo für das Wort “Geist” (Geistwesen oder Engel) im Griechischen Pneuma steht, sind auch Apg. 19:12, 13, 15; 23:8, 9 und andere mehr.

 Im Alten Testament wird das Wort „Geist”

2. besonders auf die Menschheit im allgemeinen angewendet, aber immer mit Bezug entweder auf (e) den Geist des Lebens, den Lebenskeim, welchen Gott ursprünglich dem Adam schenkte, und der sich seither (durch Vererbung) auf dessen ganze Nachkommenschaft fortpflanzte - eine unsichtbare Kraft oder Eigenschaft, oder aber (f) auf den Geist des Verstandes, den Willen, der ebenfalls eine unsichtbare, die verschiedenen Taten des Lebens beherrschende Kraft ist.

 Ruach, Pneuma - eine belebende Kraft

Wo von der Schöpfung des Menschen die Rede ist, bedeutet der Geist des Lebens nichts anderes als Odem des Lebens, und dass dieser selbe Geist des Lebens nicht bloß dem Menschen, sondern allen Kreaturen Gottes innewohnt, wird uns von der heiligen Schrift genügend verbürgt. Von den vielen einschlägigen Stellen seien hier nur einige angeführt.

e) “Alles Fleisch, in welchem ein Hauch des Lebens ist (Ruach - der Lebenskeim oder Odem alles Fleisches).” - 1: Mose 6:17; 7:15

e) “Alles, in dessen Nase ein Odem des Lebenshauches war (Ruach - der Geist oder die Kraft des Lebens).” - 1. Mose 7:22

e) “Und der Geist Jakobs, ihres Vaters lebte auf (Ruach - die Lebenskräfte Jakobs erwachten wieder).” - 1. Mose 45:27

e) “Und Simson trank und sein Geist (Ruach) kehrte zurück, und er lebte wieder auf (seine Kräfte, seine Energie, kamen wieder zurück).” - Richter 15:19

e) “In dessen Hand .. der Geist (Ruach) alles menschlichen Fleisches ist (der Geist des Lebens aller Menschen ist der göttlichen Macht unterworfen).” - Hiob 12:10

e) “Gott, du Gott der Geister (Ruach - Lebenskraft, Geist des Lebens) alles Fleisches! Der eine Mann sündigt und du solltest über die ganze Gemeinde zürnen?” - 4. Mose 16:22

Die Lehre, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier in einem verschiedenartigen Lebensgeist oder Odem bestehe und beim Tod der Geist des ersteren aufwärts und derjenige des letzteren abwärts fahre, scheint unter den Philosophen schon sehr alt zu sein, darum hören wir denn auch Salomo, den Weisen, fragen:

e) “Wer weiß (wer kann beweisen) von dem Odem der Menschenkinder, ob er aufwärts fährt, und von dem Odem der Tiere, ob er niederwärts zur Erde hinabfährt?” (Pred. 3:19-20) Wie Salomo diesen Gegenstand betrachtete, erfahren wir aus der gleichen Stelle (Vers 19), indem er sagt:

e) “Denn was das Geschick (den Tod) der Menschenkinder und das Geschick der Tiere betrifft, so haben sie einerlei Geschick: wie diese sterben, so sterben jene, und einen Odem (Ruach - Geist des Lebens, Odem des Lebens) haben sie alle; und da ist kein Vorzug des Menschen vor dem Tier.” Wenn in dieser Hinsicht (in der Art des Lebensgeistes) der Mensch vor dem Tier also keinen Vorrang besitzt, so muss derselbe anderswo zu suchen und auch zu finden sein, wie wir später sehen werden.

e) “In deine Hand befehle ich meinen Geist (Ruach - Geist des Lebens oder der Lebenskraft).” - Psalm 31:5

Das war eine prophetische Äußerung der Worte unseres sterbenden Heilandes. Er hatte den Geist des Lebens vom Vater als eine Gabe empfangen: er war, im Gehorsam gegen den göttlichen Plan, Mensch geworden, um die Menschheit zu erlösen: und als er seinen Lebensgeist oder seine Lebenskraft aufgab, bezeugte er mit den erwähnten Worten sein festes Vertrauen in die Verheißung Gottes, der ihm den Geist des Lebens durch eine Auferstehung wiedergeben wollte.

Die Menschheit hat den Geist des Lebens von Gott, dem Urquell alles Lebens, erhalten, durch Vater Adam. Adam verwirkte aber durch Ungehorsam sein Recht auf den Geist des Lebens oder die Lebenskraft, welche er dann allmählich verlor, indem er während 930 Jahren langsam dahinstarb. Bei seinem Tode wurde der Leib wieder zu Staub, wovon er bei der Schöpfung genommen wurde, und der Geist des Lebens, das Recht zu leben, die Kraft oder Erlaubnis zum Leben, kehrte zu Gott zurück, der ihm dieses Vorrecht, diese Kraft, gegeben hatte: gerade wie jedes auf gewissen Bedingungen beruhende Vorrecht oder Geschenk auf den Geber zurückgeht, sobald diesen Bedingungen nicht nachgelebt wird (Pred. 12:7). Diese Stelle sagt nichts von einem Zurück-“Fliegen” oder “Schweben” zu Gott (wie man daraus zu schließen geneigt ist), denn der Geist des Lebens ist keine “Intelligenz”, keine Person, sondern einfach eine Kraft, ein Vorrecht, das verwirkt worden und deshalb an den ursprünglichen Geber zurück geht. Der begangenen Sünden wegen hat der Mensch also keine Lebensrechte mehr: dieselben gehen an Gott zurück, sein Fleisch kehrt sich wieder in Staub - das heißt klar und deutlich: Der Mensch verfällt genau demselben Zustand in dem er vor der Schöpfung gewesen.

Aber gleichwie unser Herr Jesus, gemäß der göttlichen Verheißung, bestimmt auf eine Rückkehr seines “Lebensgeistes” oder seiner Lebenskräfte und -Rechte hoffen konnte, so sind, Kraft des Versöhnungsopfers unseres Herrn, für die ganze Menschheit gewisse Hoffnungen und Verheißungen eröffnet worden, durch “Jesum, den Mittler des Neuen Bundes” (Hebr. 12:24). Die Gläubigen sind deshalb nicht “betrübt, wie die anderen, die keine Hoffnungen haben.” Unser Erlöser hat den Lebensgeist oder die Lebenskraft, welche Vater Adam für sich und sein ganzes Geschlecht verwirkte, zurückgekauft, und darum können nun Gläubige ihren Geist, ihre Lebenskraft (und durch eine Erkenntnis des göttlichen Planes auch denjenigen anderer) in Gottes Hand befehlen, wie unser Herr und wie Stephenus es getan, voll Glaubens an eine sichere Auferstehung. Auferstehung wird für die Welt eine Wiederherstellung des menschlichen Körpers bedeuten und dessen Erweckung oder Belebung mit Energie, dem Lebensgeist (hebr.: Ruach, griech.: Pneuma). Für die Evangeliums-Kirche, die Teilhaber der Ersten Auferstehung bedeutet sie die Einpflanzung des Lebensgeistes, oder von Lebensenergie in einem geistigen Körper. - 1. Kor. 15:42-45

In jenem wunderbaren Bilde irdischer Auferstehung, das der Prophet Hesekiel uns vor Augen malt, ist das Verhältnis zwischen dem Körper und dem Geist des Lebens, dem “Odem”, sehr deutlich dargestellt, und wenn der Prophet das Bild auch bloß als ein Symbol gebraucht, so finden wir darin dennoch trefflich nachgewiesen, dass ein menschlicher Organismus kein Leben besitzen kann, bis er den Ruach empfängt, den Odem des Lebens, der, wie wir anderweitig gezeigt haben, auch allen Tieren gemein und zum Leben unbedingt nötig ist. Lasst uns Hesekiels Beschreibung einmal genau untersuchen:

e) “Siehe, ich bringe Odem (Ruach, Geist des Lebens) in euch, dass ihr lebendig werdet.

e) “Und ich werde ... Fleisch über euch wachsen lassen und euch mit Haut überziehen, und Odem (Ruach, Geist des Lebens, Lebensenergie) in euch legen, dass ihr lebendig werdet.”

e) “Und ich sah, und siehe, Sehnen kamen über sie, und Fleisch wuchs, und Haut zog sich darüber oben her; aber es war kein Odem (Ruach, Lebensgeist, Lebenskraft) in ihnen.”

e) “Und er sprach zu mir: Weissage dem Odem (Ruach, Geist des Lebens) und sprich zu dem Odem (Ruach): So spricht der Herr, Jehova: Komme von den vier Winden (Ruach) her, du Odem (Ruach, Odem oder Geist des Lebens) und hauche diese Getöteten an, dass sie lebendig werden.” (Bis der Odem sie anhaucht, sind es also noch “Getötete”).

e) “Und ich weissagte, wie er mir geboten hatte: und der Odem (Ruach, Geist des Lebens, Odem des Lebens, Lebensenergie) kam in sie, und sie wurden lebendig.”

e) “Und ihr werdet wissen, dass ich Jehova bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch aus euren Gräbern heraufkommen lasse, mein Volk. Und ich werde meinen Geist (Ruach, Geist des Lebens, Odem des Lebens) in euch geben, dass ihr lebt.”

Wäre Adam gehorsam geblieben, so hätte er das Recht gehabt, den von seinem Schöpfer empfangenen Geist des Lebens oder die Kraft des Lebens für immer zu behalten. Er verwirkte aber dieses Recht durch Ungehorsam, und das Recht zu leben ging an den großen Geber zurück. Weder als Person noch als Sache, sondern als ein Recht oder Privileg kehrt der Geist des Lebens zu Gott zurück, welcher dieses Recht oder Privileg verschenkt hatte - unter gewissen Bedingungen, die vom Empfänger verletzt wurden. - Pred. 12:7

e) “Kein Mensch hat Macht über den Wind (Ruach, Geist des Lebens, Lebenskeim), den Wind (Ruach, Geist oder Odem des Lebens) zurückzuhalten.” - Pred. 8:8

Durch Gottes Gnade sind alle jene Lebensrechte oder Privilegien, welche die Menschen bei ihrem Tod Gott zurückerstatten müssen, durch das teure Blut zurück erkauft worden, und der Käufer wird nun im Evangelium als der neue Leben - Geber proklamiert, als der Wiederhersteller oder Vater des Menschengeschlechtes, welcher allen volles Leben schenken wird, die ihn schließlich annehmen.

Vom Neuen Testament führen wir bloß ein Beispiel an:

e) “Der Leib ohne Geist (Pneuma - Lebenskeim, Odem des Lebens) ist tot.” - Jak. 2:26

 Ruach, Pneuma - der Verstand, der Wille

Da der Verstand oder Wille auch eine unsichtbare Kraft ist, so wird derselbe in beiden, der griechischen und hebräischen Sprache mit den gleichen Wörtern bezeichnet, wie wir aus den folgenden Beispielen ersehen können:

f) “Und Hannah antwortete und sprach: Nein, mein Herr! ich bin ein Weib beschwerten Geistes (Ruach - Gemüt, Stimmung, Verstand).” - 1. Sam. 1:15

f) “Der Tor lässt seinen ganzen Unmut (Ruach - Pläne, Absichten, Verstand) herausfahren.” - Spr. 29:11

f) “Mein Geist (Ruach, Mut, Verstand) ermattete.” - Psalm 77:3

f) “Mein Geist (Ruach, Verstand) forschte.” - Psalm 77:6

f)   “Wer aber treuen Geistes ist (Ruach, Gesinnung).” - Spr. 11:13

f) “Alle Wege eines Mannes sind rein in seinen Augen, aber Jehova wägt die Geister (Ruach, Gedanken, Absicht, Willen).” - Spr. 16:2

f) “Hoffart geht dem Sturz und hoher Mut (Ruach, Gesinnung, Wille) dem Fall voraus.” - Spr. 16:18

f) “Besser, niedrigen Geistes (Ruach, Gesinnung, Gemüt) sein.” - Spr. 16:19

f) “Vorschnell in deinem Geiste (Ruach, Willen, Stimmung).” - Pred. 7:8, 9

Beachten wir auch einige Beispiele vom Neuen Testament:

f) “Das Kindlein wuchs und ward stark (gut entwickelt) im Geist (Pneuma, Verstand, Charakter).” - Luk. 1:80

f) “Im Fleiße nicht säumig; inbrünstig im Geist (Pneuma, Gesinnung, Charakter).” - Röm. 12:11

f) Wir haben nicht den Geist (Pneuma, Neigung, Sinn) der Welt empfangen.” 1. Kor. 2:12

f) “Ich hatte keine Ruhe in meinem Geiste (Pneuma, Gesinnung).” - 2. Kor. 2:13

f) “Werdet erneuert in dem Geiste (Pneuma, Charakter, Neigung) eurer Gesinnung.” - Eph. 4:23

f) “In dem Schmuck des sanften und stillen Geistes (Pneuma, Gesinnung).” - 1. Petr. 3:4

Wir sehen aus der biblischen Anwendung dieser Wörter, dass das Wort Geist unserer deutschen Sprache deren Bedeutung sehr gut wiedergibt, denn wir reden nicht nur vom Geist des Lebens, sondern auch von einem guten oder sanften Geist, von einem bösen, aufgebrachten oder von einem bitteren Geist und von einem feurigen Geist, und wir bedienen uns dieser Ausdrücke sowohl in Bezug auf die Tiere als auch auf den Menschen. Die Tatsache, die wir beweisen wollen, ist somit hinlänglich erklärt, nämlich, dass der Geist nicht der eigentliche Mensch und auch nicht ein anderer Mensch ist, sondern dass dieses Wort, wo es sich auf die Schöpfung des Menschen bezieht, einfach den Lebenskeim, oder die Lebenskraft bezeichnet, welche er mit allen Tieren gemein hat.

 Neschamah - der Odem des Lebens

Trotzdem das Wort Ruach ziemlich häufig mit “Odem” übersetzt wird, so hatten die Hebräer doch noch ein anderes, besonderes Wort für Odem, nämlich Neschamah, das im Alten Testament 26 Mal vorkommt und auch meistens mit Odem übersetzt wird. Als Beispiele von der Bedeutung dieses Wortes und als Beweis dafür, dass dasselbe bloß Lebenskraft und niemals ewiges Leben oder Unsterblichkeit bedeutet, mögen folgende Stellen dienen:

“Und Jehova Gott bildete den Menschen, Staub von der Erde, und hauchte in seine Nase Odem (Neschamah) des Lebens (Chajah).” - 1. Mose 2:7

Und es verschied alles Fleisch, das sich regt auf der Erde, an Gevögel, an Vieh, an Getieren und an allem Gewimmel, das auf der Erde wimmelt, und alle Menschen; alles, in dessen Nase ein Odem (Neschamah) des Lebenshauches (Chajah) war, von allem das auf dem Trockenen war, starb.” - 1. Mose 7:21, 22

Schon diese beiden Schriftstellen, in denen das Wort Neschamah zuerst vorkommt, beweisen die Richtigkeit unserer Behauptung aufs deutlichste: dass das Wort nicht den geringsten Bezug auf Unsterblichkeit oder auf irgend einen unsterblichen “Urstoff” hat, sondern ganz einfach Lebensfähigkeit oder Lebenskraft bezeichnet. Diese Lebenskraft ist, gemäß dem Zeugnis der ersten Stelle, dem Adam verliehen, worden, und aus der zweiten Stelle geht unstreitig hervor, dass dieselbe Lebenskraft ebenso wohl auch in allen auf dem Trockenen lebenden Tieren vorhanden war: in allem Getier, Vögeln und Gewimmel und in allen Menschen, und so kann es uns denn nicht wundern, wenn auch alle diese “Seelen” oder lebenden Wesen dem gleichen Schicksal verfielen, als sie durch das steigende Wasser ihres Odems beraubt wurden: - Alle (Menschen und Vieh) starben; und sie starben alle desselben Todes, mit der Ausnahme jedoch, dass die göttliche Vorsehung für den Menschen ein Sühnopfer bestimmt hatte, Kraft dessen er “zu seiner Zeit” durch eine Auferstehung des Wesens oder der Seele aus der Gewalt des Todes befreit werden soll.

 Eine menschliche Seele

Beim Betrachten der Schöpfungsgeschichte in 1. Mose haben wohl manche bemerkt, dass, nachdem Gott den Menschen aus dem Staube der Erde gebildet und ihm den Lebensodem mitgeteilt hatte, es heißt: “Und der Mensch wurde zu einer lebendigen Seele.” Will der gewöhnliche Leser nun dieses Zeugnis mit seinem falschen Begriff von der Bedeutung des Wortes Seele (den ihm solche beibrachten, die ihn richtig hätten unterweisen sollen) in Verbindung bringen, so fängt gleich die Verwirrung an, und er sieht sich veranlasst zu glauben, dass es für den vorherrschenden Irrtum irgend eine Grundlage geben müsse, die ihm selbst freilich unbegreiflich, die aber, nach seiner Vermutung, von den erwählten Lehrern der Theologie gründlich erforscht und klargelegt worden sei.

Von denen, welche die Bedeutung des Wortes Seele nicht verstehen, nehmen sich viele die Freiheit, dieses Wort ganz rücksichtslos zu gebrauchen und infolgedessen auch diesbezügliche Schriftaussagen zu verdrehen; statt der Bibel zu glauben, dass der Mensch eine lebendige Seele ist, behaupten sie ganz dreist und kühn: Der Mensch hat eine lebendige Seele; was doch wahrlich nicht einerlei ist! Möchte deshalb jeder Wahrheitsforscher seinen Geist so viel als möglich von allen Vorurteilen befreien und besonders von solchen, die sich auf Dinge und Angelegenheiten beziehen, die er zugestandenermaßen selbst nicht begreift, denn leicht ist man geneigt, Eigenschaften und Kräfte solchen Dingen zuzuschreiben, die einem geheimnisvoll und unbegreiflich erscheinen. Und so ist man allgemein zum Glauben gelangt, die Seele sei überaus intelligent, mit wunderbaren Kräften ausgerüstet, dazu noch unverwüstlich, unantastbar, ein unbegreifliches Wesen.

Ein Methodisten-Bischof soll von der Seele einmal folgende Schilderung veröffentlicht haben: “Sie ist ohne Inneres, ohne Äußeres, hat weder Körper, Gestalt noch Bestandteile, und eine Million könnte man in eine Nussschale tun.” Diese Schilderung entspricht den sogenannt orthodoxen Theorien gewiss sehr gut, so absurd sie bei näherer Betrachtung auch erscheinen mag. Den Lehren der Orthodoxie zufolge wäre die Seele das eigentliche Wesen, ein göttlicher Lebenskeim mit göttlichen Eigenschaften und Intelligenz ausgerüstet, vom Körper unabhängig; denselben nur für eine gewisse Zeit bewohnend, indem sie sich desselben als Haus bediene, das sie wieder verlassen könne, wenn es baufällig werde. Da aber bisher kein Mensch je eine Seele in einen Leib einziehen sah, und dieselbe während ihrem “Wohnen” im Körper sich trotz der genauesten Untersuchung mit den besten Mikroskopen, ja selbst mit Röntgen Strahlen absolut nicht finden lässt, so ist man einfach auf die Vermutung geraten, dass sie ohne Körper, ohne Gestalt und ohne Bestandteile sein müsse, und wenn sie zu all dem, wie man vermutet, auch noch so klein ist, dass sie selbst mit einem Mikroskop nicht unterschieden werden kann, so dürfe man dreist behaupten, dass in einer Nussschale 50 Millionen solcher “Wesen” eben sowohl Raum fänden wie 1 Million, und dass dann immer noch Platz übrig bliebe! Ja wahrlich, eine bessere Umschreibung von einem “Nichts” hätte der Bischof unmöglich geben können.

Aber, möchten wir fragen, wo liegt denn der Grund, die Ursache, zu solch ausschweifenden Vermutungen? Wir brauchen nicht lang zu forschen, so entdecken wir, dass sie das Resultat menschlicher Grübeleien sind. Die klugen Menschen haben sich bezüglich des zukünftigen Lebens ihre eigenen Ansichten gebildet, um damit die einschlägigen Bibelzeugnisse, den göttlichen Plan, zu verwerfen. Menschliche Lehre hält ein zukünftiges Leben für unmöglich, wenn nicht ein bestimmtes Etwas, das nie sterben kann, schon vorhanden sei. Gottes Wort aber sagt, dass derselbe Gott, der im Anfang den Menschen erschuf, sehr wohl imstande sei, auch Tote wieder zu beleben. Hier haben wir die zwei Gegensätze zwischen dem Wort Gottes einerseits und all den Menschenlehren (zivili­sierter sowohl als auch barbarischer Völker) andererseits. Die letzteren stimmen alle miteinander dahin überein, dass der Mensch nicht sterbe und deshalb weder eines Lebensgebers noch einer Auferstehung bedürfe. Die Bibel lehrt uns dagegen: Der Mensch stirbt, und ohne einen Lebensgeber, ohne eine Auferstehung würde mit dem Tode wirklich alles aufhören und ein zukünftiges Leben unmöglich sein.

Die Welt bezweckt lediglich die Verteidigung ihrer eigenen Theorie, wenn sie in all ihren religiösen Büchern (und hier müssen wir leider auch die meisten über diese Gegenstände handelnden, von bekennenden Christen verfassten Werke einschließen) die Unsterblichkeit der Seele behauptet - dass im Menschen eine Seele wohne, die ein vom Körper unabhängiges Leben besitze und unsterblich, unzerstörbar und deshalb für eine Ewigkeit in Schmerz oder Wonne bestimmt sei. Wir sehen uns somit veranlasst zu fragen:

 Was ist die Seele?

Wenn wir diese Frage vom biblischen Standpunkt aus untersuchen, so finden wir, dass der Mensch einen Leib hat und einen Geist hat, aber eine Seele ist, und hiermit stimmt auch das Zeugnis der Wissenschaft überein. Das in der Schrift vorkommende Wort “Seele” bedeutet empfindungsfähiges Wesen, oder ein mit Sinneskräften, mit Empfindungsvermögen begabtes Wesen. So lasst uns denn ohne Vorurteil die Geschichte von der Schöpfung des Menschen nochmals näher betrachten und uns merken, dass aufs erste ein Organismus oder Körper gebildet wurde, und dass zweitens der Geist des Lebens, auch Odem des Lebens genannt, diesem Körper mitgeteilt wurde, woraus dann drittens als Ergebnis eine lebendige Seele entstand. Dies ist doch sicher sehr einfach und leichtverständlich. Wir sehen daraus, dass der Leib nicht die Seele ist und auch der Lebensodem nicht, sondern dass erst nach der Vereinigung dieser beiden Teile durch den Schöpfer ein lebendiger Mensch hervorging - eine lebende, mit Empfindungsvermögen ausgerüstete Seele. In der ganzen Schilderung finden wir gar nichts Geheimnisvolles, auch keine Andeutung, dass dem Menschen ein göttlicher Lebensfunke eingepflanzt worden wäre, was dann seinen Vorrang über die niedrigeren Tiere bedingt hätte. Und wenn wirklich auch die Schöpfung der niedrigeren Tiere nicht besonders ausführlich beschrieben ist, so wissen wir dennoch, dass der Erschaffungsprozess bei den letzteren ziemlich der gleiche gewesen sein muss, wie beim Menschen. Wir wissen doch wohl, dass z.B. kein Hund bestehen könnte, ohne einen hündischen Organismus oder Leib einerseits und den diesen Körper belebenden Geist oder Odem des Lebens andererseits. Ein nie lebendig gewesener Körper eines Hundes wäre kein Hund; erst muss dieser Körper mit dem Lebenskeim oder Odem des Lebens erfüllt sein, dann entsteht daraus ein wirklicher Hund, und ganz dasselbe könnte man von den übrigen Tieren sagen.

In völliger Übereinstimmung mit dem Gesagten möchten wir nun auf eine Tatsache aufmerksam machen, die vielleicht manchen Leser überraschen wird: dass nämlich laut der heiligen Schrift jeder Hund, jedes Pferd, jede Kuh, sämtliche Vögel und alle Fische - lebendige Seelen sind! Das will sagen, es sind alle sich selbst bewusste, mit Empfindungsorganen begabte Wesen. Dieselben stehen freilich nicht alle auf gleicher hoher Stufe, aber das Wort “Seele” bezieht sich mit biblisch begründetem Recht sowohl auf die niedrigeren Geschöpfe als auch auf das höchste und edelste, den Menschen - also auf Fische, Reptilien, Vögel, Säugetiere und auf Menschen. Das sind alles Seelen. Beachte wohl, wir sagen nicht, dass diese alle eine Seele haben, im gewöhnlichen oder falschen Sinn dieses Wortes, und doch hat jedes dieser Geschöpfe Seele, im Sinne von Leben, Bestand haben - sie sind lebendige Seelen, und das wollen wir beweisen.

In 1. Mose, im ersten, zweiten und neunten Kapitel des hebräischen Urtextes werden die Worte “lebendig Seele” neunmal in Bezug auf die niedrigeren Tiere gebraucht; aber um die allgemein verbreitet, jedoch grundfalsche Seelenlehre, die der heidnische Prophet Platon ausgebrütet, möglichst sorgfältig zu schützen, scheinen die Übersetzer und “Verbesserer” der lutherischen Bibel versucht zu haben, vor dem gewöhnlichen Leser die Tatsache zu verbergen, dass das Wort “Seele” sich auch auf Tiere beziehen kann, und dass es im inspirierten Gotteswort auch wirklich auf Menschen und Tiere angewendet wird. Warum hätten sie sonst in all diesen neun Stellen und auch an zahlreichen anderen Orten die richtige Übersetzung sorgfältig vermieden, indem sie sich anderer Wörter bedienten zur Wiedergabe des gleichen hebräischen Wortes, das sie, wenn auf den Menschen angewendet, mit “Seele” übersetzt haben? Ja, man hat so sorgfältig aufgepasst, dass in der Luther Bibel das Wort “Seele” nur an ganz vereinzelten Stellen in Bezug auf die niedrige Kreatur gebraucht wird, so z.B. in 4. Mose 31:28, und hier offenbar nur weil der merkwürdigen Satzstellung halber keine andere vernünftige Übersetzung möglich war. Die Stelle lautet folgendermaßen:

“Und sollst dem Herrn heben von den Kriegsleuten, die ins Herr gezogen sind, je von fünf Hunderten eine Seele, beides an Menschen, Rindern, Esel und Schafen.”

Eine andere Stelle, die der Aufmerksamkeit der Übersetzer wahrscheinlich entgangen, ist Psalm 74:19: “Du sollst nicht dem Tiere geben die Seele deiner Turteltaube.”

Hier springt dem Leser die für Menschen und Tiere gemeinsame Anwendung des Wortes “Seele” geradezu in die Augen; so wäre es aber auch in allen anderen Fällen, wenn sich die Übersetzer bei der Arbeit nicht durch ihre vorgefassten falschen Meinungen zu willkürlichen Textvergewaltigungen hätten verleiten lassen.

Lasst uns auch den neun Stellen in 1. Mose, wo das hebräische Wort für “Seele” (Nephesch) in Verbindung mit den niedrigeren Tieren gebraucht wird, etwas näher treten: (Vergleiche die Übersetzung der Elberfelder Bibel)

“Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen (Nephesch, Seele) Tieren.” (1. Mose 1:20) Man beachte, dass dies schon in der vierten Schöpfungsperiode geschah, also lange vor der Erschaffung des Menschen.

“Und Gott schuf große Walfische und allerlei Tiere (Nephesch, Seele), das da lebt und webt und vom Wasser erregt wird” 1. Mose 1:21. Es waren dies also Fisch-Seelen, die am fünften “Tag” und ebenfalls schon lange vor dem Menschen entstanden.

“Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere (Nephesch, Seele) ein jegliches nach seiner Art; Vieh, Gewürm und Tiere” 1. Mose 1:24. Hier begegnen wir Landtier-Seelen, in ihrer Art schon auf höherer stufe als die Fische; menschliche Seele oder menschliches Leben existierte aber auch da noch nicht.

“Und allem Tier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt (Nephesch, Seele), dass sie allerlei grün Kraut essen” 1. Mose 1:30. Hier werden die niedrigeren Kreaturen sogar von einander unterschieden mit der ausdrücklichen Bemerkung, dass dies alles lebendige Seelen sind.

“Denn als Gott der Herr gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, ... denn wie der Mensch allerlei lebendige Tiere (Nephesch, Seele) nennen würde, so sollten sie heißen” (1. Mose 2:19). Hier ist eine Erklärung überflüssig, kann doch die Tatsache nicht bezweifelt werden, dass das Wort Seele nicht bloß auf den Menschen, sondern auf jegliche der fühlenden, empfindungsfähigen Kreaturen, von der niedrigsten bis zur höchsten, sich bezieht,

“Alles was sich regt und lebt das sei eure Speise; ... allein, esset das Fleisch nicht, das noch lebt (das Fleisch mit Nephesch, Seele) in seinem Blute” 1. Mose 9:3, 4. Hier wird nicht nur erklärt, dass alle genießbaren Tiere Seele oder Leben haben, sondern ihr Blut wird als ihr Leben, Wesen oder ihre Seele bezeichnet, und darum ist es dem Menschen verboten, das Blut als Speise zu genießen und dadurch den Blutdurst zu erregen.

“Siehe ich richte mit euch (Noah) einen Bund auf, und mit eurem Samen nach euch, und mit allem lebendigen Tier (Nephesch, Seele) bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden” 1. Mose 9:9, 10. Hier ist ein fernerer, klarer Beweis, dass alle lebendigen Tiere ebenso wohl Seelen sind wie der Mensch, trotzdem sie hinter ihm in Natur, Organismus 2c weit zurückstehen.

“Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Tier (Seele, Nephesch)” 1. Mose 9:12. Auch dieses Zeugnis steht all den bereits erwähnten an Klarheit nicht nach!

“Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Tier (Seele, Nephesch) in allerlei Fleisch” 1. Mose 9:15.

Der gleiche Ausdruck wird auch im folgenden, 16. Vers wiederholt, und wenn der von falscher Übersetzung herrührende Schleier einmal gelüftet ist, so erfassen wir mit Leichtigkeit den Gedanken, den Gott uns in seinem Worte zu verstehen geben will, und so bleibt zur Kritik der Wort Bedeutung auch nicht der geringste Anhaltspunkt.

Es wären natürlich auch in anderen biblischen Büchern zahlreiche ähnliche Beispiele anzuführen; wir hoffen aber, jedem aufrichtigen Leser schon mehr als genügend bewiesen zu haben, dass im biblischen Sprachgebrauch der Begriff Seele eben sowohl für Tiere wie für den Menschen anwendbar ist. Jegliche Behauptung oder Lehre, die sich auf die Idee stützt, dass des Menschen Hoffnung auf ein zukünftiges Leben sowohl wie auch seine jetzige Erhabenheit über die niedrigere Kreatur daher rühre, dass er eine Seele besitze und sie nicht, ist somit grundfalsch, und wir sollten uns verpflichtet fühlen, solchem “Machtwerk” schonungslos entgegenzutreten, sobald wir die Tatsachen vom wahren Standpunkt göttlicher Offenbarung erkennen.

Es soll uns aber niemand falsch verstehen und etwa glauben, weil alle lebendigen, sich regenden Kreaturen - von der Mücke bis zum Elefanten und vom Frosch bis zum Walfisch - lebendige Seele sind, so müsse auch für sie ein zukünftiges Leben bereit sein, sei es eine zukünftige Auferstehung oder eine Verwandlung in einen geistigen Zustand. Solches zu glauben, wäre krasser Unsinn, Verrücktheit. Milliarden lebendiger Seelen auf den niedrigsten Tierstufen werden jede Minute geboren, während gleichzeitig andere Milliarden sterben.

Wir behaupten vielmehr, dass der Mensch eine Seele oder ein Wesen der höchsten Ordnung ist, der König und Herr über alle anderen Arten von Seelen oder fühlenden Wesen, aber keinem dieser letzteren gleich. Er ist eine irdische, menschlich - animalische Seele und doch ursprünglich so herrlich gebildet (Adam), dass es mit Recht von ihm heißt, er sei Gott ähnlich, das Ebenbild seines Schöpfers gewesen.

Der Mensch als eine Seele unterscheidet sich von den geringeren Tieren oder Seelen durch seinen feineren Organismus und seine aufrechte Gestalt; aber auffallender noch tritt uns die Überlegenheit in seinen geistigen Fähigkeiten entgegen - denn in seinen moralischen, geistigen Kräften hat hauptsächlich die Ähnlichkeit mit seinem Schöpfer bestanden. Während viele Tiere niedrigerer Stufe zu Denken Imstande sind und ihre Vernunft in tausenderlei weise kundtun, so hat doch ein jedes seine oft recht engen Schranken, welche zu überschreiten ihm unmöglich ist. Die Denkkraft des Menschen dagegen ist eine fast unbegrenzte, eben weil er als ein Ebenbild Gottes erschaffen wurde - in der Ähnlichkeit seines Schöpfers. Aber trotz dem Sündenfall des Menschen und der darauffolgenden, Jahrtausend lang dauernden Finsternis und Entartung ist es mit der Gottähnlichkeit noch nicht gar aus - besonders bei denen nicht, welche Christi Amt der Versöhnung mit Gott angenommen haben, die wieder “Söhne Gottes” geworden sind, und deren Bestreben es geworden ist, dem Bilde des Sohnes gleichförmig zu werden.

Versuchen wir das Gesagte noch besser zu illustrieren: Den Pferden, Hunden, manchen Vögeln 2c können wir die Bedeutung vieler Wörter beibringen, so dass sie manche zum Alltagsleben gehörende Dinge verstehen lernen. Sie bekunden ihr Denkvermögen recht oft, und einige sind Imstande zu zählen - sogar bis auf zwanzig. Wer aber wollte versuchen, einem Pferde, einem Hund oder Vogel auch nur die Anfangsbegriffe von der Geometrie, Algebra oder Astronomie beizubringen? Wir sind auch Imstande, verschiedenen Tieren höherer Gattung einen gewissen Grad von Sittsamkeit anzuerziehen, so dass sie z.B. ihrem Meister gehorchen und nicht ausschlagen, beißen oder andere Tiere töten 2c , wer wollte aber versuchen, die stummen Tiere die 10 Gebote zu lehren? Wir vermögen in ihnen auch eine gewisse Art Liebe und Anhänglichkeit gegen ihre Meister und deren Freunde zu erzeugen; wer aber würde nur daran denken, ihnen etwas von Gottesliebe und Verehrung oder von Feindesliebe beibringen zu wollen! Beachten wir also, dass all diese Unterschiede nicht daher kommen, dass die geringeren Tiere eine andere Art Odem oder Lebensgeist besitzen, denn wir haben gesehen, dass sie “alle einerlei Odem haben” Pred. 3:19; noch auch daher, dass der Mensch eine Seele sei und das stumme Tier nicht, denn es hat sich herausgestellt, dass sie alle Seelen sind. Wir haben aber gefunden, und das müssen alle zugeben, dass jede Tiergattung einen besonderen und verschiedenen Organismus besitzt, der einer jeden ihren Charakter verleiht, und durch den allein die höhere oder geringere Intelligenz einer Gattung bedingt wird. Es sei aber bemerkt, dass nicht die Ausdehnung oder das Gewicht des Körpers für den Grad der Intelligenz und geistigen Überlegenheit maßgebend ist, sonst wären wohl Elefant und Walfisch die Herren der Schöpfung. Der Unterschied liegt vielmehr in der “organischen Qualität”, welche hauptsächlich durch das Gehirn, dessen Oberfläche und Fähigkeit bestimmt wird.

Der Mensch ist also die höchste aller irdischen Kreaturen - “von der Erde, irdisch”, und seine Erhabenheit besteht in seinen großen, geistigen Fähigkeiten. Diese letzteren sind aber nicht das Ergebnis einer Entwicklung, sondern eine Gabe des Schöpfers

 “Die Seele, welche sündigt, soll sterben.”

Wenn wir in der heiligen Schrift über die sündigende Seele wiederholt das Todesurteil ausgesprochen finden, so wird das oben Gesagte damit nur bestätigt. Mit den gewöhnlichen Anschauungen will diese Tatsache freilich gar nicht übereinstimmen, denn wie sollte die Seele sterben können, welche sowohl die menschliche Philosophie als auch die gesamte Gesangbuchtheologie ganz dreist als unsterblich, unzerstörbar erklärt! Wir lesen aber, dass unser Herr, als er unser Lösegeld bezahlte, “seine Seele als Schuldopfer stellte”, und dass er “seine Seele ausgegossen in den Tod” Jes. 53:10, 12. Das war nötig, weil Adams Seele zum Tode verurteilt war, und die der Menschheit gegebene Verheißung auf eine Erlösung der Seele oder des Wesens aus der Gewalt des Todes lautete. “Gott aber wird meine Seele erlösen von der Gewalt des Scheols (Todeszustandes)” Psalm 49:15. Und da durch die eine Erlösung alle Seelen erlöst sind, wie wir früher gesehen haben, so heißt es von all unseren Freunden - von der ganzen Menschheit, - dass sie “in Jesu schlafen”. - 1. Thess. 4:14

Wir möchten bloß bemerken, dass in dieser Stelle, “Gott wird die in Jesu geschlafen habenden herausführen” (dies ist der genaue Wortlaut im griechischen), der Apostel nicht nur die Heiligen gemeint haben kann, wie wenn er von denen spricht, welche “in Christo sind”; denn wenn von “neuen Kreaturen” die Rede ist, so geht es immer nur die an, welche von Gott durch den Geist zur Miterbschaft mit Christo gezeugt worden sind - als Christi Braut, Glieder seines Leibes. Aber der Ausdruck “die in Jesu geschlafen habenden” schließt das ganze Menschengeschlecht ein, denn unser Herr Jesu war die Versöhnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unserigen, sondern auch für die der ganzen Welt, und Kraft jenes Sühnopfers ist er nun unser Lebensgeber geworden, nicht allein aber der unsere, sondern auch der Lebensgeber für die ganze Welt - wovon das Zeugnis und die Gelegenheit zur Annahme für die meisten freilich erst zukünftig ist. - 1. Joh. 2:2; 1. Tim. 2:4-6

Dass der Apostel diesen Gedanken verfolgte, geht aus dem Zusammenhang unzweideutig hervor: er ermahnt hier die Gläubigen, sich nicht zu bekümmern wie diejenigen, welche keine Hoffnung haben, und als Grund der Hoffnung erwähnt er die Tatsache, dass Jesus für die Sünde des Menschen gestorben und um dessen Rechtfertigung willen wieder auferstanden sei, und dass folglich alle in Jesu schlafen, d.h. von der Todesstrafe gesetzlich befreit sind und Jesu angehören, damit er sie durch die göttliche Kraft aus der Todesgewalt heraus führe. Hätte der Apostel gesagt, dass nur die Gläubigen auf diese Weise durch Jesum gesegnet werden können, so hätten die Thessalonicher und alle seither Gläubigen wohl geringen Trost in seinen Worten finden können; denn die große Mehrzahl von Freunden und Angehörigen der Heiligen konnten und können nicht zu den Heiligen gezählt werden: und wenn der Segen einer Auferweckung aus dem Todesschlaf nur für die Heiligen bestimmt wäre, so würde der Gedanke statt Trost nur das Gegenteil, nämlich Angst und Kümmernis hervorrufen. Aber der Apostel schließt hier die ganze Welt ein - als in Jesu schlafend, obgleich diese Tatsache von niemandem richtig erkannt wird als vom himmlischen Vater und seinen geweihten Kindern, welche er durch das Wort der Wahrheit von seinen gnädigen Zukunftsplänen unterrichtet hat, damit sie sich freuen mögen über die Länge und Breite und Höhe und Tiefe der göttlichen Güte und sich “nicht betrüben wie die übrigen, die keine (so feste) Hoffnung haben”. 1. Thess. 4:13

Wie der gesunde natürliche Schlaf eine gänzliche Bewusstlosigkeit bedingt, so verhält es sich auch mit dem Tode, dem bildlichen Schlaf; er ist eine Periode gänzlicher Bewusstlosigkeit - noch mehr ein Zeitraum absoluter Existenzlosigkeit. Für die zur Wiederherstellung Gelangenden wird das Erwachen vom Tode folglich nichts anderes bedeuten, als eine Wiederbelebung des Bewusstseins, von genau dem gleichen Moment und Standpunkt an, wo das Bewusstseins, von genau dem gleichen Moment und Standpunkt an, wo das Bewusstsein im Tode aufhörte. Das Gedächtnis wird die Auferweckung als das erste Ereignis nach dem Augenblick des Todes wahrnehmen, denn die Zwischenzeit hat auch nicht den geringsten Eindruck auf dasselbe zu machen vermocht.

Dieser gleiche Zustand kann auch an Personen beobachtet werden, deren Gehirn (infolge von Verletzungen am Kopf ) durch die Gehirnschale beengt oder bedrückt wird, und die deshalb zeitweise das Bewusstsein verlieren, ohne dass dadurch ihr Leben erlischt. Durch operatives Eingreifen kann ein solcher Druck gewöhnlich beseitigt werden, und da wissen nun die Ärzte von zahlreichen Fällen zu berichten, wo der auf solche Weise plötzlich wieder zur Besinnung gelangte Patient einen Satz beendigte, in welchem er durch die erlittene Gehirnerschütterung unerwartet unterbrochen worden war. So wird die göttliche Kraft all die Gehirnfaltungen in den einzelnen Menschen wieder zu erzeugen und dessen verschiedenste Erinnerungen und Gedanken wieder zu beleben völlig imstande sein, und darum wird die allgemeine Menschheit in der Auferstehung mit den gleichen Worten und Gedanken erwachen, mit denen sie in den Tod ging. Man vergesse aber nicht, dass wir uns hier ausschließlich auf die allgemeine Menschheit beziehen und nicht auf die Auserwählten, auf die aus allen Völkern heraus gesammelte besondere Klasse, die Kirche oder den Leib Christi, denn dieselben haben teil an der Ersten Auferstehung, die sich von der allgemeinen in mancher Hinsicht unterscheidet.

Während nun, Kraft des Lösegeldes, der adamische Tod von einer Vernichtung in eine Unterbrechung des Lebens, genannt Schlaf, verwandelt worden ist, so bezeugt die heilige Schrift dennoch klar und deutlich, dass es nach der Auferweckung vom Todesschlummer dann auf jeden einzelnen ankommt, ob er unter dem Regiment, der Leitung und dem Einfluss des verherrlichten Christus zu Leben und Vollkommenheit gelangen, oder aber willentlich, mit Bedacht und Hartnäckigkeit seinen früheren Sündenweg weiterverfolgen wird. Sollte er das letztere erwählen, so zieht er sich dadurch die ursprünglich über Adam verhängte Strafe, den Tod zu, aber nicht mehr den adamitischen Tod, die Strafe für Adams Sünde, sondern den “anderen” oder zweiten Tod. Dieser zweite Tod wird nirgends als Schlaf bezeichnet, und wir finden in der ganzen Bibel auch nicht die leiseste Andeutung auf ein Wiedererwachen von demselben - er wird vielmehr als “das ewige Verderben vom Angesicht des Herrn” dargestellt. - 2. Thess. 1:9

Auf diese erlöste und auferweckte Klasse, deren Prüfung hauptsächlich im Millennium stattfinden wird, bezieht sich die biblische Erklärung: “Die Seele, welche sündigt, soll sterben” Hes. 18:20. Dass diese Weissagung auf unser jetziges Zeitalter nicht anwendbar ist, erhellt aus folgenden Umständen:

1. Während des Evangeliums-Zeitalters starben und sterben alle Menschen - sowohl die Heiligen als auch die Sünder - ohne Ausnahme, so dass unser Schriftwort für sie kraftlos sein würde.

2. Die Drohung bezieht sich auf die Handlungen jedes einzelnen und passt somit auch in dieser Hinsicht nicht auf die Jetztzeit, weil wir alle um “eines Menschen Ungehorsam” willen sterben - weil die über ihn verhängte Todesstrafe sich auf sein ganzes Geschlecht erstreckt hat. - Röm. 5:12

3. Wie wir aus dem Zusammenhang ersehen, geht die Stelle in erster Linie diejenigen an, welche befreit worden sind von der adamitischen Erbsünde, die heutzutage noch überall vorherrscht. Das Wort muss also dem nächsten Zeitalter, dem Millennium, angehören. Man lese nur das ganze Kapitel (Hes. 18) und vergesse dabei nicht, dass die Bedingungen des Neuen Bundes während des Millenniums in jeder Weise dem jüdischen Gesetzesbund entsprechen werden, mit der Ausnahme jedoch, dass der Neue Bund einen besseren Mittler haben wird, der dann willig und imstande ist, allen denen, welche in Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit zu wandeln suchen, Beistand und Hilfe zu gewähren, ohne ihre unabsichtlichen Fehler und Gebrechen in Anrechnung zu bringen. In dem erwähnten Kapitel (Hes. 18) finden wir die Erklärung, das es in Israel nicht mehr heißen soll, “Die Väter essen Herlinge, und die Zähne der Söhne werden stumpf”, sondern es wird im Gegenteil jeder einzelne für sich selbst vor Gott verantwortlich sein, und “Die Seele, welche sündigt, soll sterben. Ein Sohn soll nicht die Ungerechtigkeit des Vaters mit tragen und ein Vater nicht die Ungerechtigkeit des Sohnes mit tragen; die Gerechtigkeit des Gerechten soll auf ihm sein und die Gesetzlosigkeit des Gesetzlosen soll auf ihm sein” - Hes. 18:2, 4, 20 Diese Zeit ist offenbar noch nicht gekommen. Die Kinder haben immer noch stumpfe Zähne, weil ihre Väter Herlinge der Sünde gegessen haben; wir stehen noch unter der Erbsünde; alle sterben wegen Adams Sünde und nicht wegen ihrer eigenen. Als Beweis hierfür brauchen wir bloß an die unbestrittene Tatsache zu erinnern, dass fast die Hälfte der Menschen schon in der Kindheit sterben, also ohne ein Alter zu erreichen, wo sie vernünftigerweise für ihr Betragen verantwortlich gemacht werden können. Wer dürfte behaupten, dass ein Kind, das nach wenigen Tagen oder Monaten erkrankt und stirbt, um seiner eigenen Sünden willen sterbe? Stirbt es nicht vielmehr, weil es dem adamitischen Geschlecht angehört, welches immer noch dem gegen Adam ausgesprochenen Fluch - “sterbend sollst du sterben” - unterstellt ist? Es hat sich durch Vererbung den Fluch zugezogen, wird aber auch durch Christum den Segen Gottes ererben - in der kommenden Auferstehung, die Kraft des auf Golgatha vollendeten Sühnopfers der ganzen Menschheit zugesichert ist.

Wenn wir uns zu Jeremia 31:29-34 wenden, so finden wir dort eine weitere Bezugnahme auf ganz die gleichen Zustände, wie sie der Prophet Hesekiel erwähnt, nur dass Jeremia noch mehr Einzelheiten anführt, die auf das deutlichste beweisen, dass dieses Verhältnis nicht dem gegenwärtigen, sondern einem kommenden Zeitalter angehören. Jeremia erklärt:

“In jenen Tagen wird man nicht mehr sagen: Die Väter haben Herlinge gegessen, und die Zähne der Söhne sind stumpf geworden, sondern ein jeder wird für seine Missetat sterben: jeder Mensch, der Herlinge isst, dessen Zähne sollen stumpf werden.”

Die Worte, “in jenen Tagen”, beziehen sich ohne Zweifel auf die zukünftigen Zeiten der Wiederherstellung unter der Herrschaft Christi und nicht auf dieses Zeitalter, wo Satan, Sünde und Tod das Regiment führen. Der Prophet geht übrigens noch weiter in der Beschreibung der dem kommenden Zeitalter angehörenden Verhältnisse; er spricht von einem neuen Bund, den Jehova mit Israel und Juda aufrichten werde, von dem ewigen Bund, unter welchem sie ihr lang ersehntes Teil an den Segnungen und Verheißungen Abrahams empfangen werden. (vergl. Röm. 11:26-31)

Der gleiche Gedanke, nämlich dass im Millennium der Tod wiederum der Sünde Sold sein und allen vom adamitischen Tod Befreiten gedroht werden wird, die die einmal erkannte Gnade Gottes von sich stoßen und somit vergeblich empfangen haben, wird von den eigenen Worten unseres Herrn bestätigt: “Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen (fürchtet euch nicht vor denen, die euch das gegenwärtige Leben nehmen, das ohnehin schon der Todesstrafe verfallen ist; bedenkt vielmehr, dass ihr erlöst worden seid, dass ein zukünftiges Leben in eurem Bereich liegt, und dass kein Mensch euch dessen berauben kann, was Gott durch die Erlösung in Christo Jesu euch in Aussicht gestellt hat); fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben (wörtlich: gänzlich zu vernichten) vermag in der Hölle (Gehenna)”. - Matth. 10:28

Hier wird die Macht Gottes, die Seele oder das Leben zu zerstören, aufs deutlichste bestätigt und zwar von einer unantastbaren Autorität. Wir haben wohl bemerkt, dass eine verschrobene Theologie die Schrift zu verdrehen gesucht hat und, um ihre falsche Lehre zu stützen, diese Stelle nun so deutet, als sei Gott freilich imstande, die Seligkeit der Seele in der Gehenna zu zerstören, die Seele selbst aber nicht! Es ist das eine Wortverdrehung, welche sicher nicht verfehlen wird, schlimme Folgen für alle diejenigen nach sich zu ziehen, welche an Gottes Wort Betrug üben! Wir haben schon anderswo gezeigt, (“Was sagt die heilige Schrift über die Hölle?”) dass das hier gebrauchte Wort Gehenna den zweiten oder anderen Tod“ - die gänzliche Vernichtung - bedeutet, für alle Seelen, welche den großen Propheten Gottes nicht hören wollen, wenn er zu seiner Zeit mit allem Volk klar und deutlich reden wird - statt wie in der Jetztzeit, in Gleichnissen und dunkeln Reden, die nur von der Kirche, der kleinen Herde, verstanden werden können - Apg. 3:23; Matth. 13:11

Wir behaupten also, dass die heilige Schrift unzweideutig Folgendes erklärt: Der Mensch ist eine Seele oder ein Wesen; sein Lebensrecht wurde jedoch durch seine Sünde verwirkt, und so steht er unter dem Fluch der göttlichen Strafe - dem Tod. Die Güter und Vorrechte des Menschen sind aber alle zurückgekauft worden von dem Menschen Christus Jesus, der sich selbst dahin gab als Lösegeld für jedermann, was zur Folge hatte, dass der Tod von da an nicht mehr als eigentlicher Tod oder Vernichtung betrachtet werden konnte, sondern vielmehr als ein temporärer “Schlaf”, von welchem die Menschheit durch ihren Erlöser am Auferstehungsmorgen wiedererwachen wird.

 Verwirrung infolge unrichtiger Übersetzung

Denken wir an die groben Irrtümer bezüglich der Frage, “Was ist die Seele, der Geist , der eigentliche Mensch?”; wie sie von den Übersetzern unserer gewöhnlichen Bibel festgehalten wurden und noch werden, so soll es uns nicht überraschen, wenn dieselben in ihrer oft großen Verlegenheit durch ihr Bemühen, die Übersetzung gewisser Schriftstellen ihren vorgefassten Meinungen anzupassen, den gewöhnlichen Leser mannigfaltig verwirrt haben. Sie haben die Bedeutung gewisser Wörter so vertuscht und verdreht, dass es dem gewöhnlichen Leser fast unmöglich ist, sich ein klares Urteil zu bilden, indem er gegen eine zweifache Schwierigkeit zu kämpfen hat: 1. gegen die falsche Lehre über den betreffenden Gegenstand und 2. gegen die unrichtigen Übersetzungen, welche diese falsche Lehre unterstützen.

Dank der göttlichen Vorsehung leben wir jetzt aber in einer Zeit, wo es durch zahlreiche Hilfsmittel verschiedener Art auch dem “Laien” möglich geworden ist, sich über den ganzen Gegenstand sogar ein besseres Urteil zu bilden, als zu ihrer Zeit die Übersetzer selbst.

Ein Wort, das in gewöhnlichen Bibeln die mannigfaltigste Übersetzung erfahren hat, ist wohl unstreitig das im Alten Testament etwa 700mal vorkommende hebräische Nephesch, welches freilich in der Mehrzahl der Stellen mit “Seele”, je nach Umständen aber auch auf dutzenderlei andere Weise wiedergegeben worden ist. Beispiele haben wir oben gegeben.

Das im Neuen Testament an die Stelle des hebräischen Nephesch tretende griechische Wort heißt Psyche und bedeutet ebenfalls Seele, empfindungsfähiges Wesen. In den deutschen Übersetzungen ist es hauptsächlich auf zweierlei Weise wiedergegeben worden - mit “Seele” und mit “Leben”, und gerade diese letztere Übersetzungsweise hat denn auch zur Verdeckung der Wahrheit sehr viel beigetragen, indem dadurch der gewöhnliche Leser den Eindruck empfangen musste, dass Seele und Leben zwei ganz verschiedene Dinge seien, und dass ein Mensch deshalb sein Leben verlieren könne, ohne dabei seine Seele zu verlieren. Die Stellen, wo das Wort Psyche mit “Leben” übersetzt worden ist, wo aber viel Verwirrung hätte vermieden werden können, wenn es richtig mit Seele oder Wesen übersetzt worden wäre, sind die folgenden:

“Sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben (Psyche, Seele, Wesen) trachteten.” - Matth. 2:20

“Seid nicht besorgt für euer Leben (Psyche, Seele, Wesen), was ihr essen sollt ... Ist nicht das Leben (Psyche, Seele, Wesen) mehr als die Speise?” - Matth. 6:25; Luk. 12:22, 23

“Wer sein Leben (Psyche, Seele) findet, wird es verlieren, und wer sein Leben (Psyche, Seele) verliert um meinetwillen, wird es finden.” - Matth. 10:39; 16:25; Luk. 9:24; 17:33

“Des Menschen Sohn ist gekommen, .. sein Leben (Psyche, Seele) zu geben als Lösegeld für viele.” - Matth. 20:28

“Ist es euch erlaubt ... das Leben (Psyche, Seele) zu retten oder zu töten?” - Mark. 3:4; Luk. 6:9

“Denn wer irgend sein Leben (Psyche, Seele) erretten will, wird es verlieren; wer aber irgend sein Leben (Psyche, Seele) verliert um meinet- und des Evangeliums willen, wird es erretten. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne und seine Seele (Psyche) einbüßte?” Denn was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele (Psyche)?” (Wie sollte da der gewöhnliche Leser merken, dass der griechische Text viermal “Seele” (Psyche) gebraucht, und nicht zweimal “Seele” und zweimal “Leben”?!) - Mark. 8:35-37

Der dieser Schriftstelle und deren Parallelen zu Grunde liegende Gedanke ist folgender: Gottes Kinder sollen sich erinnern, dass ihr gegenwärtiges Leben oder Dasein ohnehin unter der Strafe des Todes steht; dass die göttliche Vorsehung jedoch für eine Erlösung gesorgt hat - nicht für ein Fortleben, sondern für eine Auferstehung, ein Wiederleben. Die Gläubigen dieses Zeitalters sind berufen, dem Vorbild ihres Erlösers gemäß, ihr Leben als lebendiges Opfer im Dienste des Herrn niederzulegen, wogegen ihnen, nach treuem Ausharren, die Mitherrschaft mit Christo und die göttliche Natur verheißen ist - in der Ersten Auferstehung. So werden sie dann ihre Seele, ihr Leben oder Dasein zurück empfangen und werden “Leben (Zoe) in Überfluss haben.” - Joh. 10:10

“Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht (liebt nicht weniger) seinen Vater und seine Mutter und sein Weib und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben (Psyche, Seele), so kann er nicht mein Jünger sein”. - Luk. 14:26

“Der gute Hirte lässt sein Leben (Psyche, Seele) für die Schafe (Unser Herr hat “seine Seele ausgeschüttet in den Tod; seine Seele hat das Schuldopfer gestellt” - Jes. 53:10, 12) - Joh. 10:11

“Ich lasse mein Leben (Psyche, Seele, Wesen) für die Schafe.” - Joh. 10:15

“Ich lasse mein Leben (Psyche, Seele), auf dass ich es (Kraft der göttlichen Verheißung durch die Auferstehung) wieder empfange.” - Joh. 10:17

“Wer sein Leben (Psyche, Seele) liebt, wird es verlieren; und wer sein Leben (Psyche, Seele) in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen leben (eis Zoen Aionion) bewahren.” - Joh. 12:25

(Unter dieser “gegenwärtigen argen und bösen Welt” Treue gegen Gott beweisen, heißt soviel wie die gegenwärtigen Zustände missbilligen, die Vorrechte oder Vorteile dieses Zeitlaufes gering schätzen und bereit sein, dieselben alle im Dienste Gottes und der Gerechtigkeit wie auch zum Nutzen der Mitmenschen aufzuopfern, denn wer so handelt, wird gemäß göttlicher Verheißung der Existenz unter den günstigeren Verhältnissen der kommenden Heilszeitordnung würdig geachtet. Wer aber die gegenwärtigen Verhältnisse und Zustände “liebt” und die Genüsse und Vergnügungen dieser Zeit höher schätzt als die Gerechtigkeit und den Gehorsam gegen Gott, der erweist sich selbst als der von Gott uns angebotenen zukünftigen Existenz unwürdig; er ist nicht wert, dass seine Seele, sein Wesen in der Ersten Auferstehung zu höherem Leben erneuert werde).

“Dein Leben (Psyche, Seele, Wesen) willst du für mich lassen?” - Joh. 13:38

“Größere Liebe hat niemand, als diese, dass jemand sein Leben (Psyche, Seele, Wesen) lässt für seine Freunde.” - Joh. 15:13

“Männer, die ihr Leben (Psyche, Seele, Wesen) hingegeben haben.” - Apg. 15:26

“Aber ich nehme keine Rücksicht auf mein Leben (Psyche, Seele, Wesen, Existenz) als teuer für mich selbst, auf dass ich meinen Lauf vollende.” - Apg. 20:24

(Der Apostel hatte gelernt, die gegenwärtige Existenz richtig zu beurteilen und sie - im Vergleich zu der in der Auferstehung verheißenen zukünftigen - als wertlos zu halten. Er hielt sie nicht für teuer und kostbar, in dem Sinne, dass er sie höher geschätzt hätte als den Herrn und seine Gnade - höher als die Gelegenheit, am Werk des Herrn dienen zu dürfen. Er war willig in seines Meisters Dienst alles daran zu geben und selbst geopfert zu werden, in der zuversichtlichen Hoffnung, dass er dafür zur Ersten Auferstehung gelangen möge - wie er es in Phil. 3:8-11 uns klar und mit großer Freudigkeit schildert.)

“Männer, ich sehe, dass die Fahrt mit Ungemach und großem Schaden, nicht nur der Ladung und des Schiffes, sondern auch unseres Lebens (Psyche, Seele) geschehen wird.” - Apg. 27:10

“Denn kein Leben (Psyche, Seele) von euch wird verloren gehen.” - Apg. 27:22

“Ich bin allein übriggeblieben, und sie trachten nach meinem Leben (Psyche, Seele).” - Röm. 11:3

“Welche für mein Leben (Psyche, Seele, Wesen) ihren Hals preisgegeben haben.” - Röm. 16:4

“Denn um des Werkes willen ist er dem Tode nahe gekommen, indem er sein Leben (Psyche, Seele, Wesen) wagte, auf dass er den Mangel in eurem Dienste gegen mich ausfüllte.” - Phil. 2:30

“Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben (Psyche, Seele) dar gegeben hat (“dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod” und “seine Seele als Schuldopfer gestellt”); auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben (Psyche, Seele) darzulegen.” - 1. Joh. 3:16